Liebliche Umleitung/ Lovely Deviation

Short English Summary: Yesterday I hadn’t time to write  because we stayed at Bernhard’s parent place and sit together with a glass of wine at the evening. Over the day we war happy because we managed to find shelter against the rain several time just in time. We cycled through the „Liebliches Taubertal“ (lovely valley of the river Tauber) but with some deviations. Further we did a short visit of Wertheim at the confluence of Tauber and Main. The final stop of yesterday’s stage was Würzburg from where we travelled by train to Bernhard’s home village Eßfeld.

Diesmal schreibe ich meinen Bericht erst am Morgen. Ich sitze hier im Haus unseres Freundes Bernhard in Eßfeld, was auch der Grund ist, warum ich gestern keine Zeit und Lust mehr hatte zu schreiben, da wir am Abend noch bei einem Glas Wein zusammensaßen und es mir danach zu spät wurde, bzw. ich zu müde war, um noch etwas zu berichten.

Aber jetzt der Reihe nach. Gestern Morgen fuhren wir nach dem Frühstück bei angenehmen Wetter in Tauberbischofsheim los. Über das Wetter wird später noch mehr zu berichten sein, wie überhaupt das Wetter bei so einem Radurlaub, wie wir in machen, eine doch recht große Rolle spielt, bislang aber eher die des unerwünschten, lästigen Bekannten, der immer zum falschen Zeitpunkt auftaucht. Gestern Morgen jedoch ließ es sich erst einmal gut an und wir fuhren frohgemut los. Aber schon nach wenigen Kilometern machte eine andere Bekannte auf sich aufmerksam: die Umleitung. Und war gleich in zweifacher Ausführung. Knapp hinter Tauberbischofsheim gab es die erste kleine Umleitung, die aber im Unterschied zu der am Montag am Neckar klar beschildert war, so dass wir nicht noch zusätzliche Umwege in Kauf nehmen mussten.

Die zweite war dann etwas größer. Anstatt direkt an der Tauber entlang zu fahren, wurden wir großräumig über eine parallele Landstraße umgeleitet, auf der es zwar nicht allzu viel Verkehr gab, die aber trotzdem nicht so schön zu fahren war. Aber dank der Umleitung konnten wir durch Niklashausen fahren, den Heimatort des „Pfeifers von Niklashausen“, dessen traurige Geschichte über Machtmissbrauch, Desinformationspolitik und Lügen in der Zeit der Reformation uns Bernhard gerade am Sonntag erzählt hat.

Die Burg von Gamburg / The Castle of Gamburg

In Gamburg ging es dann wieder zurück auf den Radweg „Liebliches Taubertal“. Bevor ich über diesen nächsten Abschnitt berichte, noch ein kleiner Funfact über Gamburg: Dort gibt es eine Bürgerinitiative, die gegen ein Brückengeländer an der alten Tauberbrücke kämpft. Aber nun zum „Lieblichen Taubertal“: Tatsächlich passt dieser Titel auf die Landschaft rund um den Fluß, der sich durch sein Tal windet und hauptsächlich durch Wald fließt, aber kein Tal ohne Hänge, weswegen Beate zumindest das Fahren nicht so lieblich empfand, da es doch immer wieder kurze steile Passagen gab.

Liebliches Taubertal/Lovely Taubertal (Valley of the River Tauber)

Unser erstes Zwischenziel gestern war Wertheim, am Zusammenfluss von Tauber und Main. Auch Wertheim ist wie Tauberbischofsheim eine schöne kleine Stadt mit vielen reich verzierten Fachwerkhäusern in der Altstadt und einer Burg hoch über der Stadt. Da wir aber noch weiterwollten, haben wir nur einen kurzen Rundgang durch die Altstadt gemacht und sind dann bald wieder weiter gefahren.

Burg über Wertheim/Castle at Wertheim
Brücke über die Tauber mit Kunstinstallation/Bridge over the River Tauber with Art Installation

Das nächste Stück unseres Weges führte dann am Main entlang, auf einem Radweg an einer vielbefahrenen Straße, was nicht mehr ganz so lieblich war. Aber schon bald bog die Straße dann etwas vom Main ab, so dass das Fahren wieder etwas ruhiger wurde. Aber auch wir verließen bald den Main wieder (heute werden wir wieder an ihm entlangfahren) und fuhren über Hügel mehr oder weniger direkt nach Würzburg. Zwischendurch machten wir eine Rast auf freiem Feld, bei der wir schon von Weitem ein Gebiet mit heftigem Regen sehen konnten. Da es aber noch weit entfernt war, machte es uns erst einmal keine Sorgen. Als es aber ein paar Minuten später schon deutlich näher war, machten wir uns dann doch auf und schafften es tatsächlich in letzter Minute noch im nächsten Ort einen überdachten Unterstand zu finden, bevor es begann wie aus allen Kübeln zu schütten. Glücklicherweise war der Regen zwar sehr heftig, aber nicht so lange, so dass wir bald wieder weiter fahren konnten.

Der Main / The River Main

Eine ähnliche Situation erlebten wir etwas später noch einmal, so dass wir doch fast trocken am späten Nachmittag in Würzburg eintrafen. Dort wollten wir uns mit Bernhard treffen. Da es aber mittlerweile wieder stark regnete, kam Bernhard doch nicht und wir verbrachten etwas Zeit zu zweit in einem Cafè, bevor wir zum Bahnhof fuhren, um von dort mit dem Zug nach Goßmannsdorf, von wo aus es nicht mehr so weit bis Eßfeld ist.

Würzburg bei Regen / Würzburg in the Rain

Aber Zitat Beate: „Auf einer viertelstündigen Fahrt mit dem Zug kann man mehr erleben, als den ganzen Tag auf dem Fahrrad“. Ganz so schlimm war es nicht, aber doch etwas aufregend, da wir erst den Bahnhof in Würzburg nicht so schnell gefunden hatten, wie wir dachten und deswegen erst in allerletzter Minute zum Zug kamen. Dieser war aber schon recht voll, insbesondere waren schon einige andere Räder drin, so dass wir Mühe hatten mit unseren vollbepackten Rädern noch reinzukommen. Nachdem wir das geschafft hatten, mussten wir aber bei der Fahrkartenkontrolle feststellen, dass man in Würzburg ein Fahhradticket braucht, was wir natürlich nicht hatten. Von Schaffner vor die Wahl gestellt, wieder auszusteigen oder über die Bahn-App noch eine Tageskarte Fahrrad zu kaufen, haben wir uns natürlich für letzteres entschieden, obwohl auch das nicht so einfach war, weil diese Funktion in der App gut versteckt ist.

Nach kurzer Fahr erreichten wir dann aber doch Goßmannsdorf, wo uns Bernhard schon erwartete, so dass wir mit ihm dann nach Eßfeld radeln konnten. Leider hatte der Regen noch nicht aufgehört, so dass wir am Ende doch noch nass geworden sind, bis wir in Bernhards Elternhaus eintrafen. Dort aßen wir zu Abend und saßen dann, wie schon eingangs erwähnt nach einem kleinen Spaziergang rund um Eßfeld am Abend noch in der Küche zusammen.

Heute geht es dann weiter nach Sinntal durch die Röhn, auch wieder eine anstrengende Tour. Da das Tracking während unserer zweiten Regenpause abgebrochen ist, kann ich von unserer gestrigen Tour keinen Link hinzufügen. Aber hoffentlich klappt es heute wieder. Auch die Bilder zu diesem Artikel muss ich später nachliefern (mittlerweile geschehen), da der Mobilfunkempfang hier zu schlecht ist und ich vergessen habe Bernhard nach dem WLAN-Passwort zu fragen und deswegen die Bandbreite nur für Texte reicht.

Zweiter Anfang / A Second Start

Short English Summary: Today we started a second time from home. This time by S-Bahn which we took to Mosbach from where our second stage really started. The first half of the stage went through the Odenwald (one of the German Mittelgebirge (low montain ranges)), which meant a lot of steep rises of about 700m difference of altitude in total. In the second half we saw some small cities like Buchen, Walldürn, and Hardheim, and ended our day in Tauberbischofsheim. Today everything went smooth and the rain only started when we already arrived in the hotel.

Wieder regnet es, wir sitzen aber glücklicherweise trocken in unserem Hotelzimmer. Diesmal sind wir rechtzeitig vor dem großen Regen an unserem Ziel angekommen. Auc alles andere hat heute viel besser als gestern funktioniert: Keine Radpanne, keine überraschenden Sperrungen mit Umweg und nur wenig Regen während der Fahrt.

Heute morgen sind wir also zum zweiten Mal von zu Hause aufgebrochen, haben uns richtig von Edina und Sanja verabschiedet, die jetzt die nächsten zwei Monate ihr Leben alleine managen müssen (was sie aber sicher gut hinbekommen werden), und sind erst einmal zur S-Bahn gefahren, um von Mosbach unsere zweite Etappe zu starten.

Auch wenn es sich gestern Abend und heute Morgen etwas seltsam anfühlte, nach dem Losfahren wenige Stunden später wieder zu Hause zu sein, war es doch gut, da wir dadurch noch einige Sachen erledigen konnten, die wir sonst entweder nicht hätten machen können oder am Sonntag noch hätten machen müssen. Außerdem konnten wir auch noch ein paar Sachen zusätzlich einpacken, die wir andernfalls nicht mitgenommen hätten, und sind so insgesamt besser vorbereitet aufgebrochen.

Ehemalige Bahnlinie Mosbach-Mudau / Former Railway Line Mosbach-Mudau

Aber jetzt zu unserer heutigen Fahrradtour. Von Mosbach sind wir erst auf einer alten Bahntrasse, die heute als „Wanderbahn“ ein Wander- und Radweg ist und von der man nur noch ein paar alte Bahnhofshäuschen sehen kann, nach Mudau gefahren, dann über Buchen, Walldürn und Hardheim nach Tauberbischofsheim.

Buchen

Während das Wetter heute angenehmer als gestern war, unterwegs regnete es nur ein paar Tropfen und erst in Tauberbischofsheim fing es stärker an zu regnen, war die Strecke heute mit einigen Steigungen über mehr als 700 Höhenmeter anspruchsvoller. Mit dem Odenwald mussten wir  unser erstes Mittelgebirge durchqueren, einige weitere werden noch folgen. Auf dem Abschnitt zwischen Mosbach und Mudau könnte man übrigens denken, dass der Odenwald nur eine Aneinanderreihung von Weihnachtsbaumplantagen ist, so viele konnten wir am Wegesrand sehen. Wie auch immer, auf alle Fälle haben wir insgesamt über 700 Höhenmeter überwunden, die ersten 25 km ging es eigentlich nur bergauf, wenn zwar  nicht sehr steil, aber kontinuierlich. Später gab es dann noch zwei weiter kürzere, aber steilere Anstiege zu bewältigen. Aber wir haben es gut geschafft, wobei beim letzten Anstieg die Kräfte doch langsam nachgelassen haben.

Weihnachtsbaumplantage / Christmas Tree Plantation
Hardheim

Gegen 16 Uhr kamen wir dann am heutigen Ziel an: Der nördlichsten Kreisstadt Baden-Württembergs Tauberbischofsheim. Im anfangendem Regen machten wir noch einen kleinen Stadtrundgang am kurmainzischen Schloß vorbei, durch die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und über den Markplatz mit dem neogotischen Rathaus. Alles in Allem sehr schön und sicherlich wert als Endpunkt unserer zweiten Etappe zu dienen, der auch gleichzeitig der Endpunkt des Odenwald-Madonnen-Wegs ist, den wir seit Heidelberg gefahren sind. Ab morgen fahren wir dann die Deutschlandroute 9 bis Bremerhaven.

Zum Schluss ist hier noch der Link zu unserer aufgezeichneten Tour.

Marktplatz von Tauberbischofsheim / Market Place of Tauberbischofsheim