Geschafft/Done

Short English Summary: Today we did the last stage of our big tour through Germany. We arrived at Ostritz, the home town of Beate. Before we saw some „easternmost“ places of Germany: The easternmost small town (Rothenburg), the easternmost city (Görlitz, very beautiful), the easternmost point etc. Many things are called „easternmnost“ here. On one of the following days we will do an additional tour to the source of the river Neiße in the Cech republic, which will really conclude our journey.

Das ist wohl mein letzter Bericht auf dieser Tour, da wir gestern endlich an unserem Ziel angekommen sind, nämlich in Beates Heimatstadt Ostritz. Diese letzte Etappe war mit insgesamt etwas über 90km noch einmal eine von den längeren. Aber sie wurde uns im wahrsten Sinne versüßt von einem Kaffee-Aufenthalt in Görlitz bei Beates Bruder mit Monis leckerem Zupfkuchen. Und, entgegen unseren Befürchtungen von Samstag, hat der große Regen mit Gewitter gewartet bis wir sicher und trocken im Haus von Beates Mutter waren. Alles in allem war es also ein gelungener Abschluss unserer großen Deutschlandtour.

Östlichster Punkt Deutschlands/Easternmost Point of Germany

Vor allem auch deswegen, weil es an der Strecke auch noch so einiges zu sehen gab, besonders die „östlichsten Punkte“ haben sich gehäuft: Ohne Anspruch auf Vollständigkeit sind wir gestern durch die östlichste Kleinstadt Deutschlands (Rothenburg/Oberlausitz),  die östlichste Stadt (Görlitz) mit der östlichsten Brauerei (nicht Landskron, sondern die Obermühle in Görlitz), den östlichsten Punkt (zwischen Deschka und Zentendorf) und die östlichste Ortschaft (Zentendorf) gefahren, wobei fast alle diese Orte auch noch mehr zu bieten haben als diesen etwas zufälligen Superlativ. Auf alle Fälle merkt man, dass wir jetzt im äußersten Osten Deutschlands angekommen sind.

Die östlichste Kleinstadt Rothenburg/The Easternmost Small Town Rothenburg

Da, wie schon erwähnt, für gestern großer Regen und Gewitter angekündigt waren, die vor allem gegen Nachmittag immer stärker werden sollten, sind wir gestern für unsere Verhältnisse recht früh aufgestanden (außerdem gab es in der Pension sowieso nur von 8 bis 9 Uhr Frühstück),  so dass wir schon gegen 9 Uhr losfahren konnten. Zu unserer Überraschung war das Wetter aber erst einmal schön, d.h. zumindest ohne Regen dafür schon recht warm und schwül, so dass es also losging wie auch an den Tagen zuvor. Der Weg war auch wieder ausgezeichnet, führte immer mal wieder durch schattige, kühle Waldabschnitte mehr oder weniger nahe an der Neiße entlang. Im Unterschied zu den vorherigen Tagen gab es vielleicht mehr kurze aber knackige Steigungen, die wir aber auch gut bewältigen konnten. Als wir etwas von der Neiße wegfahren mussten, gab es eine kleine Unsicherheit über den Weg (ich war gerade etwas vorgefahren), die sich aber mit einem Anruf, GPS und Komoot lösen ließ.

Durch das Neißetal/Through the Valley of the River Neiße

Die erste nennenswerte Stadt nach Bad Muskau war dann das schon erwähnte Rothenburg, das neben dem Prädikat „östlichste Kleinstadt“ auch noch über einen schönen Marktplatz mit Rathaus und Kirche verfügt. Von dort sind wir dann an der „Geheimen Welt von Turisede“ (ehemals Kulturinsel Einsiedel), einem „Abenteuerfreizeitpark“, vorbeigekommen, der sich nahe dem östlichsten Ort Deutschlands Zentendorf befindet. In Zentendorf haben wir dann noch in Abweichung von unserem Plan einen Abstecher zum östlichsten Punkt Deutschlands gemacht, der durch einen Stein markiert ist und neben einem Rastplatz, den wir auch zur Mittagspause genutzt haben, über ein „Zipfelbuch“ verfügt. Der Weg dorthin war zwar nicht so für Rahrräder geeignet (er ging mehr oder weniger quer über eine Wiese), aber auch nicht schlechter als manche Abschnitte auf den offiziellen Radwegen, die wir während der letzten sieben Wochen fahren mussten.

Marktplatz von Rothenburg/Market Place of Rothenburg

Kurz nach dem östlichsten Punkt haben wir dann Stephan und Moni getroffen, die uns von Görlitz entgegen gekommen sind und mit denen wir dann bis nach Görlitz zum schon erwähnten Kaffeetrinken gefahren sind. Obwohl ich schon oft in Görlitz war, aber meist nur beim Umsteigen in Bahnhofsnähe oder zum schnellen Einkauf, musste ich gestern feststellen, dass Görlitz noch viel schöner ist als ich es in Erinnerung hatte. Auch wenn es schon zweimal bei der Bewerbung als UNESCO-Welterbe gescheitert ist, einmal in den 90’ern weil Dresden, das seinen Titel mittlerweile zurückgegeben hat, vorgezogen wurde, dann vor ein paar Jahren, weil die Bewerbung wohl nicht ausreichend die Einzigartigkeit Görlitz aufzeigen konnte, schließlich gibt es schöne historische Altstädte viele in Deutschland, von denen wir einige auf unsere Tour sehen konnten und die auch Welterbe sind, und im Rest der Welt. Nichtsdestotrotz ist es auch ohne Welterbe-Titel sehr sehenswert und allemal eine Reise wert.

Collage von Görlitz/Collage of Görlitz

Die letzten 20km von Görlitz nach Ostritz waren dann mal wieder ein Wettrennen mit dem Regen. Wir fuhren bei Stephan los, als die ersten dunklen Wolken am Himmel zu sehen waren, bekamen dann unterwegs schon die ersten Tropfen ab und, kaum waren wir in Ostritz, begann das Donnergrollen und der Regen wurde immer heftiger und hörte auch die ganze Nacht nicht mehr auf. Mal wieder Glück gehabt. Heute Morgen habe ich gelesen, dass wohl ein Baum auf die Zugstrecke nach Ostritz gestürzt ist, zumindest fuhren keine Züge nach Ostritz mit einem entsprechenden Hinweis in der App.

Eisenbahnviadukt über die Neiße/Railroad Viaduct across the Neiße

Fast hätte ich vergessen zu erwähnen, dass wir gestern natürlich auch an dem berühmten untergegangen Ort in einem untergegangenen Land mit dem mittlerweile schon längst verschrotteten Feuerwehrauto, ihr wisst schon, was ich meine, vorbeigekommen sind.

Unser Ziel/Our Destination

Damit sind wir sowohl am Ende als auch am Anfang von allem angekommen, vor allem natürlich am Ende unserer Deutschlandreise und am Ende dieses Blogs. Ich hoffe, ihr hattet etwas Spaß dabei, uns zu folgen und an unseren Erlebnissen teilzunehmen. Ich bedanke mich bei allen, die bis hierhin durchgehalten haben und mir immer mal wieder durch Kommentare hier oder auf anderen Kanälen gezeigt haben, dass es tatsächlich auf Leute gibt, die das hier lesen. Mir hat die Tour und darüber zu berichten jedenfalls viel Freude gemacht und es wird bestimmt nicht die letzte gewesen sein. Wenn man unterwegs ist, hat man so viele Ideen für Neues…

Die letzte Etappe als Komoot-Tracks:

Bad Muskau – Görlitz

Görlitz – Ostritz

P.S.: Vielleicht schreibe ich doch noch etwas von unserem Ausflug zur Neiße-Quelle, den wir in den nächsten Tagen planen. Schaut also ruhig noch einmal vorbei.

„Oberlausitz, geliebtes Heimatland“/“Upper Lusatia, my Beloved Home“

Short English Summary: Today we did our second to last stage on our big trip through Germany. It went from Guben (Lower Lusatia) to Bad Muskau (Upper Lusatia), where we visited the UNESCO world heritage park „Fürst Pückler“. Furthermore, Upper Lusatia is the home of Beate, therefore the header which is part of the refrain of the Upper Lusatia anthem. The river Neiße flows quite naturally through the landscape which makes cycling pleasant because of its various views.

Endlich sind wir fast zum Abschluss unserer großen Tour durch Deutschland nach 7 Wochen und 3000km auf dem Rad in der Oberlausitz, Beates „Geliebtem Heimatland“ angekommen. Heute haben wir mit dem Überfahren der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen kurz vor Bad Muskau außerdem das letzte Bundesland unserer Reise erreicht. Damit kommt unser großes Abenteuer mit großen Schritten seinem Ende entgegen, nach so vielen Stunden im Sattel, so vielen schönen und auch einigen weniger schönen Tagen, Städten, Dörfern, Landschaften kommt jetzt doch etwas Wehmut auf, dass es schon wieder fast vorbei ist, obwohl ich mich in den letzten Tagen auf darauf gefreut habe, nicht jeden Tag Rad fahren zu müssen, sondern auch einfach mal nichts tun kann.

Landschaft an der Neiße/Scenic View of the Neiße

Heute jedoch war noch einmal ein richtig schöner Tag zum Radfahren, zwar noch immer um die 30°C, aber aufgrund wechselnder Bewölkung und auch abwechslungsreicher Landschaft, die auch immer mal wieder Schatten bot, und nur leichtem Wind war das Fahren sehr angenehm. Darüber hinaus war auch der Weg so gut, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu fahren. Kurz nach Guben wollte ich nämlich mal wieder etwas schneller fahren, weil der Radweg gerade so schlön glatt war und die weitere Strecke auch ziemlich klar. Ich dachte, wenn der Weg wieder schlechter wird oder eine unklare Abzweigung, kann ich dann auf Beate warten. Aber der Weg wurde nicht schlechter, die Ausschilderung war klar und so bin ich immer weiter gefahren, bis ich dann in Forst (Lausitz) doch einmal angehalten habe, um nicht gleich die ganze Strecke bis Bad Muskau durchzufahren. Da war ich dann aber schon ungefähr 40km gefahren.

Unterbrochene Brücke in Forst/Broken Bridge in Forst

Forst ist für mich übrigens die Stadt der abgebrochenen Brücken, denn dort gibt es immer noch mehrere Brücken, die wohl im Zweiten Weltkrieg von der Wehrmacht zerstört wurden, danach aber nie wieder aufgebaut noch komplett abgerissen wurden. Außerdem gibt es aber dort noch den „Ostdeutschen Rosengarten“, einen Park mit vielen verschiedenen Rosensorten, den wir aber nicht besucht haben, sondern an dem wir nur vorbei gefahren sind.

Neues Schloss im Fürst-Pückler-Park/New Castle in the Park „Fürst Pückler“

Besucht haben wir aber heute Abend noch den Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau, der wirklich einen (oder sogar mehrere) Besuch wert ist. Vor allem bei dem schönen Wetter heute ist es eine wahre Pracht die ganzen Blumen, Bäume und modellierten Landschaften mit Wasserläufen, Seen und Hügeln zu sehen. Wir sind nur reichlich eine Stunde durch den Park gewandelt, hätten aber sicherlich noch viel länger dort bleiben können, wenn nicht unser Hunger und unsere Müdigkeit ihren Tribut verlangt hätten und wir uns dann nicht lieber etwas zum Abendessen gesucht hätten.

Blumen und Bäume im Fürst-Pückler-Park/Flowers and Trees in the Park „Fürst Pückler“

Interessant ist auch, dass die Neiße, die ja, wie gestern schon geschrieben, ein eher kleiner Fluss ist, mitten durch den Park geht, so dass er in einen polnischen und einen deutschen Teil geteilt ist, aber seit jetzt ungefähr zwanzig Jahren durch wieder aufgebaute Brücken im Park wieder als ein Park zu genießen ist. Auch daran sieht man, wie beliebig die Grenzziehung mit der Neiße als Grenze nach dem Zweiten Weltkrieg war, Städte wurden zweigeteilt, Beziehungen zwischen Dörfern und Handelsrouten unterbrochen und auch Parks und Wälder geteilt. Aber wenn man die Vorgeschichte betrachtet, kann man nur sagen, selber schuld, schließlich hat das Deutsche Reich noch viel schlimmere Verbrechen begangen als nur willkürliche Grenzen gezogen.

Brücke über die Neiße im Fürst-Pückler-Park/Bridge over the River Neiße in Park „Fürst Pückler“

Aber abgesehen von der Geschichte ist die Neiße ein schönes Flüsschen und es macht Spaß an ihr entlang zu fahren. Da sie so klein ist und nicht als Wasserstraße begradigt wurde, schlängelt sie sich weitgehend natürlich durch die Landschaft, durchfließt Wiesen und Wälder, vorbei an einzelnen kleinen Städten und Dörfern, so dass das Fahren doch sehr abwechslungsreich ist.

Wald an der Neiße/Forrest at the Neiße

Morgen steht uns dann unsere allerletzte Etappe bis Ostritz bevor, die aus zweierlei Hinsicht herausfordernd zu werden droht. Zum einen ist sie mit fast 90km eine von unseren längsten, da wir nicht in Görlitz 20km vor Ostritz nicht noch einmal übernachten wollten, und zum Anderen ist nach einer Woche schönen Wetter und Hitze schlechtes Wetter mit Abkühlung, was ja noch angenehm wäre, aber auch viel Regen und Gewitter angekündigt. Mal sehen, wie wir das überstehen werden, aber vielleicht wird es ja gar nicht so schlimm. Jedenfalls haben wir uns zum Kaffee bei Beates Bruder in Görlitz angemeldet, so weit sollten wir also mindestens kommen.

Wer sich übrigens über die Überschrift gewundert hat, sie ist ein Zitat aus dem Refrain des Oberlausitz-Lieds. Und hier gibt es auch noch den Link zu unserer heutigen Tour.