Alleine im Wind

Gestern war ich nach fast 90km zügiger Fahrt gehen den Wind und noch einen dreistündigen Bummel durch Wien zu müde, um noch etwas aufzuschreiben. Deshalb kommt heute erst der letzte Bericht vom zweiten Teil unserer Donautour von Regensburg nach Wien.

Wir die Überschrift schon vermuten lässt, musste ich gestern bedauerlicherweise alleine fahren. Beates Schmerzen in der Hand waren doch zu stark, um so eine lange Strecke zu fahren, wie sich später auch bei den 6-7 km durch Wien vom Bahnhof zum Hotel auch noch einmal bestätigen sollte. Deshalb machte sich Beate in Krems ersteinmal auf den Weg ins Krankenhaus, um nach ihrer Hand schauen zu lassen, während ich, etwas traurig alleine fahren zu müssen aber auch etwas fertig alleine in meinem Tempo fahren zu dürfen, Richtung Wien aufbrach.

Die Entscheidung, auf welcher Seite der Donau ich fahren sollte, wurde mir dadurch abgenommen, dass ich mich plötzlich auf einer Donaubrücke wiederfand, ohne mich bewusst an die Stelle erinnern zu können, an der ich dorthin abgebogen bin. Aber wir dem auch sei, danke erst entschieden, dass ich auf der südlichen Seite der Donau nach Wien fuhr.

Auf dieser Seite (aber natürlich auch auf der anderen) änderte sich für Landschaft mal wieder. Während in der Wachau die Hügel nicht weit von der Donau entfernt waren, weitete die Landschaft sich jetzt wieder deutlich. Es gab jetzt wieder viele Felder und auch einige Kraftwerke, wie eigentlich überall an der Donau. Diesmal insbesondere das AKW Zwentendorf, das einzige Atomkraftwerk Österreichs, das aber nie ans Netz gegangen ist und das heute eine große Photovoltaikanlage beherbergt.

Auch auf dieser Teilstrecke gab es natürlich auch wieder die obligatorischen Burgen und Klöster, so z.B. die Burg Greifenstein, die das Donautal vor Wien bewacht, wo die Hänge des Wienerwaldes den Fluss wieder einengen, und Klosterneuburg in der gleichnamigen Stadt.

Der Wienerwald
Klosterneuburg

Und plötzlich war auch schon die Skyline von Wien zu sehen, das Ziel unserer Reise. Mittlerweile hatte mich Beate auch anrufen und mit mitgeteilt, dass an ihrer Hand nichts gebrochen wäre und dass sie nun mit dem Zug nach Wien führe, wo wir uns dann am Bahnhof treffen wollten, um gemeinsam zu unseren Hotel hier in Wien zu fahren. Kurz vor dem Treffpunkt mit Beate von ich übrigens auch noch an einem von Hundertwasser gestalteten Heizkraftwerk vorbeigekommen, wir ihr auf den Bild unten sehen könnt.

Skyline von Wien
Heizkraftwerk Spittelau

Die letzten Kilometer vom Franz-Josefs-Bahnhof zum Hotel wenn zweifellos die stressigsten unser Reise. Ersteinmal dich wieder daran zu gewöhnen in einer Großstadt Fahrrad zu fahren war schon schwer genug. Erschwert wurde es durch unsere mangelnde Ortskenntnis, weshalb wir uns auf Google Maps verlassen mussten, das trotz Fahrradroute uns auf eine dreispurige (in eine Richtung!) Bundesstraße schickte und nicht auf die parallel dazu verlaufende Radstraße, so dass ich also einmal auf den Verkehr achten musste, die Karte im Blick eine bessere Radroute finden musste und dabei auch nicht Beate verlieren durfte. Das war gar anstrengender als die über 80km zuvor. Aber wir sind dann doch kein und ohne weiteren Unfall im Hotel angekommen.

An Abend haben wir dann noch einen längeren Stadtspaziergang gemacht und in einem Äpfel- und Erdäpfel-Restaurant zu Abend gegessen.

Heute sind wir den ganzen Tag durch Wien gewandert und haben uns zum Abschluss unserer Donautour noch eine Ausstellung über die Donau in der Nationalbibliothek angeschaut, für Sanja einen Lipizzaner fotografiert, und zu guter Letzt in einem georgischen Restaurant zu Abend gegessen.

Lipizzaner in der Stallburg

Damit ist unser diesjährigen Jahresurlaub zu Ende und morgen fahren wir wieder nach Hause nach Heidelberg. Trotz aller Widrigkeiten und Erschwernisse, wie Bahnstreik und Hexenschuss, kaputte Reifen und Luftpumpen und unaufmerksame Mitfahrer und ein Unfall mit einer Verletzten eine ereignis- und erlebnisreiche Zeit, an die wir noch lange denken werden und während der wir auch viel schönes gesehen haben.

Heute noch die letzte Etappe als Komoot-Tour: Von Krems nach Wien.

3 Gedanken zu “Alleine im Wind

  1. Avatar von Cordula Ernst Cordula Ernst

    Ihr Lieben, mit Eurer langen Berichtspause habt Ihr uns einen Schrecken eingejagt! Wir dachten, der Decki geht es gar nicht gut! Aber gestern kam dann die Entwarnung- trotzdem gute Besserung und Wien hat hoffentlich entschädigt! Eine gute Heimreise! Wir sind gestern Nacht an Heidelberg vorbeigefahren und haben in Zainingen auf dem Parkplatz des ehemaligen Truppenübungsplatzes genächtigt. Nach einer Wanderung zum Aussichtsturm und zu den Panzersperren fahren wir nun weiter nach München mit den Schultüten im Gepäck. Kommt gut nach Hause und hoffentlich ohne Zwischenfälle

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  2. Avatar von Dirk Boller Dirk Boller

    Es ist erfreulich,dass euere Urlaubsfahrt einigermaßen versophnlich zu Ende geht.
    Wichtig,dass Beate nichts gebrochen hat.Nun wünschen wir eu ch noch schöne Stunden in Wien,und vor allem eine gute Weiterfahrt und ein gesundes Wiedersehen.
    Papa und Mama
    Ganz herzlich,danken wir euch für schönen Berichte mit eindrucksvollen Bilddrn.

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