Short English Summary: Today we reached the threshold of 2000km on our tour through Germany. We travelled from Warnemünde, near Rostock, over Fischland-Darß-Zingst to Barth, a small, nice town at the coast of one of the Boddens (briny bodies of water at the Baltic coast), for which the federal state of Mecklenburg-Vorpommern is famous.
Ich befürchte, heute wird es eher wieder ein kurzer Bericht werden, da ich doch schon recht müde bin und mir die Konzentration schwer fällt. Aber da es insgesamt wieder ein so schöner Radfahrtag war, möchte ich doch ein paar Zeilen schreiben. Dabei fing der Tag etwas zäh an, da es in unserem Hotel in Warnemünde zwei Frühstücksschichten gab und wir uns für die spätere entschieden haben, um nicht beim gemütlichen Frühstücken den Teller unter dem Mund weggezogen zu bekommen und wir deshalb erst nach 10 Uhr mit Frühstück fertig waren. Bis wir dann unsere Taschen gepackt hatten, noch ein bisschen Wasser und Obst eingekauft hatten, die vergessenen Handschuhe von Beate im Hotel noch abgeholt hatten und mit der Fähre über die Warnow gefahren waren, war es schon fast 12 Uhr, als wir endlich die heutigen fast 80km in Angriff nehmen konnten.

Das erste Stück ging dann heute hauptsächlich durch Wald, die Rostocker Heide, bis nach Graal-Müritz, womit ich wieder Erinnerungen verbinde. Denn dort war ich mit Edina und Sanja 2008 zur Kur gewesen, aber das habe ich, glaube ich, gestern schon erwähnt. Ich konnte mich auch noch ein bisschen an die Gegend dort erinnern und besonders an den Kampf, den ich mit den beiden immer ausfechten musste, wenn wir an den Strand gehen wollten, der vielleicht 1km vom Kurheim entfernt war. Da zu der Strecke auch oft noch unangenehmer Gegenwind hinzukam, wollten die beiden nie so richtig und ich musste alle meine Überzeugungskraft aufwenden, um sie zu überreden, doch mitzukommen. Aber viel anderes konnte man dort nicht machen, als wenigstens einmal am Tag einen kleinen Spaziergang zum Strand oder in den Wald zu machen. Aber ich kann mich auch an verschiedene Ausflüge am Wochenende erinnern, in den Zoo nach Rostock, zum Vogelpark in Marlow und eine Schifffahrt auf der Ostsee. Und dass Sanja immer einfach in das Schwimmbecken gesprungen ist, obwohl sie noch gar nicht schwimmen konnte (sie war damals fast drei jahre alt), darauf vertrauend, dass ich sie schon wieder rausfischen werde, was ich natürlich auch tat, aber anstrengend war das schon, weil man sie keinen Moment aus den Augen lassen durfte.

Nach Graal-Müritz fuhren wir wieder an der Ostsee entlang aber weiterhin durch den Küstenwald bzw. durch das Ribnitzer Moor. Während ich aber gestern noch die Beschaffenheit des Radwegs gelobt habe, habe ich das getan, bevor ich mir die heutige Strecke angeschaut hatte. Ich hatte mich zwar schon gewundert, warum Komoot sie als schwer klassifiziert hatte, während sie nicht übermäßig lang, noch mit großen Steigungen ausgestattet war (ganz im Gegenteil, sie war fast durchgängig flach), aber in die Schwierigkeit geht auch die Untergrundbeschaffenheit ein und da war heute alles vertreten, von einfach zu fahrendem Asphalt, über auch noch akzeptablen Kies, und weniger schönen Kopfsteinpflaster, uralten Betonplatten, Schotter, Waldwegen und Sand. Teilweise wurden wir ganz schön durchgeschüttelt, aber wenigstens sind die großen Dreckklumpen von unseren Rädern dabei auch abgeschüttelt (und durch eine Staubschicht ersetzt) worden.

Die zweite Hälfte unserer Etappe führte uns dann über Fischland, Darß und Zingst mittenhinein in die Vorpommersche Boddenlandschaft, die auch Nationalpark ist und ein Paradies für Vögel und ihre Beobachter*innen. Zum Vögelbeobachten hatten wir aber keine Zeit, konnten aber das Fahren auf dem schmalen Landstreifen zwischen Ostsee und Bodden genießen. Besonders bei so schönem Wetter sind die Farben ein Fest für die Augen: Das Blau des Himmels und des Wassers, das Grün der Wiesen und Wälder, das gelbe Glitzern der Blumen, das Rot der Backsteinhäuser und das Weiß des Sandes. Schade, dass ich auch nicht so richtig Zeit hatte, um das in Fotos angemessen abzubilden.
Unser Tagesziel war mit Barth wieder auf dem Festland, noch eine dieser vielen kleinen, nicht so bedeutenden, aber doch auch schönen Städte, die wir auf unserer Tour kennengelernt haben. Außerdem ist Barth wegen der Barther Bibel bekannt, eine Bibel in Niederdeutscher Sprache aus dem 16. Jh.

Morgen geht es dann weiter nach Rügen, wo wir unsere Freunde Manuela und Jens besuchen werden und auch mal wieder einen Ruhetag einlegen werden. Aber vorher noch unsere heutige Tour: Warnemünde-Barth. Übrigens sind wir jetzt insgesamt über 2000km gefahren, haben also schon ungefähr 2/3 unserer gesamten Deutschlandtour geschafft.
