Dem Gewitter entronnen/Escaped from Thunderstorm

Short English Summary: Today we cycled from Schlitz along the river Fulda to Melsungen. In the morning we had really summer weather but in the afternoon we were followed by a thunderstorm but managed to reach Melsungen dry. On our way we passed Rotenburg a nice typical German city with half-timbered buildings. Another attraction was the ferry over the Fulda, which is manually driven by the passengers.

Um bei meinem Lieblingsthema zu bleiben, starte ich heute wieder mit dem Wetter. Wenn wir nur bis Mittag gefahren wären, hätte ich geschrieben: Heute war der erste richtige Sommertag, wir fuhren bei strahlendem Sonnenschein durch die Fuldawiesen, genossen die Landschaft und erfreuten uns an den angenehmen Temperaturen. Was aber natürlich immer noch wahr ist, aber leider nicht den ganzen Tag betraf, sondern nur den Vormittag. Aber immerhin, die Tendenz ist positiv. Wie jedoch gestern schon erwähnt, waren für heute Nachmittag Gewitter angesagt, weswegen wir auch schon früher als sonst losgefahren sind.

Landschaft an der Fulda/ Countryside upon Fulda

Aber nicht nur wegen des Wetters sind wir früh aufgestanden, sondern auch weil wir in Rotenburg an der Fulda ein Buch abholen wollten, das wir per Internet zur Abholung in Rotenburg bei einer Buchhandlung bestellt hatten, die aber Samstag nur bis 13 Uhr aufhat. Ihr werdet euch vielleicht fragen, warum wir ein Buch bestellen, das wir während der Fahrt dann abholen müssen. Da aber Beate die bikeline Radtourenbücher so mag, ich aber dagegen war die 8 Bücher, die wir für unsere ganze Tour brauchen, die ganze Zeit mit uns zu schleppen, bestellen wir jedes Buch in eine Buchhandlung an unserem Weg, kurz bevor wir es brauchen. Deshalb haben wir heute das Buch für den Weser-Radweg, den wir am Montag erreichen werden, in Rotenburg gekauft und mussten deshalb die etwas mehr als 50km bis kurz vor 13 Uhr schaffen, was uns auch locker gelang.

Rotenburg an der Fulda

In Rotenburg, das auch sehr schön an der Fulda gelegen mit vielen Fachwerkhäusern aufwarten kann, fand gerade ein Stadtfest statt mit einer Riesendartscheibe, die ich extra für dich, Luca (ich hoffe, du liest das, oder wenigstens Edina, um es dir zu zeigen), fotografiert habe. Das Fest nahmen wir dann auch zum Anlass, gleich unsere Mittagspause zu machen, die aber recht kurz geriet, da schon dunkle Gewitterwolken aufzogen und wir deswegen, möglichst schnell weiterkommen wollten, um die Wahrscheinlichkeit zu vergrößern, trocken in Melsungen, unserem heutigen Zielort, anzukommen, was uns tatsächlich gelang. So fuhren wir also immer mit den dunklen Wolken im Rücken mit frischem Wind von der Seite dem Gewitter davon. Aber auch in Melsungen blieb es erst einmal trocken, da das Gewitter tatsächlich südlich an uns vorbeizog. Nur nach dem Abendessen wären wir fast noch nass geworden, aber es regnete nur ein paar Tropfen, so dass wir heute endgültig von Regen verschont blieben.

Riesendartscheibe/Giant Dart Board

Was haben wir heute sonst noch so erlebt? Wie schon oben kurz erwähnt, führte die erste Hälfte unserer heutigen Etappe durch Natur an der Fulda entlang, weite Wiesen, sanfte Hänge und immer wieder der Fluss. Unterwegs sahen wir diese schöne Verbindung von Natur und Technik, in der ein Storchenpaar einen Funkmast als Nestplatz genutzt hat (Extra für dich, Bernhard):

Storchenpaar im Nest auf einem Funkmast/Stork Couple in a Nest on a Cell Phone Mast

Aber das ungewöhnlichste Erlebnis heute war sicherlich die Fährfahrt über die Fulda. Bei der Planung wunderten wir uns schon, warum es bei so einem kleinen Fluss eine Fähre gibt, deren Unterhalt doch viel zu aufwändig für den Nutzen ist. Aber es war keine normale Fähre von einem Menschen bedient mit einem Motorschiff bedient, sondern eine Seilfähre mit manuellem Selbstbetrieb. Sie bestand aus einem Metallkäfig, der an einem Stahlseil aufgehängt war, das über die Fulda gespannt war. Die Fahrgäste mussten mitsamt ihren Rädern in den Käfig einsteigen, den Käfig schließen und dann kräftig kurbeln, was die Fähre langsam in Bewegung setzte und sie dann in Zeitlupe über den Fluss trieb.

Manuell betriebene Fähre über die Fulda/Manually Driven Ferry over the Fulda

Das war der spaßige Teil der Überfahrt. Leider gab es auch einen etwas weniger angenehmen Teil: Wir, d.h. ich (Stefan), mussten den ersten Schaden an unseren Rädern verdauen. Wie schon vor unserer Abfahrt befürchtet ging heute mein Sattel endgültig kaputt. Eigentlich wollte ich ihn noch letzte Woche austauschen, aber kam dann nicht mehr dazu, weswegen ich mit dem schon etwas angeknacksten Sattel losgefahren bin. Heute unterwegs stellte ich schon fest, dass der Bruch größer wurde. Deshalb beschloss ich, am Montag in Kassel definitiv zum nächsten Radladen zu gehen, um einen neuen zu kaufen. Leider hat der alte nicht mehr so lange gehalten. An der Fähre fiel er beim Verladen des Rades einfach ab. Nach der Überfahrt konnte ich ihn zwar notdürftig wieder feststecken, aber so richtig gut hielt es nicht mehr, auf den letzten 10km ist er ungefähr drei mal wieder abgefallen. Leider machen in Melsungen alle Radläden samstags um 13 Uhr zu und erst am Dienstag Morgen wieder auf, so dass ich tatsächlich am Montag erst in Kassel mich um einen neuen Sattel kümmern kann. Da muss ich mir morgen noch etwas einfallen lassen, denn nach Kassel sind es fast 40km, da möchte ich nicht alle paar Kilometer den Sattel wieder einstecken.

Nun wie (fast) immer zum Abschluss: Unser Weg heute zum Nachradeln.

Ein anstrengender Tag/An Exhausting Day

Short English Summary: Today we had an exhausting day with several long and steep rises in the Rhön, another of the German Mittelgebirge. We crossed the divide between Rhein and Weser and will follow the river Fulda, one of the headwaters of the Weser, for the next days. The endpoint of our today’s stage is Schlitz, a city with many castles.

Vielleicht schreibe ich zu viel über das Wetter, aber wenn man den ganzen Tag draußen ist, spielt das Wetter eben eine sehr große Rolle. Heute haben wir es tatsächlich das erste Mal geschafft, den Tag ohne Regen zu verbringen. Teilweise war es richtig angenehm zu fahren, etwas Sonne, nicht zu viel, kein Regen und angenehme Temperaturen. Das war heute auch besonders wichtig, denn wir hatten eine der anspruchsvollsten Touren geplant durch die Rhön, unser nächstes Mittelgebirge auf unserer Tour, mit ein paar sehr langen und sehr steilen Steigungen. Insgesamt waren es zwar nicht die meisten Höhenmeter, aber die steilsten Anstiege. Ab jetzt geht es erstmal tendenziell abwärts (hoffentlich nur von der Höhe), wie auch heute auf der zweiten Hälfte. Dazwischen wird es zwar immer mal wieder kleine Anstiege geben, aber nicht so lange und steile.

Steiler Anstieg/Steep Rise

Heute hat sozusagen unsere Fahrt an der Weser begonnen. Nach dem längsten und steilsten Anstieg überquerten wir nämlich die Wasserscheide zwischen Rhein und Weser. Ab jetzt fließt alles Richtung Weser, wie auch wir in diese Richtung fahren, angefangen mit der Fulda, einer der Quellflüsse der Weser, an der wir heute und die nächsten Tage entlang fahren werden, bevor wir dann ab Dienstag an der Weser bis Bremerhaven fahren werden.

Schutzhütte an der Rhein-Weser-Wasserscheide/Refuge at the Rhein Weser Divide

Aber bevor wir losfuhren, haben wir erst noch ein leckeres Frühstück in unserem Bett & Bike & Breakfast genossen. Dann ging es quer durch die Gemeinde Sinntal, die sich über viele Dörfer erstreckt, so dass wir gut 1 1/2 Stunden gebraucht haben. Einige Teile kannten wir noch von unserem Kurzurlaub vor ein paar Jahren in Sterbfritz, das auch zu Sinntal gehört. So haben wir z.B. die Burg Schwarzenfels erkannt, die wir damals besucht haben.

Beim Frühstück/At Breakfast
Burg Schwarzenfels/Castle Schwarenfels

Auch die Fulda haben wir vor ein paar Jahren schon besucht, als wir mit unseren Dresdner Freund*innen eine Paddeltour auf ihr gemacht haben. Falls ihr das lest, ihr Dresdner*innen: Erinnert ihr euch noch? An die Ausstiegsstelle in Pfordt konnten wir uns noch erinnern, das Cafè dort hatten wir aber etwas ruhiger in Erinnerung. Heute haben sich dort viele Motorradfahrer niedergelassen.

Die Fulda/The River Fulda
Motorrad-Treff in Pfordt/Biker Meeting in Pfordt

Das Ziel unserer heutigen Etappe war Schlitz, die Burgenstadt, in der ich auch schon einmal gewesen war, als meine Schwester dort ihr freiwilliges soziales Jahr gemacht hat. Und in einer der Burgen von Schlitz übernachten wir heute und schauen gerade Fußball (gerade hat Deutschland das Viertelfinale gegen Spanien verloren).

Die Burgenstadt Schlitz/The city of castles Schlitz

Mal sehen, wie es morgen weitergeht. Um wieder über mein Lieblingsthema Wetter zu sprechen, sind für morgen Nachmittag Gewitter angekündigt, weswegen wir morgen mal früher aufbrechen wollen, in der Hoffnung, noch vor dem Gewitter in Melsungen zu sein, wo wir dann zwei Tage bleiben werden, um uns mal nach fast 500 km einen Tag auszuruhen.

Heute gibt es auch wieder Links zu unserer Tour:

Teil 1

Teil 2