Ein ruhiger Ostseetag/A peaceful Day at the Baltic Sea

Short English Summary: Today was a peaceful day at the Baltic coast, on which we cycled from Wismar to Warnemünde, one the many spas here. The weather was splendid and we enjoyed the whole day and the wonderful sceneries.

Hafen von Warnemünde/Port of Warnemünde

Wahrscheinlich wird es heute ein eher kurzer Artikel werden, da heute eigentlich nicht viel Berichtenswertes passiert ist, was nicht heißt, dass es heute langweilig war, aber es war einfach ein ruhiger, entspannter Tag. Es gab immer wieder schöne Ausblicke. z.B. auf die Insel Poel, auf das Salzhaff und natürlich auf die Ostsee, die Steigungen hielten sich in Grenzen, Wind gab es auch kaum und selbst die Sonne, die den ganzen Tag ununterbrochen schien, sorgte nicht für zu große Hitze. Wir fuhren gemütlich und entspannt unseren Weg und waren am frühen Nachmittag schon in Warnemünde, was aber, wie auch die anderen Ostseebäder, die wir heute passierten, wie Kühlungsborn und Heiligendamm, alles andere als ruhig war, sondern voller Menschen, die um die Wette Fischbrötchen und Ostsee–Souvenirs kauften.

Unser Hotel in Wismar/Our Hotel in Wismar, called „Kittchen“ (prison)

Nachdem wir uns aus unserem Kittchen haben entlassen lassen, fuhren wir noch ein Stück durch Wismar, dann halb um die Insel Poel auf dem Festland herum, bevor wir dann durch Rerik kamen, wo wir, wie gestern schon erwähnt, vor vielen Jahren schon einmal Urlaub gemacht hatten. Ich hatte den Eindruck sogar ein paar Dinge dort wieder zu erkennen.

Noch ein Blick auf Poel/Another View to Poel

Da ich vor einiger Zeit über die Qualität des Radwegs und vor allem über die Beschilderung von Umleitungen geschimpft habe, muss ich heute ganz im Gegenteil ein Lob aussprechen. Seit wir in Mecklenburg fahren, war der Ostseeküsten–Radweg fast immer in sehr gutem Zustand, meist asphaltiert oder mit festem Kies und nur hin und wieder, vor allem in Wismar, Kopfsteinpflaster. Und außerdem war die Umleitung, die wir heute wegen eines Hangrutsches an der Küste machen mussten, vorbildlich ausgeschildert. Übrigens war die Baustelle, die mich auf dem Weg nach Eckernförde am Freitag so aufgeregt hat, sogar schon in unserem bikeline-Radführer mit Umgehung beschrieben, wie auch die heutige Umfahrung, so dass nichts schiefgehen konnte.

Genießen der Aussicht/Enjoying the View

Wir kamen heute so gut und zügig voran, dass wir neben unserer obligatorischen Mittagspause noch eine kleine Zwischenpause an einem idyllischen Plätzchen mit grandiosem Blick auf die Ostsee bis Fehmarn kurz vor Warnemünde machen konnten und einfach den schönen Tag genossen haben, bevor wir uns wieder in den Trubel gestürzt haben.

Morgen wird es wahrscheinlich so weitergehen wie heute, wettermäßig sicherlich, und auch landschaftlich vermute ich. Wir werden durch Graal-Müritz fahren, wo ich mit Edina und Sanja vor mittlerweile 16 Jahren zur Kur war und dann über Darß und Zingst nach Barth fahren, wo wir übernachten werden.

Zum Schluss mal wieder der Komoot-Track von heute.

Von Förde zu Förde/From Fjord to Fjord

Short English Summary: Today we went from the Flensburg Fjord to the Kiel Fjord, where we only cycled to Eckernförde and took the train for the remainder to Kiel. Unfortunately, it was bad weather with a lof of rain the whole day. The night we will stay with Klara, one of our nieces, in Kiel.

Diesmal zögere ich etwas über den Tag zu schreiben, weil ich fürchte, dass es insgesamt eher wenig erbaulich werden wird. Aber mal sehen, vielleicht fällt mir beim Schreiben doch etwas schönes ein. Heute war wieder so ein Tag, an dem man hofft, dass der Wetterbericht nicht richtig ist, dann aber betrübt feststellen muss, dass er doch ziemlich genau das Wetter vorhergesagt hat. So begann der Tag also mit leichtem Regen, wobei wir beim Frühstück noch hoffnungsvoll waren, da es nur ein paar Tropfen regnete. Doch bis wir dann endlich losgefahren sind, hatte es sich richtig eingeregnet, so dass wir gleich unsere komplette Regenkleidung anzogen und dann in strömenden Regen starteten.

Nachdem wir gestern die Flensburger Förde fast umrundet hatten, führte uns der Weg heute entlang der Ostseeküste über die Schleimündung und die Eckernförder Bucht zur Kieler Förde, was, wie gestern schon angekündigt, fast 120km gewesen wären. Aber ziemlich bald wurde uns klar, dass wir das nicht bis 18Uhr schaffen würden, die Zeit, zu der wir uns mit Klara in Kiel verabredet hatten. Vor allem da zu dem Regen auch noch bei Nässe schwer zu befahrende, durchnässte Schotterwege als Untergrund dazukamen, so dass wir nur sehr langsame vorankamen, was außerdem auch keinen besonderen Spaß machte. Manchmal hatte man den Eindruck, der Weg wurde absichtlich auf möglichst schlechtem Untergrund geführt, so dass ich für mich die Regel aufstellte, wenn an einer Kreuzung unklar ist, wo es weitergeht, ist es bestimmt der weniger gute Weg.

Durchnässter Weg am Ostseestrand/Wet Way at the Beach of the Baltic Sea

Aber ich wollte ja auch etwas positives schreiben: Der Matsch von vorgestern wurde heute komplett vom Regen abgespült, dafür aber durch Sand und anderen Dreck ersetzt. Irgendwann gegen Mittag wurde es dann aber heller und es hörte dann auch auf zu regnen, so dass ich in Kappeln an der Schleimündung, dann doch auch ein paar Bilder machen konnte.

Kappeln an der Schleimündung/Kappeln at the Mouth of the Schlei

Leider wird hier der Ostseeradweg (und andere touristische Radwege) bei der Baustellenplanung nicht so richtig Ernst genommen. Wiederholt standen wir plötzlich vor gesperrten Wegen ohne Hinweis auf eine Umleitung oder andere weiterführende Informationen, so z.B. auch in Damp, wo der Strandweg einfach gesperrt war und als einzige sichtbare Alternative der Sandstrand selbst vorhanden war. Zum Glück sind wir mit modernen Kommunikationsmitteln und entsprechenden Apps ausgestattet, so dass wir uns eine eigene Umleitung erstellen konnten. In anderen Regionen, z.B. an der Tauber und auch an der Weser, haben wir aber durchaus erlebt, dass explizite Umleitungen beschrieben und auch ausgeschildert waren. Wie auch immer, wir haben einen Weg gefunden und mussten unsere Räder nicht durch den Sand schieben.

Ende des Radwegs/End of the cycle way

Zu guter Letzt erreichten wir dann, nach mehreren neuen Regenschauern, Eckernförde, was übrigens bei schönem Wetter bestimmt auch schön ist. Dort entschieden wir dann endgültig, das letzte Stück nach Kiel mit dem Zug zu fahren, obwohl ich mir bis zuletzt offen gehalten hatte, doch noch wenigstens alleine mit dem Rad zu fahren. Aber da es schon nach 16 Uhr war und ich die verbleibenden 35km heute wahrscheinlich nur mit Mühe in zwei Stunden gescahfft hätte und einfach heute keine Lust mehr hatte, vor ich dann auch mit Beate im Zug, so dass jetzt in unserer Route eine kleine Lücke sein wird. Trotzdem sind wir bislang 1600km gefahren und haben damit die Hälfte der geschätzten 3200km für die ganze Tour geschafft.

Der Hafen von Eckernförde/The Habor of Eckernförde

Und jetzt sitzen wir bei Klaras Familie auf dem Sofa und erholen uns erst einmal von dem Tag und hoffen, dass nicht mehr viele ähnliche folgen werden. Trotzdem hier unser aufgezeichneter Track.

An der Ostsee/At the Baltic Sea

Aus dem Fenster unseres Hotelzimmers blickend sehen wir Kühe auf der Weide vor dem Hintergrund der Ostsee bzw. der Flensburger Förde.  Nachdem ich Beate vom Zug abgeholt hatte, sind wir noch zu einer kleinen Nachmittagstour in das Dörfchen Hunhoi aufgebrochen. Aber auch wenn es nur eine relativ kurze Strecke war (nicht einmal 50km) hatte sie es doch in sich. Wie gestern schon ging es ständig bergauf und bergab, so dass wir am Ende doch wieder über 450 Höhenmeter waren. Aber die Mühen jeden kleines Aufstiegs von 0 auf 50m über dem Meer wurden durch einen mehr oder weniger grandiosen Ausblick auf das Meer und eine anschließende kurze Abfahrt belohnt. Ganz im Gegenteil zum ständigen auf und ab an der Nordsee, das immer nur auf den Deich führte und wieder hinunter und man meistens auch oben nur flaches Land gesehen hat.

Leider waren die Wege dafür nicht immer so gut zu befahren, aber so schlimm wie gestern war es nicht. Aber wir sind gespannt, wie es sich die nächsten zwei Wochen entwickeln wird, die wir planen an der Ostsee entlang zu fahren. Morgen wollen wir dann nach Kiel fahren, das aber fast 120km von hier entfernt ist. Ursprünglich waren zwei Etappen von ungeführ 85km geplant. Da wir aber heute nur knapp 50km gefahren sind, müssten wir morgen eigentlich wie gesagt  120km fahren. Aber ich habe mir schon ein paar Abkürzungen ausgedacht bzw. wir können auch ab Eckernförde mit dem Zug fahren und damit 30km einsparen. Das werden wir vom Wetter abhängig machen, das leider nach zwei sonnigen Tagen pünktlich zu Beates Rückkehr wieder regnerischer geworden ist. Besonders für morgen ist den ganzen Tag REgen angekündigt. Aber noch haben wir Hoffnung, dass es nicht so schlimm werden wird.

Viel mehr gibt es heute auch nicht zu berichten, außer dass ich schon ziemlich müde bin und deswegen gleich ins Bett gehen werde. Aber zum Schluss noch unsere heutige Tour.