Alles Gut/Everything Fine

Short English Summary: After three days of inactivity because of bad internet connection and my tiredness, I pick up blogging again. We are all fine and continue our tour. Today we stay in the world heritage city of Stralsund, a former city of the Hanse. Yesterday, we did an excursion to another small island near Rügen which is called Hiddensee, an island with a rich diversity of landscapes and without any motorized traffic beside e-bikes. On Monday we cycled through the national park „Jasmund“ with its beech forests and saw the Königsstuhl (king’s chair), a famous cliff of Rügen and Cap Arcona.

Nachdem wir gerade noch einen Stadtrundgang mit Niels durch Stralsund gemacht haben, schreibe ich endlich mal wieder ein paar Zeilen auf, auch wenn ich schon recht müde bin. Da ich aber die letzten zwei Tage nichts geschrieben habe, nicht weil nichts passiert wäre oder weil, noch schlimmer, etwas Schlimmes passiert wäre und wir krank oder verletzt wären, sondern ganz banal, weil kein stabiles Internet verfügbar und ich ziemlich k.o. war, möchte ich euch heute doch wieder kurz berichten, was wir so erlebt haben, damit nicht wieder besorgte Anfragen kommen, ob noch alles in Ordnung mit uns ist. Auf alle Fälle sind wir gesund und munter und radeln jeden Tag fleißig weiter.

Rathaus von Stralsund/City Hall of Stralsund

Stralsund ist übrigens die erste und wahrscheinlich auch letzte Stadt, die wir auf unserer Tour zwei Mal angefahren sind, abgesehen von Sassnitz, wo wir auch zweimal waren, aber einmal mit dem Zug. Durch Stralsund sind wir am letzten Donnerstag schon einmal gefahren, bevor wir unseren einwöchigen Urlaub im Urlaub auf Rügen begonnen haben. Aber diesmal übernachten wir auch hier und haben uns die Zeit genommen, diese sehr sehenswerte Stadt unter Niels Führung anzuschauen. Zusammen mit Wismar, das wir letzte Woche schon besucht haben, ist Stralsund UNESCO-Welterbe und man kann auch viele Ähnlichkeiten erkennen. Was aber komplett anders ist und mich auch überrascht hat, ist, dass die Stadt nicht nur am Meer, oder genauer dem Strelasund, liegt, sondern auch von Teichen und Parks umgeben ist.

Teiche in Stralsund/Ponds in Stralsund

Den Weg nach Stralsund begannen wir heute Morgen in Gingst, ein Städtchen, über das es nichts weiter zu berichten gibt. Danach fuhren wir aber über noch eine weitere kleine Insel, nämlich Ummanz, die aber über eine Brücke erreichbar ist und die vor allem bei Vogelfreund*innen beliebt ist. Vor allem Kraniche soll man dort sehen können, die wir aber nicht gesehen haben, dafür aber viele andere. Der Rest des Weges war dann wieder unter der Rubrik „herausfordernde Wege“ abzuhaken. Landschaftlich schön am Meer entlang und am Ende mit schönen Blicken auf Stralsund war der Untergrund teilweise nur sehr schwer zu befahren und wir wurden ordentlich durchgerüttelt.

Blick auf Stralsund/View to Stralsund

Durchgerüttelt wurden wir auch gestern während unseres Ausflugs auf Hiddensee, den wir außerplanmäßig noch eingeschoben hatten, da wir bislang schneller unterwegs waren als geplant. Wir fuhren so ziemlich jeden so halbwegs befahrbaren Weg der Insel ab und auch einige eigentlich nicht mit Fahrrädern befahrbare. Nur vor dem Steindamm „Schwarzer Peter“, auf dem wir doch zu sehr durchgeschüttelt wurden, schreckten wir dann zurück. Besonders auch, weil wir dort mal wieder eine kleine Panne hatten: Durch das Gerüttele ist nämlich mein Scheinwerfer abgebrochen, was ich aber glücklicherweise wieder reparieren konnte. Den Alternativweg, den wir dann wählten, um an das Südende der Insel zu kommen, war aber auch nicht viel besser, anstatt über grob verfugter Steine, mussten wir durch tiefe Schlammfurchen und am Ende durch tiefen Sand fahren, haben es aber geschafft, am Leuchtturm in Gellen anzukommen.

Leuchtturm Gellen auf Hiddensee/Light House Gellen on Hiddensee

Hiddensees Landschaft ist übrigens trotz der Kleinheit der Insel sehr vielfältig, von der Steilküste im Norden, über Heidelandschaft in der Mitte bis zu Sandlandschaft im Süden wird viel geboten, was neben uns auch viele weitere Tagestourist*innen anlockte. Aber trotz der vielen Menschen, die sich von den Fähren auf die Insel ergossen, war die Insel, abgesehen von den Hotspots, an denen sich viele Menschen treffen, angenehm ruhig, was wohl auch daran liegt, dass es dort keinerlei motorisierten Verkehr, abgesehen von E-Bikes, gibt.

Blick über Hiddensee/View over Hiddensee

Nachdem wir zurück auf Rügen in Schaprode an der Fähre noch einmal Jens, Manuela, Charlotte und Daniel getroffen hatten, die auch gestern einen Hiddensee-Ausflug gemacht hatten (Schade, dass sie uns nichts davon gesagt hatten, dann hätten wir sie auch auf Hiddensee treffen können), mussten wir leider ganz im Gegenteil ein paar Kilometer auf einer viel befahrenen Landstraße fahren, was vor allem bei knappen Überholmanövern, die immer mal wieder vorkommen, teilweise sehr furchteinflößend war. Aber auch das haben wir gemeistert und kamen für unsere Verhältnisse, und auch für deutsche Orte auf dem Land, recht spät in Gingst an, wo uns aber der örtliche Dönerladen, der entgegen seiner offiziellen Öffnungszeiten auch noch nach 20 Uhr Pizza und Falafel verkaufte, vor einer hungrigen Nacht rettete. Das bestätigt wieder eine der Erkenntnisse, die wir auf unserer Tour über Deutschland gewonnen haben: Auf Döner ist immer Verlass, wenn es auch nicht immer ein kulinarischer Höhepunkt ist.

Buchenwald im Nationalpark „Jasmund“/Beech Forest in the National Park „Jasmund“

Höhepunkte ganz anderer Art haben wir am Montag erlebt, nachdem wir Sassnitz nach fast vier Tagen Mini-Urlaub verlassen hatten. Zuerst mussten wir nämlich den Berg hoch fahren, was zwar kein richtig hoher Berg war, sondern nur der Nationalpark Jasmund mit seinem auch zum Welterbe zählenden Buchenwäldern, aber gleich am Anfang noch mit dem Frühstück im Magen und kalten Muskeln war es doch eine kleine Herausforderung. Belohnt wurden wir dann mit einem Ausblick auf den Königsstuhl, nein nicht dem in Heidelberg, sondern den berühmten Kreidefelsen gleichen Namens im Nationalpark. Weiter gingen die Höhepunkte dann mit dem Fischerdorf Vitt am Fuße des Kap Arkona und dem Kap an der Nordspitze von Rügen selbst.

Fischerdorf Vitt mit Blick auf Kap Arkona/Fishermen’s Village Vitt with View to Cap Arcona

Ein Tiefpunkt war aber folgendes Schild, bzw. die Kombination von Schildern, die mich auf unserer Tour schon oft aufgeregt haben:

Was soll das?/What does that mean?(Please, push your bike)

Ist das ein Radweg und ich darf dort fahren, oder ist es kein Radweg und ich muss mein Fahrrad schieben? Aber ein Radweg, auf dem man sein Fahrrad schieben muss, gibt für mich keinen Sinn. Leider findet man so etwas immer wieder.

Das war jetzt in aller Kürze die Zusammenfassung der letzten drei Tage. Nach unserer einwöchigen Rügenrundfahrt geht es morgen und übermorgen auf dem Ostseeküsten-Weg weiter bis Usedom, von wo dann mit dem Oder-Neiße-Radweg der letzte Abschnitt unserer großen Deutschlandtour startet.

Hier sind zum Abschluss noch die Routen der letzten Tage:

Sassnitz – Wiek

Wiek – Schaprode

Hiddensee

Schaprode – Gingst

Gingst – Stralsund

Zweite Ankunft in Sassnitz/Second Arrival in Sassnitz

Short English Summary: On a rainy day we do our second day of rest in Sassnitz. Yesterday we cycled from Putbus to Sassnitz, which we had already done on Thursday by train. On the way, we crossed several nature reserves, including the „Kleiner Zicker“ a small headland with cliffs. We also saw the spas Sellin and Binz and the huge complex of Prora, a former Nazi spa and later GDR army barracks.

Wir haben mal wieder alles richtig gemacht. Während ich gemütlich im warmen und trockenen Haus unserer Freunde in Sassnitz sitze und diese Zeilen schreibe, schaue ich dem ergiebigen Regen draußen zu und freue mich, heute nicht Fahrrad fahren zu müssen. Wie vorgestern schon geschrieben, sind wir am Donnerstag zwei Abschnitte gefahren, die ursprünglich als zwei Etappen geplant waren, damit wir hier zwei Ruhetage machen können. Nach Konsultation der Wettervorhersage für dieses Wochenende entschieden wir uns, die Ruhetage nicht am Stück zu machen, sondern gestern zu fahren und uns heute noch einmal auszuruhen und damit zum Einen dem Regen zu entgehen, den es jetzt tatsächlich gibt, und zum Anderen auch noch etwas Zeit mit Jens, Charlotte und Niels zu verbringen, die erst gestern Abend hier eingetroffen sind.

So sind wir also gestern zuerst wieder mit dem Zug nach Putbus gefahren, wo wir am Donnerstag aufgehört hatten, und dann wieder nach Sassnitz, diesmal aber mit dem Rad, gefahren, wo wir dann gestern Abend nach einem schönen Tag mit idealem Fahrradwetter, wenig Sonne, milde Temperaturen, kein Regen und wenig Wind, ein zweites Mal angekommen sind.

Während das Wetter sehr gut für uns war, setzte sich die durchwachsene Qualität der Wege von Donnerstag fort. Während wir teilweise selbst daran Schuld waren, wie z.B. kurz nach Anfang unserer gestrigen Tour, wo wir statt der Straße den Waldweg durch das Naturschutzgebiet Goor-Muglitz genommen haben, der aber noch halbwegs gut zu befahren war, gab es an anderen Stellen keine Alternativen, so dass wir ordentlich durchgeschüttelt wurden und manchmal auch eine Vollbremsung im Sand machen mussten. Aber das unangenehmste Stück war ein Stück Straße, das wir nicht umgehen konnten und auf dem gerade am Donnerstag ein Fahradfahrerin zu Tode gekommen ist. Aber auch das haben wir gut überstanden. Eine letzte Herausforderung hielt das Finale der gestrigen Tour noch für uns bereit, als wir hier in Sassnitz über Kopfsteinpflaster vom Hafen den Berg hochfahren mussten, was somit gleich zwei Schwierigkeiten auf einmal bedeutete.

Naturschutzgebiet Goor-Muglitz/Nature Reserve Goor-Muglitz

Aber nicht nur das Wetter war gestern schön, auch die Insel bot uns gestern wieder viel Abwechslung und interessante Fortbewegungsmöglichkeiten. In Moritzdorf gab es eine Ruderfähre über den Baaber Bek, die aber gestern nicht mit einem Ruderboot sondern mit einem Motorboot betrieben wurde, da der Verkehr zu stark war. Aber an manchen Tagen rudert der Fährmann wohl tatsächlich Menschen und Fahrräder mit reiner Muskelkraft die ungefähr 50m von Ufer zu Ufer. Aber auch mit dem Motorboot war es eine schöne Abwechslung.

Fähre über den Baaber Bek/Ferry across the Baaber Bek

Kurz nach der Ruderfähre gab es mal wieder eine dieser kleinen, giftigen Steigungen, die zwar nur 30 Höhenmeter überwinden, das aber auf einer Strecke von nur wenigen hundert Metern, was dann auch eine Steigung von 13% bedeutet, was mittlerweile aber für uns nach all dem Training der letzten Wochen keine Problem mehr bereitet. Belohnt wurden wir dann bei einem Abstecher zum Kleinen Zicker, einer kleinen Landspitze mit schönem Ausblick auf Meer und Felsklippen.

Rügener Berge/Mountains on Rügen
Kleiner Zicker

Zwei weitere Höhepunkte, zumindest was die Topographie betraf (immerhin 70m über dem Meer), erklommen wir dann im Wald zwischen Sellin und Binz, was landschaftlich sehr reizvoll war, aber (siehe oben) schwierig ohne Mountainbike zu bewältigen war. Damit sind wir dann übrigens doch nach Binz und anschließend auch durch Prora gefahren, was mir vorher nicht so ganz klar war. Aber wenn wir einfach die Küste entlang fahren, ist es dann wiederum doch nicht überraschend auch dort vorbei zu kommen. Vor einigen Jahren, als wir noch keine Kinder hatten (ich glaube, Beate war damals gerade mit Nadjeschda schwanger), also vor sehr vielen Jahren, haben wir schon einmal in Binz Urlaub gemacht und waren damals auch in Prora. Ich hatte den auch als „Koloss von Rügen“ (siehe auch Wikipedia) bekannten Gebäudekomplex, der im dritten Reich als KdF-Ferienkomplex angelegt wurde und zur DDR-Zeit als Kaserne genutzt wurde, aber gar nicht mehr so riesig in Erinnerung, jedoch erstrecken sich die übrig gebliebenen Teile auf über 2,5km Länge, während er ursprünglich sogar 4,5km lang war.

Teilkomplex in Prora/Parts of Building Complex in Prora
Ruinen von Prora/Ruins of Prora

Und am Ende des Tages nach dem letzten Anstieg waren wir dann wieder, wie schon am Donnerstag Abend, in Sassnitz, wo wir uns heute freuen, nicht in den Regen raus zu müssen, sondern bei Tee, Spielen und angeregten Gesprächen den Tag verbringen werden. Morgen werden wir dann Sassnitz endgültig verlassen und in drei Tagen die Umrundung der Insel beenden, worin jetzt doch ein Ausflug auf die Insel Hiddensee eingeschlossen ist. Wir haben doch noch eine halbwegs bezahlbare Möglichkeit gefunden mit der Fähre nach Hiddensee und wieder zurück zu kommen und eine entsprechende Übernachtung.

Hafen von Sassnitz/Port of Sassnitz

Die gestrige Tour gibt es in zwei Teiltracks wegen eines technischen Problems bei der Aufzeichnung:

Putbus-Sassnitz (Teil 1)

Putbus-Sassnitz (Teil 2)

Ein Inselruhetag/A Day of Rest on the Island

Short English Summary: Today we make another day of rest. Yesterday we cycled from Barth over Stralsund to Putbus on the Island of Rügen, which is the biggest German island. Here we stay a couple of days with friends and do some more trips around the island. Over two third of our tour through Germany is done, we will need only about two weeks to our final destination.

Nachdem wir den gestrigen Abend mit Manuela und ihren Eltern damit verbracht haben, Geschichten aus der untergegangenen DDR auszutauschen, wobei ich mangels Erfahrung eher Zuhörer war, melde ich mich jetzt zu ungewohnter Zeit am frühen Nachmittag mit meinem Tagesbericht. Bevor ich heute zum Schreiben kam, haben wir jedoch erst einmal Ruhetagsaktivitäten absolviert, wie Wäsche waschen, Fahrräder auf Vordermann bringen und einkaufen, und administrative Tätigkeiten erledigt, wie z.B. Rechnungen bezahlen, die auch im Urlaub eintreffen. Außerdem habe ich mir einen neuen Helm gekauft, nachdem bei meinem alten Rissspuren zu sehen waren. Jetzt sind wir wieder bereit, morgen zu unserer nächsten Tour über die Insel Rügen zu starten, auf der wir seit gestern sind.

Obwohl wir jetzt seit fast drei Wochen an Nord- oder Ostsee entlang fahren ist Rügen tatsächlich die erste Insel, die wir befahren, da wir die nordfriesischen Inseln links liegen gelassen haben und uns auch die eigentlich vom Ostseeküsten-Radweg vorgesehene Tour über Fehmarn gespart haben. Dafür werden wir hier gleich 6 Tage, inkl. zweier Ruhetage, bleiben, schließlich ist Rügen die größte deutsche Insel, deren Umfahrung 4 Tage braucht und außerdem Wohnort unserer Freunde Manuela und Jens ist, weswegen wir gleich zwei Ruhetage, nämlich heute und am Sonntag, eingeplant haben. Der Ruhetag am Sonntag war eigentlich so nicht vorgesehen, da aber die gestrige Etappe mit knapp unter 50km doch eher kurz gewesen wäre, und die ursprünglich für morgen eingeplante mit noch nicht einmal 40km sehr kurz gewesen wäre, haben wir beide kurzerhand zu einer Tour von fast 90km zusammengelegt, was gerade noch in unserem Tagespensum liegt, und uns damit noch einen weiteren Ruhetag am Sonntag verschafft, an dem wir dann auch Jens treffen können, der im Moment gerade nicht zuhause ist.

Bevor wir gestern nach Rügen kamen, sind wir aber erst einmal von Barth bis Stralsund gefahren, was zwar eine schöne Tour bei weiterhin angenehmem, nicht zu heißem Sommerwetter war, worüber es aber nicht viel zu berichten gibt, außer dass wir immer wieder schöne Ausblicke auf den Bodden oder die Ostsee hatten und gut vorankamen, da es so gut wie keine Steigungen gab und auch der Wind uns nicht unangenehm aufgefallen ist. Durch Stralsund sind wir einfach nur durchgefahren, da wir am Dienstag nach unserer Umfahrung von Rügen noch einmal durch Stralsund kommen werden und dann auch dort übernachten werden.

Blick auf Stralsund/View to Stralsund

Nach Passieren des Rügendamms waren wir dann auf der Insel und haben uns, wie oben schon erwähnt, entschieden noch bis Putbus weiter zu fahren. Auf der Insel hat sich die Landschaft mal wieder signifikant geändert: Während die letzten Tage fast komplett flach waren, wurde es auf Rügen wieder zunehmend hügeliger und auch erst einmal kein Wald mehr, sondern riesige Felder ohne Schatten, was dann doch etwas anstrengend war bei der heißen Augustsonne. Und auch der Straßenbelag oder besser die Oberfläche des Weges, denn von Straße konnte man nur selten reden, hat sich wieder start geändert bzw. wurde sehr vielfältig. Das Stück von Barth nach Stralsund war bis auf ein paar Stücke Kopfsteinpflaster in Barth und Stralsund doch weitgehend asphaltiert, während auf Rügen von gut ausgebauten, asphaltierten Radwegen bis vollkommen unbefestigten Waldwegen und geschotterten Feldwegen alles vorhanden war. Aber am beängstigendsten waren die schmalen Landstraßen mit gutem Belag, die aber sehr stark von riesigen Traktoren mit großen Anhängern befahren wurden, vor denen man kaum ausweichen konnte. Und just gestern wurde hier in der Nähe von Sassnitz tatsächlich eine Radfahrerin von einem Traktor tot gefahren, was uns zeigte, dass unsere Angst nicht ganz unbegründet war. Dann lieber doch völlig kaputte Wege, auf denen man kaum vorankommt, als lebensgefährliche gut asphaltierte Straßen. Wir sind aber glücklicherweise gut in Putbus angekommen, von wo wir dann mit dem Zug nach Sassnitz gefahren sind und von wo wir dann morgen wieder mit dem Rad noch einmal nach Sassnitz fahren werden. Das hört sich etwas umständlich an, ermöglicht uns aber die Zeit hier in Sassnitz bei Freunden zu verbringen und nicht zuletzt die leidige Quartierssuche, die doch immer einen gutes Quäntchen Zeit beansprucht und meist nicht mit einem Schnäppchen endet, zu umgehen.

Brücke nach Rügen/Bridge to Rügen

Aber immerhin sind wir jetzt schon nach einem Monat in Rügen angekommen und haben immer, auch hier an der Ostsee in der Hochsaison, noch eine halbwegs bezahlbare Unterkunft gefunden, wovon wir nicht so überzeugt waren, als wir vor jetzt über einem Monat in Heidelberg gestartet sind. In diesem Monat haben wir jetzt insgesamt 2100km mit dem Rad zurückgelegt, waren an 28 Tagen auf dem Rad und sind dabei durch 8 Bundesländer gekommen, haben unzählige Welterbe und andere schöne Städte und Landschaften gesehen, sind durch Nationalparks gefahren und konnten ein sehr guten Einblick in die Vielfalt Deutschlands gewinnen (siehe auch unsere Komoot-Collection).

Unsere gemachten Touren in der Übersicht/Overview of our done trips

Und sind noch nicht am Ende. Gestern haben wir jedoch festgestellt, dass wir gar nicht mehr so viele Etappen vor uns haben, in gut zwei Wochen können wir an unserem Ziel in Ostritz sein, eine halbe Woche früher als ursprünglich gedacht. Das liegt vor allem daran, dass wir Hamburg, entgegen unseren ursprünglichen Planungen, übersprungen haben, damit Beate besser nach Heidelberg kam, und an manchen Tagen, wie gestern, doch mehr gefahren sind, als ursprünglich gedacht.

Aber vielleicht ergibt sich unterwegs auch noch die Chance für einen lohnenswerten Umweg, für den wir jetzt auch noch Zeit hätten. Eine Idee war, einen Abstecher nach Hiddensee zu machen, angesichts der damit verbundenen Kosten für Fähre und Unterkunft haben wir davon jedoch wieder Abstand genommen. Aber vielleicht findet sich auch noch etwas anderes.  Das ist der Vorteil, wenn man noch nicht alles bis ins Details im Voraus geplant hat, man hat immer mal wieder die Möglichkeit, neue Ideen umzusetzen.

Bevor ich meinen Zweitagesbericht beende noch eine kleine Ergänzung in der Rubrik lustige Ortsnamen: Gestern sind wir durch den kleinen Ort „Schabernack“ gefahren und das war tatsächlich kein Witz (siehe oben).

Das Ende von Schabernack/“See you“ in the village Schabernack (Schabernack means joke in German)

Zu allerletzt wie immer die gestrige Tour als Komoot-Track zum Nachradeln.