Nass in Polen/Wet in Poland

Short English Summary: Today we cycled from Lubmin to Swinemünde (Świnoujście) on the island of Usedom which is divided between Germany and Poland. Unfortunately, we had a lof of rain and had to struggle with some badly indicated deviations, but arrived at the end luckily in Swinemünde, from where we will start the last part of our tour, the Oder-Neiße-Trail along the German-Polish border.

Nun sind wir nach reichlich zwei Wochen am Ende des (deutschen Teils des) Ostseeküsten-Radwegs angekommen (der komplette Weg führt übrigens über 8000km rund um die ganze Ostsee über Russland, Litauen, Letland, Estland, Finland und Schweden) und haben zum zweiten Mal auf unserer Tour eine deutsche Grenze zu einem Nachbarland, nämlich Polen, überschritten. An dieser Grenze, auch bekannt unter dem Namen Oder-Neiße-Grenze, werden wir jetzt die nächsten acht Tage mehr oder weniger direkt entlangfahren. Dabei weiß ich gar nicht, ob wir sie auch noch einmal überschreiten werden oder ob wir ab morgen dann immer in Deutschland bleiben werden. Das werden wir dann von Tag zu Tag sehen. Aber da es an Oder und Neiße mehrere Städte gibt, die einen deutschen und einen polnischen Teil haben, kann ich mir schon vorstellen, dass wir zumindest gelegentlich auch die Fluss-Seiten wechseln werden. Heute jedenfalls übernachten wir in Swinemünde, kurz hinter der deutsch-polnischen Grenze auf Usedom, da auf der deutschen Seite in Ahlbeck und Heringsdorf die noch verfügbaren Unterkünfte viel zu teuer für uns waren.

Grenze zwischen Polen und Deutschland auf Usedom/Border between Poland and Germany on Usedom

Jetzt sitzen wir also in unserer Pension in Swinemünde, haben gerade gut zu Abend gegessen und sind zum Glück wieder trocken. Während nämlich ganz Deutschland unter einer Hitzewelle zu leiden scheint, gibt es hier frischen Wind, kühlendenden Regen und angenehme Temperaturen um die 20°C. Da lässt es sich doch viel angenehmer radeln als bei Hitze und prasselndem Sonnenschein. Wobei, um ehrlich zu sein, so richtig angenehm war es heute natürlich doch nicht. Ein bisschen weniger Wind, der teilweise schon fast stürmig war und leider nicht immer von hinten kam, und vor allem weniger Regen hätten den Tag noch viel angenehmer machen können. Während wir den ersten Regenguss noch halbwegs gut in einem trockenen Supermarkt überstanden, wurden wir später, als es richtig loslegte und so schnell nicht mehr aufhörte, doch mal wieder so richtig nass. Zu allem Überfluss mussten wir an der Pension auch noch draußen im Regen warten, bis uns endlich jemand öffnete. Gerade als wir dachten, endlich ins Trockene zu kommen, war dies besonders frustrierend, kalt und nass im Regen warten zu müssen. Aber zum Glück kam dann doch relativ schnell jemand und wir konnten unsere nassen Klamotten ausziehen und abtropfen lassen. Hoffentlich sind sie bis morgen wieder trocken.

Gestern Abend waren wir noch in der Ostsee baden und haben noch den schönen Sonnenuntergang in Lubmin bewundert und heute sind wir durch Regen gefahren. So unterschiedlich können die Tage sein. Aber auch die Orte am Weg sind sehr unterschiedlich, auch wenn sie sich alle Ostseebad nennen. Lubmin, wo wir gestern waren, hat mir zum Beispiel viel besser gefallen als viele andere, obwohl es nicht so bekannt ist und auch nicht so tolle Bäderarchitektur besitzt, wie die Bäder hier auf Usedom, die schon beeindruckend sind, mit den vielen an kleine Paläste erinnernden Gebäuden. Aber vielleicht deswegen ist es nicht so überlaufen und hektisch wie die anderen Bäder, was es für mich zu meinem Geheimfavoriten macht, obwohl ich wahrscheinlich trotzdem keine Lust hätte, dort einen längeren Urlaub zu verbringen.

Sonnenuntergang vor Lubmin/Sunset in Lubmin

Heute konnten wir zu unserer Rubrik „wirre Umleitungen“ wieder ein Beispiel hinzufügen. In Wolgast war der Radweg auf der einen Seite der Peenebrücke gesperrt, weswegen der Radverkehr auf der anderen Seite entlang geleitet wurde. Leider war das erste Umleitungsschild so unklar, dass wir erst einmal falsch fuhren, dann aber die richtige Umleitung fanden, die aber plötzlich vor einer Treppe auf die Brücke endete. Wir mussten also unsere Räder allen Ernstes mit Gepäck die Treppe hochtragen. Ich frage mich, wie das andere Leute machen sollen, die vielleicht noch mit schweren E-Bikes unterwegs sind und nicht mehr so viel Kraft haben, ein Rad eine Treppe hochzutragen. Da hätte sich bestimmt auch eine bessere Lösung finden lassen. Wir trugen also unsere Räder die Treppe hoch, fuhren über die Brücke und waren dann auf Usedom.

Peenestrom in Wolgast

Dort angekommen fühlten wir uns ein bisschen wie in einem Katastrophenfilm: Ein heftiger Wind wehte uns entgegen, der allerhand Staub aufwirbelte, und eine schier endlose Schlange von Autos kam uns entgegen, die die Insel verlassen wollten. Es machte den Eindruck, ein Riesensturm kommt auf und alle versuchen noch im letzten Moment der Katastrophe zu entkommen. In Wirklichkeit war es aber wohl nur der übliche Rückreiseverkehr am Wochenende und hatte nichts mit dem Wetter zu tun. Und wir freuten uns, dass wir nicht in dem Stau stehen mussten, sondern einfach daran vorbeifahren konnten. Leider haben wir vor lauter Freude übersehen, dass wir gar nicht an der Straße entlang fahren mussten, sondern schon gleich am Anfang hätten abbiegen müssen. Deshalb mussten wir dann wieder einen Kilometer zurückfahren, um zu dem schönen Weg durch die Küstenwälder von Usedom zurückzukommen. Dieser Weg war sehr abwechslungsreich und bot auch ein paar kleine sportliche Herausforderungen, ständig ging es auf und ab, und an zwei Stellen gab es sogar 16% Steigung, aber immer nur ganz kurz, so dass man mit etwas Schwung gut hochkommen konnte.

Stau vor Wolgast/Traffic Jam in front of Wolgast

Unsere Mittagspause haben wir übrigens in Kölpinsee verbracht, wo meine Tante vor einigen Jahren einen Urlaub verbracht hat, was sie uns heute Morgen noch erzählt hat. Deshalb, liebe Margot, hier noch ein spezielles Bild für dich vom Kölpinsee:

Der Kölpinsee auf Usedom/Kölpinsee on the island of Usedom

Überhaupt gab es heute wieder Gelegenheit an verschiedene Urlaube der Vergangenheit zu denken, wie zum Beispiel Beates traumatische Kinderkur in Zinnowitz oder unser weniger traumatische Urlaub im gleichen Ort mit Nadjeschda (damals hatten wir noch nur ein Kind) und der Familie von Beates Bruder. Beates Schwester war zur gleichen Zeit dort mit ihrem Sohn Jakob zu einer Kur. Von diesem Urlaub gibt es zwei ikonische Erinnerungen in unserer Familie: Einmal, dass Jakob ständig brechen musste, weil er nie rechtzeitig aufhören konnte zu essen, und zum anderen eine Paddeltour auf dem Achterwasser, von dem es ein Bild mit Klara und Nadjeschda in voller Montur im Paddelboot gibt. Und noch ein weiterer Urlaub kam uns in Erinnerung: Vor einigen Jahren haben Beate und Sanja Urlaub auf Usedom gemacht und Sanja war dabei Reiten.

Morgen beginnt dann der fünfte und letzte Abschnitt unserer Deutschlandtour mit der ersten Etappe auf dem Oder-Neiße-Radweg bis Anklam, wo wir mal wieder einen Ruhetag einlegen werden. Aber bis dahin stehen uns noch 70km bei hoffentlich besserem Wetter als heute bevor.

Hier ist noch unsere heutige Tour wieder wegen eines technischen Problems in zwei Teile aufgeteilt:

Lubmin – Swinemünde (Teil 1)

Lubmin – Swinemünde (Teil 2)

Kopfsteine ohne Ende/Cobblestones without End

Short English Summary: After we left the island of Rügen yesterday, we went onshore from Stralsund via Greifswald to Lubmin. A big part of our stage today led over a cobbled road, which was hard to travel on, but nevertheless a wonderful alley with a lot of old trees. In addition, we saw the nature reserve Lanken and took a bath in the Greifswalder Bodden, a part of teh Baltic Sea.

Blick aus unserem Hotelzimmer auf Rügen und Greifswalder Bodden/View from our hotel room to Rügen and Greifswalder Bodden

Mit Blick auf den Greifswalder Bodden und Rügen schreibe ich heute meinen Tagesbericht aus Lubmin, dem Endpunkt unserer heutigen Etappe. Auch wenn wir gestern Rügen verlassen haben, lässt es uns noch nicht so richtig los, von Stralsund aus haben wir es natürlich gesehen, aber auch unterwegs heute konnte man es immer wieder sehen. Aber morgen werden wir dann auf Usedom sein, dann werden wir Rügen endgültig hinter uns gelassen haben.

Blick nach Rügen vom Naturschutzgebiet Lanken/View to Rügen from Nature Reserve Lanken

Unsere erste Zwischenstation auf dem Weg nach Lubmin war Greifswald, aber der Weg dorthin war alles andere als ein Zuckerschlecken. Denn er führte auf einer wunderschönen Allee mit alten Bäumen entlang, deren einziger aber entscheidender Nachteil für uns der Straßenbelag war, der aus historischem Kopfsteinpflaster bestand. So sind wir also 15 km auf Kopfsteinpflaster nach Greifswald gehoppelt, was zwar nicht ganz so schlimm war wie befürchtet, aber trotzdem ganz schön anstrengend. Leider habe ich dabei mal wieder ein Teil meines Fahrrads verloren, diesmal die Abdeckung meiner Federgabel, was aber wahrscheinlich nicht wesentlich für die Funktion ist, außer dass ich die Dämpfung jetzt nicht mehr justieren kann, was ich aber sowieso nie gemacht habe. Anstatt der Abdeckung habe ich jetzt ein Stück Panzertape darübergeklebt, damit kein Dreck eindringen kann. Wenn wir mal bei einem Radladen vorbei kommen, kann ich mal nachfragen, ob sie ein Ersatzteil haben.

Allee zwischen Stralsund und Greifswald/Alley from Stralsund to Greifswald

Nach Greifswald war der Weg dann erst einmal wieder gut zu befahren und führte weiterhin schön auf dem alten Treidelpfad am Ryck, der Fluss an dem Greifswald liegt, nach Wiek, wo der Ryck in den dänischen Wiek mündet. Diesen umrundeten wir und durchfuhren dann noch das Naturschutzgebiet Lanken, was auch sehr schön war, aber eigentlich gar nicht erlaubt war, da dort der Radweg gerade neu gemacht wird und deswegen gesperrt war. Aber wir sind dann einfach durch die Baustelle gefahren, da wir lieber dort langfahren wollten als über die Straße.

Treidelpfad am Ryck/Towpath alongside river Ryck

Jetzt sind wir, wie schon erwähnt, in Lubmin eines der vielen Seebäder an der Küste, das auch in der Vergangenheit als Standort des größten DDR-Kernkrafwerks „Greifswald“ bekannt war, das immer sich immer noch im Rückbau befindet. Diesem haben wir aber keinen Besuch abgestattet, sondern stattdessen ein Bad im Greifswalder Bodden genommen, da der Strand und die Seebrücke von Lubmin direkt vor unserem Hotel sind.

Seebrücke von Lubmin/Pier of Lubmin

Und hier noch unsere heutige Tour auf Komoot: Stralsund-Lubmin.

Ein ruhiger Ostseetag/A peaceful Day at the Baltic Sea

Short English Summary: Today was a peaceful day at the Baltic coast, on which we cycled from Wismar to Warnemünde, one the many spas here. The weather was splendid and we enjoyed the whole day and the wonderful sceneries.

Hafen von Warnemünde/Port of Warnemünde

Wahrscheinlich wird es heute ein eher kurzer Artikel werden, da heute eigentlich nicht viel Berichtenswertes passiert ist, was nicht heißt, dass es heute langweilig war, aber es war einfach ein ruhiger, entspannter Tag. Es gab immer wieder schöne Ausblicke. z.B. auf die Insel Poel, auf das Salzhaff und natürlich auf die Ostsee, die Steigungen hielten sich in Grenzen, Wind gab es auch kaum und selbst die Sonne, die den ganzen Tag ununterbrochen schien, sorgte nicht für zu große Hitze. Wir fuhren gemütlich und entspannt unseren Weg und waren am frühen Nachmittag schon in Warnemünde, was aber, wie auch die anderen Ostseebäder, die wir heute passierten, wie Kühlungsborn und Heiligendamm, alles andere als ruhig war, sondern voller Menschen, die um die Wette Fischbrötchen und Ostsee–Souvenirs kauften.

Unser Hotel in Wismar/Our Hotel in Wismar, called „Kittchen“ (prison)

Nachdem wir uns aus unserem Kittchen haben entlassen lassen, fuhren wir noch ein Stück durch Wismar, dann halb um die Insel Poel auf dem Festland herum, bevor wir dann durch Rerik kamen, wo wir, wie gestern schon erwähnt, vor vielen Jahren schon einmal Urlaub gemacht hatten. Ich hatte den Eindruck sogar ein paar Dinge dort wieder zu erkennen.

Noch ein Blick auf Poel/Another View to Poel

Da ich vor einiger Zeit über die Qualität des Radwegs und vor allem über die Beschilderung von Umleitungen geschimpft habe, muss ich heute ganz im Gegenteil ein Lob aussprechen. Seit wir in Mecklenburg fahren, war der Ostseeküsten–Radweg fast immer in sehr gutem Zustand, meist asphaltiert oder mit festem Kies und nur hin und wieder, vor allem in Wismar, Kopfsteinpflaster. Und außerdem war die Umleitung, die wir heute wegen eines Hangrutsches an der Küste machen mussten, vorbildlich ausgeschildert. Übrigens war die Baustelle, die mich auf dem Weg nach Eckernförde am Freitag so aufgeregt hat, sogar schon in unserem bikeline-Radführer mit Umgehung beschrieben, wie auch die heutige Umfahrung, so dass nichts schiefgehen konnte.

Genießen der Aussicht/Enjoying the View

Wir kamen heute so gut und zügig voran, dass wir neben unserer obligatorischen Mittagspause noch eine kleine Zwischenpause an einem idyllischen Plätzchen mit grandiosem Blick auf die Ostsee bis Fehmarn kurz vor Warnemünde machen konnten und einfach den schönen Tag genossen haben, bevor wir uns wieder in den Trubel gestürzt haben.

Morgen wird es wahrscheinlich so weitergehen wie heute, wettermäßig sicherlich, und auch landschaftlich vermute ich. Wir werden durch Graal-Müritz fahren, wo ich mit Edina und Sanja vor mittlerweile 16 Jahren zur Kur war und dann über Darß und Zingst nach Barth fahren, wo wir übernachten werden.

Zum Schluss mal wieder der Komoot-Track von heute.

Überholen ohne einzuholen/Passing without Catching up

Short English Summary: Since I didn’t have time yesterday to write something because we spent a lot of time on planing the next days, I summarize two days today. Yesterday we went from Kiel to Gremersdorf, a small village on the highway to the island of Fehmarn, and today from Gremersdorf to Neustadt in Holstein. We had two days of good weather with sunshine and no rain. Today, Beate and me cycled partly different ways because the planned way was to long for Beate so that she did a shortcut. I cycled about 20km more and had a challange to catch her up which I failed, but then realized that I passed her nevertheless. The night we stay at Neustadt, a beautiful small town near the Baltic Sea.

Während Beate ihren obligatorischen Sonntagabend-Tatort schaut, versuche ich noch ein paar Gedanken und Erlebnisse über die letzten beiden Tage aufzuschreiben. Den gestrigen Abend nutzten wir mal wieder zu weiteren Planung unserer Reise, die jetzt bis nächsten Montag weitgehend steht. Leider stellte sich das wieder als nicht so einfach dar, zum einen, weil nur noch wenige bezahlbare Quartiere dort frei sind, wo wir sie gerne hätten, zum anderen, weil dann auch noch solche Zusatz-Erschwernisse wie am nächsten Wochenende nicht fahrende Fähren auf Rügen hinzukommen. Letzteres mag für Autofahrende ärgerlich sein, wenn man 50km Umweg machen muss, für uns als Radfahrende ist das aber ein k.o.-Kriterium, weil dann plötzlich die mit 80km geplante Tour 130km lang wird. Deshalb mussten wir die Abfolge unserer Rügen-Etappen umdrehen. Wir fahren jetzt nicht im Uhrzeigersinn um Rügen, sondern im Gegenuhrzeigersinn und hoffen, dass dann die Reparatur an der Fähre, wie angekündigt, am Montag Nachmittag fertig ist und wir sie am Dienstag Morgen nützen können.

Diese ganze Planerei und Umplanerei hat uns dann den ganzen gestrigen Abend gekostet, obwohl wir in Ermangelung von Alternativen in Gremersdorf sowieso nichts anderes machen konnten. Das Hotel in Gremersdorf war wieder eine dieser Überraschungen, die wir immer mal wieder auf unserer Reise erleben, diesmal aber eher eine negative, nach den vielen positiven. Eigentlich hatten wir uns ein kleines gemütliches Dorfhotel vorgestellt, fanden dann aber ein unpersönliches Autobahnhotel mit überfordertem und überlastetem Personal vor, in dessen Restaurant (das einzige im Dorf) ist bis auf Vorspeisen nichts vegetarisches zu essen gab. Außer dem Hotel, einer Tankstelle und einem Autohaus gab es in diesem Dorf nichts weiteres, so dass wir nach dem schnellen Abendessen genügend Zeit für unsere Planung hatten. Aber wie schon erwähnt, hat das dann so lange gedauert, dass ich zu müde war, um noch etwas zu bloggen.

Neustadt in Holstein

Heute dagegen sind wir in Neustadt in Holstein, ein süßes, kleines Städtchen, das im Gegensatz zur Nachbarstadt Grömitz, in der wir ursprünglich übernachten wollten, nicht so überlaufen ist und in dem wir ein Brauhaus gefunden haben, in dem wir gut Abend essen konnten. Und trotz unseres Stadtbummels habe ich jetzt noch ein bisschen Zeit, euch zu erzählen, was wir so erlebt haben.

Hafen von Neustadt/Harbor of Neustadt

Aber generell ist die Ostseeküste eine eher ambivalente Sache, auf der einen Seite landschaftlich sehr reizvoll, abwechslungsreich, mit Sandstränden am Meer, sanften Hügeln im Binnenlanden, schönen Städten, aber auf der anderen Seite hoffnungslos überlaufene Ostseebäder mit riesigen Hotel- und Ferienwohnungskomplexen und Trubel ohne Ende. In Heiligenhafen konnte man z.B. sehen, dass Plattenbauviertel wahrlich kein Alleinstellungsmerkmal von osteuropäischen Städten sind, wenn sie auch im Osten eher noch größer sind.

Blick auf Heiligenhafen/View to Heiligenhafen

Grömitz scheint auch eher in die Rubrik überlaufenes Ostseebad zu fallen, während Neustadt, wie schon gesagt, eher übersichtlich und ruhig ist, aber deswegen haben wir hier auch noch ein halbwegs bezahlbares Hotel gefunden, was in Grömitz nicht möglich war. Der Nachteil dabei war nur, dass wir deswegen 20km mehr als ursprünglich geplant fahren mussten, was sich dann am Ende mit einigen zusätzlichen Kilometer aufgrund von Verfahren zu 100km summierte. Glücklicherweise gab es für Beate aber eine Abkürzung, da der Hinweg zur Fehmarnsuntbrücke nur 200m vom Rückweg entfernt verlief, so dass Beate die Abkürzung nehmen konnte, während ich noch bis zur Fehmarnsuntbrücke gefahren bin, was ungefähr 20km mehr waren. Für mich hatte das auch den Vorteil, dass ich heute mal mein eigenes Tempo fahren konnte, ohne auf Beate warten zu müssen. Da ich so schneller als sie war, rechnete ich damit, sie ungefähr nach 2 1/2h wieder einzuholen. Als ich nach dieser Zeit Beate noch nicht eingeholt hatte, rief ich sie an, um herauszufinden, wo sie wäre, und musste dabei feststellen, dass ich sie schon überholt hatte, ohne sie eingeholt zu haben. Wahrscheinlich sind wir geringfügig unterschiedliche Wege gefahren, so dass wir uns nicht gesehen haben. So habe ich dann noch ein paar Minuten gewartet, bis Beate wieder bei mir war.

Fehmarnsunt mit Brücke/Fehmarnsunt and Bridge

Während ich am Freitag so frustriert ob des schlechten Wetters war, haben die letzten beiden Tagen mich wieder versöhnt: Kein Tropfen Regen (zumindest am Tag, letzte Nacht hat es ziemlich viel geregnet), Sonnenschein und zumindest gestern Wind aus der richtigen Richtung. Heute dagegen war der Wind teilweise ziemlich heftig, vor allem ein langes Stück auf dem Deich, auf dem wir voll im Wind waren, mussten wir ganz schön gegen den Wind ankämpfen.

So, jetzt ist der Tatort gleich fertig und auch ich mit meinem heutigen Artikel. Morgen werden wir nach Wismar fahren, wo wir in einem ehemaligen Gefängnis übernachten werden. Ich bin gespannt, wie das sein wird. Zum Abschluss noch wie immer unsere heutige Tour bzw. meine Tour, Beates ist ohne den Schlenker zum Fehmarnsunt: Gremersdorf-Neustadt, und auch noch die von gestern: Kiel-Gremersdorf.