Tour der Gegensätze

Obwohl wir mittlerweile schon an unserem Ziel Rotterdam angekommen sind, möchte ich gerne zuerst noch über unseren gestrigen Tag schreiben.

Nachdem wir vorgestern eine unserer längsten Etappen hinter uns gebracht hatten, bestand Beate darauf die gestrige kürzer zu planen. Wenn wir den offiziellen Rheinradweg gefüllt wären, waren es von Tricht nach Dordrecht fast 90km gewesen. Als Alternative gab es eine Komoot-Tour mit knapp 55km, die jedoch größtenteils an vielbefahrenen Straßen (aber auf separaten Radstraßen) entlangging. Deshalb planten wir, zuerst die Komoot-Tour zu nehmen, die sowieso an unserer Unterkunft vorbeiging, und wenn diese den Rheinradweg trifft, dann auf jenem weiterzufahren, die großen Schleifen durch die schönen Naturschutzgebiete aber auszulassen, was wir dann auch (zu meinen Leidwesen) taten und deshalb ungefähr 60km gefahren sind, abzüglich zweier Fährfahrten.

Überhaupt Fährfahrten, bei der Planung unserer Tour war mir gar nicht bewusst, wie viele Fähren wir benutzen müssen. Irgendwie habe ich mir vorgestellt, dass wir mehr oder weniger immer an Gleiverbindung Rheinufer entlang fahren bzw. von Zeit zu Zeit mal eine Brücke benutzen. Aber schon zwischen Mainz und Koblenz, die Strecke unserer ersten beiden Etappen, gibt es keine einzige Brücke, so dass wir schon am ersten Tag eine Fähre benutzen mussten. Erst recht hier in den Niederlanden, wo die Landschaft durch viele Rheinarme, Kanäle und weitere Wasserläufe zerteilt ist und nicht überall, erst recht nicht in den noch halbwegs natürlichen Gebieten, Brücken sind, geht es häufig nur mit Fähren weiter. Im Schnitt sind wir so jeden Tag ein- bis zweimal mit der Fähre gefahren. Ich glaube, ich bin in meinem ganzen Leben nicht so oft Fähre gefahren, wie in den letzten 10 Tagen.

Aber zurück zu unserer Fahrt gestern. Nach einigen Irritationen bezüglich der zu fahrendem Strecke, fanden wir dann doch einen Weg, der uns zuerst wie gestern am Ende auch schon am Lingedamm entlang führte. Er führte durch eine Landschaft, die ich, wie die auch gestern Morgen schon, in den Niederlanden nicht erwartet habe. Denn entgegen dem Klischee, dass in den Niederlanden nur geschmacklose Tomaten in Gewächshäusern und Tulpen angebaut werden, fuhren wir durch riesige Birnen-, Apfel- und Kirchbaumplantagen. Und die sind, zumindest dem hauseigenen Apfelsaft, den wir in unserem Quartier auf dem Obsthof getrunken haben, nach zu schließen, alles andere als geschmacklos.

Im weiteren Verlauf führte der Weg nach Leerdam, einem Städtchen, das nicht nur etwas mit dem Käse gleichen Namens zu tun hat, sondern vor allem als Glasstadt bekannt ist, was mir bislang noch nicht bewusst war. Aber schon gleich am Ortseingang warb die Stadt mit dem Beinamen Glasstadt und auf dem Platz vor der Kirche war kein großes Käserad aufgebaut, sondern ein Glasbläserdenkmal.

Glasbläserdenkmal vor der Kirche von Leerdam

Auf der weiteren Strecke hab es einige Forts und Schlösser und immer mal wieder eine Windmühle.

Ansicht von Gorinchem mit Windmühle
Schloss Loevestein bei Woudrichem

Aber mein Thema heute sollten ja die Gegensätze sein. Der nächste war der Nationalpark „De Biesbosch“, der im Gegensatz zu dem Nationalpark am Vortag nicht von Wald geprägt war, sondern vor allem von Wasser, Feuchtwiesen mit weidenden Rindern oder Schafen, viel Gebüsch und Wasservögel, die dort ihre Brut- und Rastgebiete haben.

De Biesbosch
De Biesbosch
Kuh im Wasser

Nach dem Biesbosch fuhren wir dann auf mehr oder weniger direkten Weg nach Dordrecht, der ersten Großstadt seit Arnhem und nach all den kleinen Städtchen und Dörfern bzw. der unbesiedelten Landschaft der vorherigen zwei Tage ein ziemlicher Kontrast mit all ihren Verkehr und Lärm. Auch das Hotel, in dem wir die Nacht verbrachten, war das genaue Gegenteil unser vorherigen Unterkunft. Während wir vorgestern ein Zimmer auf einem abgelegenen Bauernhof hatten, der selbst vom nächsten Dorf einige Kilometer entfernt war und um den eine billige Ruhe herrschte, Siegen wir gestern in einem Business-Hotel ab, das verkehrsgünstig (und entsprechend laut) an einem Autobahnkreuz lag. Während dort jedes Zimmer individuell und liebevoll eingerichtet war und, passend für einen Obsthof, einen Obstnamen hatte, wahren es hier Standardzimmer mit Standardeinrichtung und einer einfachen Zimmernummer.

Zum Abschluss des Tages, bitte nicht lachen, sind wir tatsächlich noch im nahegelegenen McDonald’s abendessen gewesen, da ich mal wieder Lust auf Pommes Frittes hatte und neugierig war, die vegetarischen Burger dort zu probieren. Aber die Pommes waren nicht besonders lecker und auch der vegetarische Burger riss mich nicht vom Hocker. Das nächste Mal nehmen wir doch lieber wieder das Hotelrestaurant.

Heute morgen ging es dann weiter nach Rotterdam, unserem Endziel, aber darüber werde ich erst morgen erzählen. Hier noch unsere gestrige Tour: Tricht-Dordrecht

Aller guten Dinge sind drei

Nach der etwas zähen Tour gestern ging es heute wieder viel besser voran, zumindest in der ersten Hälfte des Tages und das, obwohl das Wetter heute noch weniger unser Freund war als gestern. Dabei sah es heute morgen, nachdem wir aufgewacht waren, erst ziemlich gut aus: strahlender Sonnenschein und blauer Himmel. Aber noch bevor wir richtig aufgestanden waren, regnete es schon wieder in Strömen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück und dem hektischen Versuch noch eine Unterkunft für heute Nacht zu buchen (leider ging das etwas schief, da ich an verschiedene Bed-and-Breakfast-Häuser Anfragen verschickt habe und dem ersten zugesagt habe, wobei ein zweites mich mehrmals versucht hat anzurufen, um eine Bestätigung von mir zu bekommen, ich aber meine Nummer falsch eingegeben habe und sie mich deshalb nicht erreichten, so dass ich erst am Mittag mit einer E-Mail absagen konnte, was sie ziemlich sauer gemacht hat) fuhren wir heute etwas später als sonst erst um 11 Uhr los. Und das, obwohl heute eine besonders lange Tour von über 80km auf dem Plan stand. Leider regnete es immer noch (ist schon wieder, ich weiß es nicht mehr so genau).

Beim Rausfahren aus Arnhem haben wir uns gleich das erste Mal heute verfahren, und das, obwohl ich diesmal die GPS-Tracks aus unserem Radführer genommen habe, die näher am ausgeschilderten Weg sind als die Komoot-Touren. Aber Herde heute am Anfang führten sie uns auf einen anderen Weg, aber irgendwann kamen wir dann auf die offizielle Rhijnfietsroute.

Irgendwann Höhe dann der Regen auf, so dass wir zügig weiterfahren konnten. Aber wenn es damit bezüglich des Regens genug gewesen wäre, wäre es ja langweilig gewesen. Irgendwann wurde der Himmel schwarz und eine wahre Sintflut weiß sich über uns. Zum Glück konnten wir uns unterstellen, so dass weder der Regen noch das dazugehörige Gewitter und etwas anhaben konnten. Kurioserweise lag just an den Ort, an dem wir Schutz suchten, die Arche Noah vor Anker.

Die Arche Noah

Nachdem dieses Gewitter (das erste für uns an diesem Tag) überstanden war, ging es weiter in den Nationalpark „De Utrechtse Heuvelrug“. Das war ein sehr schöner Abschnitt durch Wald und überraschend hügelig, wie überhaupt unsere heutige Etappe viel abwechslungsreicher als gestern war. Es ging nicht nur den Deich hoch und wieder runter, sondern durch Wälder, interessante Orte und auch an Deichen entlang.

Blick auf Buren

In Amerongen erteilte uns dann unser zweites Gewitter heute. Diesmal war eine profane Bushaltestelle unsere Rettung. Diesmal regnete es noch heftiger als beim ersten, aber auch dieses Gewitter ging vorbei. Beim dritten Gewitter hatten wir dann Glück, wir erwischten nämlich nur seine Ausläufer und fuhren sonst einfach um es herum. Und da wenig Schlechtes ganz und gar schlecht ist, sondern oft im Schlechten auch etwas Gutes oder Schönes steckt, so ist schlechtes Wetter nicht immer nur schlecht, sondern hat auch schöne Seiten und belohnte und noch mit einem Regenbogen.

Regenbogen

Müde und erschöpft aber weitgehend trocken kamen wir heute Abend in unserem Nachtquartier, einem Obstbauernhof mit kleinem Laden und ein paar Bed-and-Breakfast-Zimmern an. Leider (oder zum Glück) haben wir nicht viel Platz in unseren Taschen, so dass wir nichts von all den leckeren Sachen kaufen können, die es in den Laden gibt. Aber zum Abendessen haben wir wenigstens eine Flasche Apfelsaft aus hiesigen Apfel getrunken. Der war sehr lecker.

Beate schläft schon längst und so werde auch ich jetzt endlich schlafen gehen, damit ich morgen fit für unsere vorletzte Etappe nach Dordrecht bin. Zum Schluss noch der Link zur heutigen Tour: Arnhem-Tricht

Viel Spaß!

An manchen Tagen lässt der Spaß auf so einer Radtour ziemlich lange auf sich warten. Die Strecke zieht sich hin, die Kilometer werden nur ganz langsam mehr und eigentlich hat man keine Lust weiterzufahren, man ist müde, die Beine sind schwer und der Po schmerzt. Das einzige was einen weiterfahren lässt, ist die Aussicht auf die Freude, es am Zielort endlich doch noch geschafft zu haben. So ein Tag war heute, interessanterweise bei uns beiden, was den Spaß nicht unbedingt erhöht hat.

Aber der Reihe nach. Nach unserem Frühstück, das wir nicht in unserer Unterkunft einnehmen konnten, sondern bei einem Bäcker in einem nahegelegenen Edeka, fuhren wir mit dem Gruß „Viel Spaß“ einer Verkäuferin in den Ohren in Xanten los. Wenn die wüsste und wenn wir auch schon gewusst hätten, … Aber erst mal lief alles gut: das Wetter war schön, die Sonne schien und wir haben auch gleich wieder den Rheinradweg gefunden.

Aber schon bald mussten wir immer wieder nach den Weg suchen. Dabei war wieder unklar, ob wir nur zu unkonzentriert fuhren und deswegen nicht alle Schilder gesehen haben, oder ob die Beschilderung heute etwas lückenhaft war. Auch die Navigation war keine große Hilfe, da die Strecke, die ich für heute runtergeladen hatte, nur sehr vage auch an Rheinradweg orientierte. Aber mit Karte, Radführer, und etwas Orientierungssinn fanden wir immer wieder einen Weg um weiterzukommen.

An interessanten Orten an der Strecke haben wir heute beim Überqueren des Rheines Rees und den Bewegungspark von Kalkar gesehen, der früher unter dem Namen „Schneller Brüter von Kalkar“ bekannt war und ein nie in Betrieb gegangenes Atomkraftwerk war, das jetzt diese Nachnutzung gefunden hat.

Blick auf Rees
Wunderland Kalkar

Aber schon heute Morgen kamen wir Recht langsam voran, einmal natürlich wegen des ständigen Überlegens über den richtigen Weg, aber auch weil wir eigentlich immer gegen den Wind fahren mussten und vor allem weil wir von Anfang an schon müde waren.

Heute war der siebte Tag unserer Reise und langsam macht sich bemerkbar, dass wir jeden Tag ohne Ruhetag fahren. Ich denke es kommt nicht von ungefähr, dass die Woche sieben Tage hat. Nach sechs Tagen ununterbrochener Arbeit braucht der Körper einfach mal einen Tag Ruhe. Aber das passt nicht in unseren Plan, so dass wir heute etwas müde gefahren sind und noch drei weitere Tage durchhalten müssen.

Wir auch immer, in Emmerich waren wir so k.o., das wir eine ausgiebige Ruhepause einlegen mussten. Etwas ausgeruht fuhren wir dann weiter bis zur niederländischen Grenze, die man, wäre nicht das Design der Verkehrsschilder nicht etwas anders als in Deutsch, gar nicht bemerkt hätte.

Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden

Bevor dann der logische Tiefpunkt des heutigen Tages kam, mussten wir noch einmal eine Pause in einem Café am Wegesrand machen, da uns schon wieder die Kräfte verließen. Und das, obwohl wir heute eigentlich etwas schneller fahren wollten, da für den Nachmittag gegen und Gewitter angekündigt waren. Aber es ging beim besten Willen nicht anders. Leider folgte dann jedoch die Strafe auf den Fuß. Der Himmel wurde immer dunkler und am Horizont sah man schon den Regen. Kurzzeitig hatten wir die Hoffnung, wir könnten vielleicht Glück haben und einfach und elegant am Regen vorbei fahren, aber diese Hoffnung erwies sich als trügerisch, etwas eine halbe Stunde vor Arnheim, unserem heutigen Ziel, gerieten wir voll in den Regen. Nachdem wir erst dachten, wir könnten trotzdem weiterfahren, wurde der Regen dann doch so stark, dass wir bei Albert Heijn (eine niederländische Supermarktkette) Unterschlupf suchen mussten. Supermärkte dienen also nicht nur bei übermäßiger Hitze zum Herunterkühlen, sondern auch bei Regen und Unwetter zum Aufwärmen und Trocknen. Nachdem der Regen nachgelassen hatte, fuhren wir weiter in der Meinung, das Schlimmste überstanden zu haben. Doch weit gefehlt, das angekündigte Gewitter war noch nicht da gewesen. Also kann es, wie es kommen musste: nach ein paar Minuten mussten wir uns diesmal unter einer Brücke unterstellen, um vor den Gewitter Schutz zu finden.

Aber auch damit war noch nicht alles überstanden, denn vor der Brücke nach Arnheim fing es nochmal zu schütten an, so dass wir völlig durchnässt, fertig und müde an unserem Hotel in Arnheim eintrafen. Nachdem auch noch die Probleme mit der Hotelbuchung geklärt waren, konnte sich dann endlich das eingangs erwähnte Glücksgefühl einstellen, es doch geschafft zu haben. Viel Spaß!

Ruhr und Rhein

Wir schon vorgestern angekündigt, hab es gestern keinen Bericht, da wir in Schwerte bei Cordula und Jens wieder am Abend so lange zusammen saßen, das wir zu müde ersten, danach noch etwas aufzuschreiben. Deshalb heute unsere Erlebnisse von zwei Tagen, auch wenn ich wieder ziemlich müde bin. Aber es ist erst kurz nach 22 Uhr, vielleicht schaffe ich es fertig zu werden bevor ich einschlafe.

Gestern starteten wir also unseren Abstecher an die Ruhr. In unserer Navigationsapp lief der Ruhrtalradweg unter dem Motto „Zwischen Idylle und Industriekultur“, wobei der Teil, den wir gestern befahren haben eher der Idylle zuzurechnen war. Und dabei meine ich nicht Industrieidylle, sondern die Idylle einer naturnahen Landschaft mitten in einer der dichtbesiedelsten Regionen Europas, die über ein Jahrhundert von der Schwerindustrie geprägt war. Obwohl wir durch solche Großstädte wie Essen, Bochum und Dortmund fuhren (oder besser an ihrem Rand entlang), sahen wir hauptsächlich Natur bzw. teilweise auch die von der Natur wieder zurückeroberten Reste Alter Industrie, wie z.B. alte Bahnstrecken oder Zechen.

An der Ruhr

Schön war auch, dass sich die Ruhr immer mal wieder zu Seen weitete und damit Abwechslung brachte. Sogar Burgen bzw. Ruinen waren zu sehen.

Die Ruine von Burg Hardenstein

Ein großer Teil des Weges führte übrigens auf dem historischen Leinpfad entlang, auf dem in früheren Jahrhunderten Pferde die motorlosen Kohleschiffe flussaufwärts zogen. An einer Stelle ist sogar noch die historische Pflasterung erhalten, auf der man zwar nicht Rad fahren konnte, aber sie sich zumindest anschauen konnte.

Historischer Leinpfad

Heute fahren übrigens, im Gegensatz zum Rhein, auf diesem Abschnitt der Ruhr keine Güterschiffe mehr, Stunden hauptsächlich Paddelboote und eine Fähre, die wir auch genutzt haben.

Paddelboot auf der Ruhr

Ein besonderer Höhepunkt war das Naturschutzgebiet „Ruhraue“, in dem wir einen Bieber beobachten konnten.

Bieber auf dem Weg zum Fluss

In Schwerte angekommen fuhren wir zu Cordula und Jens, wo wir ausgiebig plauderten und einen schönen Grillabend verlebten.

In Schwerte bzw. dessen Stadtteil Villigst starteten wir heute zu einer kurzen fährt zum Bahnhof von Schwerte, von wo aus wir mit dem Zug über Dortmund nach Duisburg fuhren, um von dort wieder zum Rhein zu kommen.

Aber bevor wir am den Rhein kamen, wollten wir dich noch etwas Industriekultur schnuppern und fuhren deshalb erst wieder zur Ruhr, um ihr bis zu ihrer Mündung in den Rhein zu folgen.

Mündung der Ruhr in den Rhein in Duisburg

Zurück am Rhein wandelte sich die Landschaft doch deutlich. Der Niederrhein fließt durch flaches Land, abgesehen von ein paar Kraftwerken kaum noch Industrie, viel Viehweiden und Naturschutzgebiete und überhaupt kaum noch Städte und Dörfer.

Schafweide an einer ehemaligen Eisenbahnbrücke bei Wesel

An einer Stelle dachte ich, das wie uns ziemlich Verfahren hatten. Es tauchte nämlich plötzlich ein Wegweiser in die Alpen in 7,5 km auf.

Abkürzung in die Alpen

Das Ziel unserer heutigen Tour war Xanten, einer Stadt, die schon von den Römern besiedelt war, aus der Siegfried und der hl. Norbert stammen, die einen Dom und viele gotische Häuser und ein paar alte Stadtmauer-Türme hat.

Der Dom von Xanten

Besonders sehenswert fanden wir die in Betrieb befindliche Windmühle, die auf einem alten Stadtmauer-Turm errichtet wurde.

Windmühle (links) und gotisches Haus (rechts in der Mitte)

Den Tag ließen wir dann bei einem leckeren Abendessen in einem vegetarischen Restaurant ausklingen.

Xanten

Industrie und Natur

Obwohl ich (Stefan) heute sehr müde bin, schreibe ich trotzdem wenigstens ein paar Zeilen. Heute aus Essen, das User nicht an Rhein Stunden am der Ruhr liegt, da wir morgen einen Abstecher auf dem Ruhrtal-Weg machen wollen, um unsere Rückfahrt-Tickets in Schwerte abzuholen und natürlich, um Cordula und Jens dort zu besuchen.

Aber nun der Reihe nach. Während wir die letzten Tage seit Ingelheim, wo wir am ersten Tag von der rechten Rheinseite auf die linke gewechselt sind, immer linksrheinisch unterwegs waren – mit Ausnahme unseres Besuch bei Carola und Dirk, die auch auf der rechten Rheinseite wohnen – haben wir heute mehrmals die Seiten gewechselt. Das erste Mal heute morgen gleich am Anfang, um einen großen petrochemischen Komplex zu vermeiden, den wir sonst großräumig hatten umfahren müssen. So sind wir also auf der rechten Seite an Köln vorbei gefahren, so dass wir einen schönen Blick auf die Altstadt hatten.

Blick auf Köln von der rechten Rheinseite

In Köln wechselten wir aber dann wieder die Rheinseite, da wir noch durch Zons, eine mittelalterliche Stadt, die wiederum auf der linken Seite liegt, fahren wollten. Besonderes interessant fand ich dort die historische Windmühle, die in die Stadtmauer integriert wurde.

Historische Windmühle von Zons

Der Weg nach Zons war wir eine Führung durch die deutsche Industrie. Nach dem Kölner Containerhafen und verschiedenen Kraftwerken fuhren wir durch die Fordwerke, sahen am anderen Rheinufer Bayer in Leverkusen und fuhren an weiteren Chemie-Anlagen in Köln und Dormagen vorbei, um nur ein paar zu nennen. Dabei wurde und bewusst, dass der Rhein nicht nur eine wichtige Verkehrsader ist, sondern auch eine industrielle Lebensader mit vielen begründen Betrieben. Trotzdem gab es auch immer wieder Natur und grüne Landschaften zu sehen.

Blick von der Fähre bei Zons

Im Gegensatz zu den vorherigen Tagen hatten wir heute immer mal wieder Probleme unserem Weg zu finden. Ich weiß nicht, ob es an der Beschilderung liegt, oder einfach daran, dass der Rhein hier nicht mehr so in sein Tal eingezwängt ist und es deswegen mehr Wege gibt, auf die man achten muss. Verwirrend ist jedenfalls, dass der Rheinweg auf beiden Seiten des Rheines markiert ist und deswegen bei jeder Brücke oder Fähre zwei Richtungen ausgeschildert sind: einmal, wenn man auf der gleichen Seite bleiben will und einmal, wenn man die Seite erhältlich will, was aber nicht immer klar ist.

Besonders auf dem Weg nach Düsseldorf, wo es wohl auch noch mehrere Varianten gibt, von denen wir (hauptsächlich Stefan) nicht die nehmen wollten, die direkt durch die städtischen Vororte entlang großer Straßen ins Zentrum führt, sondern die, die am Rhein entlang naturnah und auf einem Bogen nach Düsseldorf bringen sollte, haben wir uns öfter begannen, was besonders, da wir schon fast 70km in den Beinen hatten und es immer mal wieder zu regnen drohte, etwas nervig war.

Am Ende kamen wir aber doch in Düsseldorf in der Stadtmitte an, wo wir zum Hauptbahnhof fuhren, um noch mit dem Zug nach Essen zu fahren, von wo wir morgen zu unserem Ruhrabstecher aufbrechen wollen.

Skyline von Düsseldorf

Der Bahnhof war übrigens richtig voll, da heute Abend wohl Borussia Dortmund gegen Uerdingen in Düsseldorf gespielt hat. Aber irgendwie haben wir uns mit unseren vollgepackten trafen durch die Menschenmassen und die zu kleinen Aufzüge gekämpft.

Soviel für heute. Ob wir morgen zum Aufschreiben eines Artikels kommen werden, weiß ich noch nicht. Falls nicht, habt bitte Geduld und wartet bis Sonntag. Zum Abschluss noch unsere beiden Tour-Abschnitte von heute: Widdig-Leverkusen, Leverkusen-Düsseldorf.

Burgen ohne Ende

Nachdem mir schon Beschwerden zu Ohren kamen, dass wir gestern nichts geschrieben haben, heute ein Bericht für zwei Tage. Aber gestern Abend saßen wie so lange mit Carola und Dirk zusammen, dass wir beide viel zu müde waren, noch etwas aufzuschreiben. Heute sind wir User auch müde, aber es ist noch nicht so spät.

Gestern Morgen starteten wir zu unserer zweiten Etappe von Bacharach nach Koblenz weiter durch das Welterbetal. Weiterhin gab es viele biegen zu sehen, wie hier die Burgen Pfalzgrafenstein und Gutenfels bei Kaub:

Kaub mit Burgen Pfalzgrafenstein und Gutenfels

Und natürlich die Loreley:

Loreley

Interessant waren auch die Burgen Sterrenfels und Liebenstein, die durch zwei Schildmauern getrennt sind und die sich die „zwei feindlichen Brüder“ heißen:

Die „zwei feindlichen Brüder“

Der sportliche Höhepunkt der gestrigen Etappe war dann der Anstieg in Koblenz nach Arenberg, den Wohnort von Carola und Dirk. Die Straße, die wir hoch fahren mussten, hieß bezeichnenderweise „Kniebreche“ und war sehr steil, aber unsere Knie ist etwas anderes haben wir uns zum Glück nicht gebrochen.

Bevor wir aber diesen Berg erklommen, haben wir noch eine kleine Shopping-Tour in Koblenz gemacht, um die Dinge zu kaufen, die wir vergessen haben. Stefan hat jetzt also einen neuen Titel, neue Badelatschen und neue Sandalen.

Bei Carola und Dirk war es schön. Wir hatten uns viel zu erzählen, da wir uns auch schon lange nicht mehr gesehen haben. Deswegen ist es auch ziemlich spät geworden (siehe den Anfang des Artikels). Vielen Dank nochmal an die beiden für ihre Gastfreundschaft.

Heute morgen ging es dann erst mal wieder den Berg, den wir gestern hoch fahren mussten, wieder runter. Hier noch ein paar Bilder von Koblenz:

Collage mit Koblenz-Bildern

Nach Koblenz änderte sich die Landschaft signifikant. Der angrenzenden Hügel reichten nicht mehr so nah an den Fluss heran, die Städte wurden größer, und wir mussten viel durch Industriegebiete fahren, aber Burgen gab es immer noch, wie hier z.B. das Schloss Drachenburg bei Königswinter:

Schloss Drachenburg

In Bonn-Bad Godesberg wartete dann eine Überraschung auf uns: wir trafen dort Sanja, die gestern mit ihrer Freundin Toni und deren Mutter dorthin gefahren ist, um eine Freundin von Tonis Mutter zu besuchen. Und da wir heute auch durch Bad Godesberg fuhren, haben wir noch ein Treffen vereinbart.

Danach fuhren wir noch durch Bonn, wo übrigens sehr viele Fahrradfahrer*innen unterwegs Rasten, und, entgegen unserer ursprünglichen Planung, sogar noch etwas weiter bis Widdig, einen kleinen Dorf, das ein direkt an Rhein gelegenes Hotel besitzt, in den wir noch ein Zimmer bekommen haben. Dort haben wir dann auf der Hotelterrasse bei einem Getränk den Tag gemütlich ausklingen lassen und dabei auf den Fluss geschaut und Schiffe beobachtet.

Der Rhein bei Widdig

Morgen werden wir dann voraussichtlich bis Düsseldorf fahren und müssen uns dann dort entscheiden, ob wir am Samstag weiter an Rhein bis Duisburg fahren und dann mit dem Zug nach Schwerte oder mit dem Zug von Düsseldorf nach Essen, um dann mit dem Rad ab der Ruhr nach Schwerte zu fahren.

Sicher sind aber schon die gemachten Touren, die ihr für nachverfolgen könnt: Bacharach-Koblenz und Koblenz-Widdig

Angekommen im Welterbe

Jetzt ist also unsere erste Etappe auf dem Weg nach Rotterdam absolviert. Und wie schon heute Morgen vermutet war unsere Vorbereitung vor allem was unsere Ausstattung betrifft nicht ganz optimal. Aber alles der Reihe nach.

Nach unserer Ankunft in Mainz und Schießen eines Startbildes führen wir endlich los, leider bei Regen. Wir dachten zwar immer, das es gleich aufhören wird, aber immer, wenn wir losfahren wollen würde der Regen wieder etwas stärker, so dass wir dann doch bei leichtem Regen losgefahren sind. Zuerst fuhren wir durch Mainz und dann das erste Mal über den Rhein in die Wiesbadener Vororte Mainz-Kastel und Mainz-Amöneburg. Leider ging der Weg da auf einer Straße entlang, von der man den Rhein nicht sah. Als wir dann endlich auf einem Weg am Rhein entlang fahren konnten, mussten wir gleich schon wieder auf die Straße zurück, da der Weg wegen Bauarbeiten an der Schiersteiner Autobahnbrücke gesperrt war. Aber nach Schierstein kamen wir dann doch endlich an den Rhein, an den wir dann ein Stück entlang gefahren sind.

Die Insel Mariannenaue

Da der heutige Abschnitt nicht so lang war, machten wir dann noch einen kleinen Abstecher zum Kloster Eberbach, damit wir auch ein paar Steigungen gefahren sind.

Kloster Eberbach

Vom Kloster Eberbach fuhren wir dann direkt noch Östrich-Winkel, von wo wir die Fähre wieder auf die andere Rheinseite nach Ingelheim nahmen. Ab dort ging es dann tatsächlich immer am Rhein entlang durch Bingen ins obere Mittelrheintal, dem Welterbe der UNESCO.

Nähe-Brücke in Bingen

Auffallend war die große Burgendichte ab Bingen. Fast alle 2-3km konnte man an den Hängen die nächste Burg sehen.

Burg Reichenstein

Wettermäßig hatten wir weitgehend Glück. Es hat zwar immer mal wieder etwas geregnet, aber nie richtig heftig (im Gegensatz zu jetzt, wo es richtig schüttet) und auch nie sehr lange.

Gegen 16 Uhr kamen wir in Bacharach unseren heutigen Tagesziel an. Auch die Herbergssuche gestaltete sich überraschend einfach, schon das zweite Hotel hatte ein freies Zimmer, so dass wir noch ziemlich viel Nachmittag hatten, um uns dieses im Herzen des Welterbes gelegenen Städtchens mit seinen vielen alten zwischen Rhein und Hunsrück eingezwängt Häusern anzuschauen.

Impressionen aus Bacharach

Aber zuvor mussten wir beim Auspacken, wie eingangs schon erwähnt, feststellen, dass wir beim Packen gestern geschludert hatten. Neben unserer Rückfahrkarte hatte ich (Stefan) auch vergessen meine Sandalen und einen Gürtel für meine Hose einzupacken, so dass ich dann mit meinen Sportschuhen, was nicht so schlimm war, und mit einer rutschenden Hose, was mich schon genervt hat, die Stadt erkunden musste. Leider hat Bacharach alles, was das Herz des Welterbe-Touristen erfreut, aber keine Läden, in dem man so ungewöhnliche Dinge wie Gürtel oder Sandalen kaufen kann, Stunden nur so nützliche Dinge wie Weingläser mit Welterbe-Aufdruck und ähnliches.

Aber morgen in Koblenz sollte es sicher auch solch exotische Dinge zu kaufen geben, vielleicht sogar ohne Welterbe. Damit wäre auch unser morgiges Etappenziel erwähnt, nämlich Koblenz, wo wir Karola und Dirk samt ihren Jungs besuchen werden.

Neben dem Welterbe ist Bacharach übrigens auch eine literarisch bedeutende Stadt: Die Lore Lay in Clemens Brentanos Ballade ist ein Mädchen aus Bacharach und von Heinrich Heine existiert ein Romanfragment „Der Rabbi von Bacherach„. Außerdem hat sich Victor Hugo lobend über Bacharach geäußert.

Zum Nachradeln unsere heutige Route: Mainz-Bacharach

Willkommen am Rhein

Nach Stefans Wanderung über die Alpen (nachzulesen unter Stefan wandert) steht jetzt ein neues Unternehmen auf dem Plan: Wir fahren mit dem Rad den Rhein entlang nach Rotterdam. Um sich auch an diesem Unternehmen Teil haben zu lassen, haben wir diesen Blog hier eingerichtet.

Momentan sitzen wir im Zug nach Mainz – wie früher so oft -, zum dort unsere Tour Bewegungen zu lassen. Die ersten Etappen von Heidelberg nach Worms und von Worms nach Mainz haben wir im Frühjahr schon als Training absolviert.

Anlass für diese Tour ist natürlich, dass noch bis Ende August unsere Tochter Nadjeschda in Rotterdam wohnt, wo sie ein freiwilliges, soziales Jahr bei Radar, einem „Büro für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung“, macht. Da Beate letztes Jahr beim Fahren des Neckar-Radweg ihre Begeisterung für Fluss-Radtouren entdeckt hat und Stefan immer für solche Unternehmen zu begeistern ist, nahmen wir dies zum Anlass, dieses Jahr am Rhein entlang zu fahren. In Rotterdam heißt der Rhein zwar nicht mehr Rhein sondern „Nieuwe Maas“ gehört aber zu den vielen Armen des Rheindeltas.

Während meiner (Stefans) Wanderung durch die Alpen habe ich mich manchmal danach gesehnt, endlich auf dieser Tour zu sein. Und das aus zweierlei Gründen: Zum einen, weil ich dann schon die Wanderung geschafft hätte und zum anderen, weil ich es mir bedeutend gemütlicher vorgestellt habe, 50-60km am Tag mit dem Fahrrad eine ebene Strecke zu fahren als 8 Stunden am Tag durchs Gebirge zu wandern. Mal sehen, ob es wirklich so entspannt wird, wie ich es mir damals vorgestellt hatte.

Gerade mussten wir feststellen, das unsere Vorbereitung doch nicht so gut war. Denn das schon vor Monaten gekaufte Zugticket für die Rückfahrt liegt noch zu Hause in der Schublade. Wir werden als Sanja bitten müssen, uns das Ticket nachzuschicken. Wenn das so weitergeht, wird das eine aufregende Reise werden…