Viel Spaß!

An manchen Tagen lässt der Spaß auf so einer Radtour ziemlich lange auf sich warten. Die Strecke zieht sich hin, die Kilometer werden nur ganz langsam mehr und eigentlich hat man keine Lust weiterzufahren, man ist müde, die Beine sind schwer und der Po schmerzt. Das einzige was einen weiterfahren lässt, ist die Aussicht auf die Freude, es am Zielort endlich doch noch geschafft zu haben. So ein Tag war heute, interessanterweise bei uns beiden, was den Spaß nicht unbedingt erhöht hat.

Aber der Reihe nach. Nach unserem Frühstück, das wir nicht in unserer Unterkunft einnehmen konnten, sondern bei einem Bäcker in einem nahegelegenen Edeka, fuhren wir mit dem Gruß „Viel Spaß“ einer Verkäuferin in den Ohren in Xanten los. Wenn die wüsste und wenn wir auch schon gewusst hätten, … Aber erst mal lief alles gut: das Wetter war schön, die Sonne schien und wir haben auch gleich wieder den Rheinradweg gefunden.

Aber schon bald mussten wir immer wieder nach den Weg suchen. Dabei war wieder unklar, ob wir nur zu unkonzentriert fuhren und deswegen nicht alle Schilder gesehen haben, oder ob die Beschilderung heute etwas lückenhaft war. Auch die Navigation war keine große Hilfe, da die Strecke, die ich für heute runtergeladen hatte, nur sehr vage auch an Rheinradweg orientierte. Aber mit Karte, Radführer, und etwas Orientierungssinn fanden wir immer wieder einen Weg um weiterzukommen.

An interessanten Orten an der Strecke haben wir heute beim Überqueren des Rheines Rees und den Bewegungspark von Kalkar gesehen, der früher unter dem Namen „Schneller Brüter von Kalkar“ bekannt war und ein nie in Betrieb gegangenes Atomkraftwerk war, das jetzt diese Nachnutzung gefunden hat.

Blick auf Rees
Wunderland Kalkar

Aber schon heute Morgen kamen wir Recht langsam voran, einmal natürlich wegen des ständigen Überlegens über den richtigen Weg, aber auch weil wir eigentlich immer gegen den Wind fahren mussten und vor allem weil wir von Anfang an schon müde waren.

Heute war der siebte Tag unserer Reise und langsam macht sich bemerkbar, dass wir jeden Tag ohne Ruhetag fahren. Ich denke es kommt nicht von ungefähr, dass die Woche sieben Tage hat. Nach sechs Tagen ununterbrochener Arbeit braucht der Körper einfach mal einen Tag Ruhe. Aber das passt nicht in unseren Plan, so dass wir heute etwas müde gefahren sind und noch drei weitere Tage durchhalten müssen.

Wir auch immer, in Emmerich waren wir so k.o., das wir eine ausgiebige Ruhepause einlegen mussten. Etwas ausgeruht fuhren wir dann weiter bis zur niederländischen Grenze, die man, wäre nicht das Design der Verkehrsschilder nicht etwas anders als in Deutsch, gar nicht bemerkt hätte.

Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden

Bevor dann der logische Tiefpunkt des heutigen Tages kam, mussten wir noch einmal eine Pause in einem Café am Wegesrand machen, da uns schon wieder die Kräfte verließen. Und das, obwohl wir heute eigentlich etwas schneller fahren wollten, da für den Nachmittag gegen und Gewitter angekündigt waren. Aber es ging beim besten Willen nicht anders. Leider folgte dann jedoch die Strafe auf den Fuß. Der Himmel wurde immer dunkler und am Horizont sah man schon den Regen. Kurzzeitig hatten wir die Hoffnung, wir könnten vielleicht Glück haben und einfach und elegant am Regen vorbei fahren, aber diese Hoffnung erwies sich als trügerisch, etwas eine halbe Stunde vor Arnheim, unserem heutigen Ziel, gerieten wir voll in den Regen. Nachdem wir erst dachten, wir könnten trotzdem weiterfahren, wurde der Regen dann doch so stark, dass wir bei Albert Heijn (eine niederländische Supermarktkette) Unterschlupf suchen mussten. Supermärkte dienen also nicht nur bei übermäßiger Hitze zum Herunterkühlen, sondern auch bei Regen und Unwetter zum Aufwärmen und Trocknen. Nachdem der Regen nachgelassen hatte, fuhren wir weiter in der Meinung, das Schlimmste überstanden zu haben. Doch weit gefehlt, das angekündigte Gewitter war noch nicht da gewesen. Also kann es, wie es kommen musste: nach ein paar Minuten mussten wir uns diesmal unter einer Brücke unterstellen, um vor den Gewitter Schutz zu finden.

Aber auch damit war noch nicht alles überstanden, denn vor der Brücke nach Arnheim fing es nochmal zu schütten an, so dass wir völlig durchnässt, fertig und müde an unserem Hotel in Arnheim eintrafen. Nachdem auch noch die Probleme mit der Hotelbuchung geklärt waren, konnte sich dann endlich das eingangs erwähnte Glücksgefühl einstellen, es doch geschafft zu haben. Viel Spaß!

2 Gedanken zu “Viel Spaß!

  1. Avatar von dirk1942 dirk1942

    Lieber Stefan,liebe Beate,
    trotz aller Widrigkeiten wünschen wir euch eine gute Weiterfahrt bis nach Rotterdam.Wir leiden und fühlen mit euch!
    Mama und Papa

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  2. Avatar von Cordula Ernst Cordula Ernst

    Ihr Lieben, ich habe den ganzen Tag an Euch gedacht und gehofft, dass in Holland die Sonne scheint!🌞haltet durch und lasst Euch nicht unterkriegen! Liebe Grüße aus Schwerte!

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