Wieder unterwegs

Das Wichtigste zuerst: Ich schreibe heute nicht von zuhause, und wir sind nicht umgekehrt. Sondern wir sind tatsächlich heute wie geplant in Wörth an der Donau trotz Bahnstreik und Rückenschmerzen.

Aber nun der Reihe nach. Gestern habe ich schon über unsere Hindernisse bei der Anreiseplanung geschrieben, worüber ich aber noch nicht berichtet habe und was unseren ganzen Urlaub viel grundlegender in Frage gestellt hat, waren Beates Rückenschmerzen, die schon am Sonntag begonnen hatten und die sie trotz mehrerer Arztbesuche und Spritzen gestern immer noch gequält haben. Sie konnte kaum sitzen, jede Bewegung tat weh und sie stöhnte den ganzen Tag vor Schmerzen.

Aber heute morgen sind wir trotzdem aufgebrochen, obwohl ich ganz sicher war, dass wir bald wieder umkehren würden, weil Beate schon während der Bahnfahrt zu große Schmerzen haben würde. Doch zwei Überraschungen erwarteten mich: Ersten kamen wir völlig unspektakulär nach Regensburg, unsere Fahrt war geradezu langweilig und Beate hat durchgehalten, so dass wir um halb eins in Regensburg ersteinmal in einem indischen Restaurant gemütlich Mittagessen konnten, bevor wir dann endlich auf die Räder gestiegen und losgefahren sind.

Blick zurück auf die Regensburger Altstadt

Nach ziemlich genau einem Jahr konnten wir heute also unsere Fahrt auf dem Donauradweg fortsetzen, die wir letztes Jahr in Regensburg beendet haben. Für den Anfang haben wir nur eine kleine Etappe von ungefähr 35km zum Einfahren vorgesehen. Die folgenden Etappen werden dann alle so zwischen 60 und 70km sein.

Unser Weg führte heute an der Walhalla vorbei, an kleinen Dörfern mit schmucken Kirchen und, für alle Nachbar*innen, falls welche dies lesen sollten, an dem Dorf Kruckenberg vorbei, das für seinen Wein namens Kruckenberger bekannt ist.

Kirche von Schwabelweis
Walhalla bei Donaustauf
Blick auf die Donau bei Bach a.d. Donau
Fast wieder zuhause

Unser heutiges Ziel war Wörth, dessen Schloss man zwar schon von Weitem sehen konnte, das aber sonst wenig zu bieten hat, außer an Anzahl an Gasthäusern, in einem von denen wir uns jetzt gerade befinden. Morgen werden wir von hier aus nach Deggendorf starten.

Unser heutiges Ziel: Wörth

Und zum Schluss noch der Link zu unserer heutigen Tour zum Nachfahren: Regensburg-Wörth

Die Taschen sind gepackt

Am Vorabend zu unserer neuen Tour, bei der wir den im letzten Jahr begonnenen Donauradweg von Regensburg nach Wien fortsetzen werden, schreibe ich schon Mal ein paar Gedanken auf.

Während die anreisen zu unseren Touren in den letzten Jahren relativ unkompliziert raten, das wir nur mit den Nahverkehr nach Mainz (Rhein 2019) und Donaueschingen (Donau 2020) fahren mussten, war, ist und wird es dieses Jahr etwas komplizierter. Das fing schon vor ungefähr zwei Monaten an, als wir die Tickets für die Hinfahrt nach Regensburg und die Rückfahrt von Wien buchen wollten. Eigentlich wollten wir zwei Wochen früher fahren und jetzt schon wieder zurück sein. Während aber die Hinfahrt problemlos zu buchen war, brauchten wir für die Rückfahrt zwei Anläufe, bei dessen ersten wir trotz einstündiger Diskussion und Beschäftigung des ganzen Teams des Reisezentrum der Bahn in Heidelberg keine Verbindung finden konnten, bei der wir zwei Räder mitnehmen konnten. Scheinbar möchte in diesem Jahr halb Deutschland im August an der Donau Rad fahren und mit dem Zug von Wien zurück fahren. Deswegen haben wir irgendwann unsere hoffnungsloses Unterfangen aufgegeben und uns zur weiteren Beratung nach Hause zurückgezogen wo wir eine lange priorisierte Liste mit Variationen und Alternativen aufstellten. Und siehe da: schon die erste Variation, nämlich einfach zwei Wochen später, d.h. Anfang September anstatt Mitte August, erst ein Volltreffer, Beate konnte am nächsten Tag(unter reger Anteilnahme des Teams des Reisezentrums, das wieder das gleiche wie am Vortag war) problemlos für unsere Wunschverbindung Tickets inklusive Radreservierungen kaufen. Deswegen fahren wir jetzt also erst morgen los und hoffen, dass es vielleicht mit den Hotels jetzt im September auch einfacher sein wird, wenn weniger los ist.

Aber jetzt einfach morgen mit unserer gebuchten Verbindung nach Regensburg zu fahren, wäre natürlich etwas zu einfach. Seit einigen Wochen streiken ja die Lokführer*innen mehr oder weniger regelmäßig. Und wie es das Glück so will, werden sie ausgerechnet heute wieder für fünf Tage streiken. Die kurze Hoffnung, gerade unsere Verbindung würde trotzdem fahren, wurde durch die Veröffentlichung des Notfahrplans schnell zu Nichte gemacht, wir könnten zwar mit dem ICE wie gebucht von Nürnberg nach Regensburg fahren, aber kommen leider nicht so einfach nach Nürnberg, da unser IC von Karlsruhe nach Nürnberg natürlich ausfallen wird. Nach einigem Hin und Her haben wir aber jetzt eine Verbindung mit Nahverkehrszügen gefunden (für Fernverkehrszüge nimmt die Bahn keine Radreservierungen mehr an), die wahrscheinlich fahren werden und die uns dann hoffentlich nach Regensburg bringen werden, von wo wir dann morgen wie geplant starten werden. Die Reisedauer hat sich dadurch etwas verlängert und wir müssen früher hier losfahren, aber damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass wir zeitig genug in Regensburg sind, um noch bei Tageslicht nach Wörth fahren zu können, wo wir dann hoffentlich noch eine Unterkunft finden werden.

Apropos Unterkunft, eigentlich hatten wir schon eine. Ich habe schon vor einer Woche eine angefragt, die auch gleich geantwortet hatte, dass sie noch etwas frei hätten. Da mir dann aber einfiel, dass ich vielleicht doch noch nicht verbindlich buchen sollte, da ja noch die Gefahr des Bahnstreiks bestand, habe ich die Buchung noch etwas hinausgezögert. Am Sonntag Abend habe ich dann aber doch zugesagt, um am Montag nach Ankündigung des Streiks gleich wieder abzusagen, gerade noch rechtzeitig, da es in den Hotel eine Dreitage-Stornierungsfrist gibt. Wenn wir morgen jetzt doch wieder dort auftauchen, hoffen wir erstens, dass es noch ein Freude Zimmer gibt, und zweitens, dass sie sich daran erinnern, dass ich der bin, der ständig zu- und abgesagt hat. Das wäre mir nämlich etwas peinlich. Aber eigentlich können sie ja froh sein, wenn wir doch kommen …

Schönes Ende einer schönen Tour

Mittlerweile sitzen wir schon im Zug nach Nürnberg, womit unsere Fahrradtour an der Donau endgültig zu Ende ist. Wie ich schon am Donnerstag geschrieben habe, haben wir uns jetzt doch entschieden, sehr zur Freude von Sanja, nur bis Regensburg zu fahren.

Aber bevor wir dort ankamen hatten wir gestern noch eine lange, aber schöne Etappe vor uns. Der erste Teil des gestrigen Tages hätte auch immer dem Motto „Hopfen und Malz, Gott erhalt’s“ stehen können. Denn von Vohburg aus fuhren wir wieder hauptsächlich durch landwirtschaftlich genutzte Gebiete, diesmal aber zur Abwechslung mit viel Hopfenanbau. Da scheinbar bei Hopfen auch gerade die Erntezeit ist, konnten wir auch in einigen Dörfern den, wie die Hopfeldolden von den geernteten Pflanzen getrennt wurden.

Klosterbrauerei Weltenburg

Den Schlusspunkt der ersten Teiletappe von gestern bildete dann das Kloster Weltenburg mit seiner ältesten Klosterbrauerei, die den Hopfen dann mit Markt und Wasser versetzt zu Bier braut. Von diesen Bier haben wir aber nichts probiert, da man dafür einen Tisch hätte reserviert haben müssen oder lange hätte warten müssen. Außerdem wäre uns das Weiterfahren dann vielleicht auch etwas schwerer gefallen. Deshalb nutzten wir die Zeit zum Anschauen der Klosterkirche, die mit barocken Deckenmalerei prächtig ausgestaltet ist und zum Aufsuchen des Klosterladens.

Kloster Weltenburg von der Donau aus

Die Weiterfahrt erfolgte dann aber nicht mit dem Fahrrad, sondern wie schon angekündigt mit dem Schiff, von dem aus man den Donaudurchbruch, durch den die Donau sich in das Altmühltal gemogelt hat, am besten sehen kann mit den steilen Felsen rechts und links, die direkt aus der Donau herausragen.

Der Donaudurchbruch

Angekommen in Kelheim mussten wir uns dann entscheiden, ob wir tatsächlich noch bis Regensburg fahren wollten, was noch einmal fast 40km gewesen wären, oder unterwegs noch einmal eine Übernachtung einlegen sollten. Nachdem wir aber kein geeignetes Quartier vor Regensburg gefunden hatten, beschlossen wir doch bis Regensburg durch zu radeln, wo wir ein preislich passendes Hotel gefunden hatten.

Die Berufungshalle von Kelheim

Die Strecke von Kelheim bis Regensburg ähnelte eher dem, was wir letztes Jahr am Rhein schon gesehen haben. Seit Kelheim sind große und kleine Schiffe auf den Fluss unterwegs, der Fluss schlängelt sich in großen, wir ausladenden Schleifen durch sein Tal und die Straßen Düren hat auf Flussniveau am Fluss entlang. Im Unterschied zum Rhein, zumindest zu den Teil, den wie letztes Jahr gesehen haben, finden sich aber immer wieder kleine Strandabschnitte, die besonders bei dem schönen Wetter gestern, reichlich zum Baden oder zumindest zum Sonnen Geburt wurden. Manchmal gab es auch ein paar Altdonauarme, an denen man zahlreiche Wasservögel beobachten konnte.

Altarm der Donau

In Regensburg ließen wir den Tag dann noch in einer urigen Studentenkneipe in Stadtamhof ausklingen, womit unsere 7-tägige Tour an der Donau beendet wäre. Insgesamt war es eine sehr schöne Tour, wenn wir an den ersten Tagen auch nicht ganz viel Glück mit dem Wetter hatten, aber wir haben sehr viel und schönes gesehen, blieben von Unfällen und Pannen verschont, und keiner ist krank geworden oder musste wegen Verletzungen oder Entkräftung aufgeben. Vor allem freut mich, dass Sanja auch bis Regensburg durchgehalten hat. Ich hoffe, dass es nicht ihre letzte Radtour mit uns gewesen war.

Hier könnt ihr wir immer sehen, Woche Strecke wir gefahren sind:

Von Vohburg nach Weltenburg

Von Kelheim nach Regensburg

P.S.: Zum Abschluss noch ein paar Impressionen von Regensburg:

Radtour ohne Ende?

Heute fange ich mit dem Ende unserer Tour an. In den letzten Tagen gab es nämlich heftige Diskussionen, wie lange wir eigentlich noch fahren wollen. Ursprünglich war geplant, insgesamt 10 Tage, also bis Montag, zu fahren, so dass wir bei ungefähr 60-65km an Tag bis nach Passau gekommen wären. Sanja hat aber so langsam genug und plädierte daher dafür schon am Samstag zurückzufahren, so dass wir nur bis Regensburg kommen würden. Nach langen Diskussionen konnten wir aber Sanja mit vielen Versprechungen davon überzeugen, doch bis Passau fahren zu wollen. Leider haben wir die Rechnung ohne die Deutsche Bahn gemacht. In Ingolstadt haben wir extra einen kleinen Umweg über den Hauptbahnhof gemacht, um noch Fahrradreservierungen von Passau nach Heidelberg zu besorgen. Aber für den ganzen Montag gibt es keine freien Plätze mehr, und für Sonntag und Samstag auch nicht. Müssen wir jetzt also unendlich mit den Fahrrad weiterfahren? Natürlich nicht, wir haben uns entschieden, nur bis Regensburg zu fahren, wo wir entweder morgen Abend oder am Samstag morgen ankommen werden und dann mit dem Nahverkehr zurückzufahren, wo man keine Reservierung braucht.

Aber diese ganze Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie Scheitern oder unvorhergesehene Probleme neue Perspektiven und Möglichkeiten eröffnen können. Da wir mit dem Nahverkehr sowieso über Nürnberg fahren müssen und wir ja noch ein bisschen Zeit haben, haben wir beschlossen am Samstag noch Beates Schwester in Röthenbach zu besuchen und erst Sonntag nach Hause zu fahren.

Jetzt aber zu den Erlebnissen und Sehenswürdigkeiten unseres heutigen Tages. An Straßen lagen heute Neuburg, Ingolstadt und Vohburg, wo wir jetzt gerade im Hotel sind und Fußball glotzen.

Heute haben wir wieder etwas mehr Donau gesehen und sind stellenweise durch schöne Natur gefahren und, es fast das Beste war: heute hatten wir durchgehend schönes Wetter.

Die Donau mitten im Grünen

In Neuburg haben wir nicht lange angehalten, sondern nur ein paar Bilder des dortigen Schloss gemacht:

Das Schloss von Neuburg

Der Weg von Neuburg nach Ingolstadt ging dann wieder eher weiter von der Donau entfernt über Wiesen, Felder und Auenlandschaft, gelegentlich unterbrochen von ein paar kleineren Land- oder Jagdschlössern.

Blick von der Donau auf die Altstadt von Ingolstadt

In Ingolstadt haben wir auch bis auf den eingangs erwähnten erfolglosen Stopp an Bahnhof nicht weiter angehalten und sind bis Vohburg durchgefahren, ein schönes Städtchen mit einer Burg und einer historischen Altstadt.

Vohburg

Morgen werden wir voraussichtlich das erste Stück unserer Tour mit einem anderen Verkehrsmittel als den Tag zurücklegen. Wir wollen nämlich mit dem Schiff von Weltenburg nach Kelheim fahren, um so den Donaudurchbruch richtig sehen zu können.

Zum Abschluss wieder unsere jetzige Etappe zum Nachfahren:

Von Marxheim nach Vohburg

Endlich Sonnenschein

Heute hat es tatsächlich geklappt: wir saßen am Abend nach gemachter Tour im Sonnenschein an der Donau, genossen die Ruhe und beobachten den sanft fließenden Fluss bzw. die zwei zusammenfließenden Flüsse, denn unsere Quartier für die Nacht befindet sich genau gegenüber der Mündung des Lechs in die Donau.

Aber nicht nur der Abend war schön, der ganze Tag war heute schön, nicht nur wettermäßig, obwohl dieses spät besser als angekündigt war. Aber auch die Städte, die wir heute durchfuhren, waren schön anzusehen. Wie auch schon gestern, reihte sich heute, zumindest in der ersten Hälfte des Tages, eine Stadt an die andere: Nach Gundelfingen kam Lauingen, dann Dillingen und Höchstädt, jede mit interessanten Bauwerken.

Das Rathaus von Lauingen
Die Altstadt von Dillingen
Das Schloss von Höchstädt

Vor lauter Städte haben wir heute auch wenig von der Donau gesehen, obwohl wir ja auf dem Donauradweg fahren. Während wir gestern wenigsten abschnittsweise direkt auf den doch an der Donau entlang gehalten sind – was wegen der Feuchtigkeit und des damit verbundenen matschigen Untergrunds auch nicht immer angenehm war -, ging es heute fast nur auf der Straße oder auf asphaltierten Radwegen neben der Straße entlang. Auch zwischen Höchstädt und Donauwörth, als wir abseits von größeren Siedlungen nur durch Felder fuhren, waren wir immer auf der Straße und konnten die Donau nur von weitem erahnen. Aber dafür kamen wir heute auch schneller als an den Vortagen voran.

Wer findet die Donau?

Aber in Donauwörth, wohin wir fast nicht gekommen wären, weil wir uns das erste Mal auf dem ansonsten sehr gut ausgeschilderten Weg verfahren hatten, überquerten wir die Donau und fuhren auch Sinn kleines Stück an ihr entlang. Aber zuvor nutzten wir die letzte Stadt des Tages zu einer ausgedehnten Mittagspause mit Mittagessen, kleinen Stadtbummel und Kaffeetrinken. Auch Donauwörth ist eine sehr sehenswerte Stadt.

Die Reichsstraße in Donauwörth

Frisch gestärkt brachen wir dann zum letzten kleinen Abschnitt unserer heutigen Etappe auf, nämlich von Donauwörth nach Marxheim, wo nach einem weitgehend flachen Tag doch noch ein paar Steigungen auf und warteten. Aber auch diese haben wir gemeistert und konnten dann den Abend, wir eingangs schon erwähnt, an der Donau unweit unseres kleinen Hotels genießen.

Beate und Sanja an der Donau

Wie immer zum Abschluss noch unsere Heurigen Fahrtrouten:

Von Gundelfingen nach Donauwörth

Von Donauwörth nach Marxheim

Regenmusik

Es ist schon interessant, wie auf so einer Tour plötzlich Dinge wichtig werden, die man sonst eher an Rande wahrnimmt, so wie z.B. das Wetter oder genauer der Regen. Heute hatten wir dies bezüglich Glück. Als wir aufwachten, sah es zwar nass aus, aber der Regen hatte schon aufgehört. Während wir aber noch frühstückten, fing es schon wieder an. Bis wir aber dann losgefahren sind, hatte es auch schon wieder aufgehört.

So fuhren wir also frohgemut, wenn auch mit einer etwas müden Sanja, bei trockenem Himmel los. Unser erstes Ziel heute war Ulm. Interessant war, dass auch heute noch das Ulmer Münster ein imposantes Bauwerk ist, das man schon aus 10km Entfernung aus der Stadtsilhouette herausragen sieht. Aber um auf das einleitende Thema wieder zurückzukommen, über dem Münster braute sich schon wieder die nächste dunkle Regenwolke zusammen. Aber diesmal hatten wir Glück; als es wieder in Strömen zu regnen begann, erreichten wir gerade das Münster, schlossen dort unsere Räder an und stürzen noch schnell in die Kirche.

Unsere Räder vor dem Münster

Dort gab es zu Mittag eine halbstündige Orgelmusik, die uns gerade recht kann, um uns etwas auszuruhen und den Regen zu überbrücken. Nachdem wir uns noch etwas im Innern umgeschaut hatten, hatte es zwar immer noch nicht zu regnen aufgehört, aber schon stark nachgelassen. Bis wir noch unsere Einkäufe erledigt hatten, rar es aber wieder trocken, so dass wir zum zweiten Teil unserer heutigen Tour starten konnten.

Der Turm des Ulmer Münster

Die Donau, die ja diesmal unser eigentliches Ziel ist, sieht seit Ulm übrigens eher so aus, wie man sich einen großen europäischen Fluss vorstellt: Breit und gerade mit vielen Staustufen und Flusskraftwerken. Aber trotzdem gibt es immer wieder auch schöne Stellen mit idyllischer Natur.

Wasservögel in der Donau
Kraftwerke an der Donau

Unser Etappenziel heute war Gundelfingen. Hier wollten wir eigentlich Beates Cousine besuchen. Da aber die Kontaktaufnahme scheiterte, wurde aus diesem Besuch nichts, so dass wir jetzt in einer Metzgerei übernachten, bzw. im Landgasthof Sonne, der gleichzeitig ein Steakhaus und eine Metzgerei ist. Aber es gibt hier tatsächlich auch vegetarisches Essen, so dass wir hier auch glaub Abend gegessen haben.

Vor dem Toren von Gundelfingen

Hier noch unsere zurückgelegten Strecken:

Von Ulm nach Gundelfingen

Von Donaurieden nach Ulm

Beates Geburtstag

Während Beate ihre Geburtstagsglückwünsche entgegen nimmt, schreibe ich kurz auf, es wir heute außer Beates Geburtstag noch erlebt haben. Nach einem Geburtstagsfrühstück fuhren wir heute bei fast schönem Wetter von Herbertingen ab. Zwischendurch kam sogar etwas die Sonne heraus, eine wahre Wohltat nach dem Regentag gestern. Aber soviel schon vorweg, das Wetter hat sich nicht ganz an die Abmachung gehalten, heute für Geburtswetter zu sorgen.

Bezüglich der Landschaft setzte sich heute fort, was sich gestern auf dem letzten Teil schon angekündigt hatte, langsam verliert die Donau hier immer mehr ihre Natürlichkeit und wird immer mehr von menschlichen Eingriffen beeinflusst. So sahen wir heute auch mehr Felder, Dörfe und Städte als Wald, Felsen, und Wiesen wir gestern. Auch ging der Weg heute mehr an Straßen entlang als über Waldwege. Ein Stück führte uns auch über den ersten Deich, den wir bislang an der Donau gesehen haben. Und es gab renaturierte Donauabschnitte, die natürlich ersteinmal eine künstliche Veränderung vorausgesetzt haben.

Aber die Städtchen und Dörfe, die wir sahen, ersten sehenswert. Es gibt hier viele alte Bausubstanz mit Fachwerk und weiterhin Burgen und Klöster.

Ehemaliges Kloster von Obermachtal
Stadtansicht von Munderkingen

Aber eine Sache über unseren Weg wollte ich noch erwähnen: Nachdem wir gestern darauf vorbereitet waren, ständig hoch und runter fahren zu müssen, hatten wir uns heute eher auf eine weitgehend flache Strecke mit gelegentlichen Steigungen eingestellt. Das war im Prinzip auch richtig, aber trotzdem bzw. deswegen staunten wir nicht schlecht, als wir plötzlich ein Schild sahen, das eine Steigung von 20% angekündigte. Das schauen wir natürlich nicht hoch zu fahren, sondern mussten unsere Räder schieben. Aber oben angekommen wartete ein schön ausgestatteter Rastplatz für Fahrradfahrer*innen auf uns: Mit gepolsterten Sitzen, Dach und Trinkwasserquelle.

Rastplatz nach der 20%-Steigung

Aber wie schon am Anfang kurz angekündigt spielte und das Wetter noch einen Streich. Wie geplant wollten wir in Ehingen zu Ehren von Beates Geburtstag in einem Café Torte essen. Dass das einzige Café gerade Sommerpause hatte und wir deswegen im Paradies bzw. im gleichnamigen Eiscafé stattdessen Eisbecher Essen mussten, war nicht weiter schlimm. Aber während wir noch genüsslich unser Eis verspeisten, fing es doch tatsächlich wieder zu regnen an. Da wir mit mir einem Schauer rechneten, besonders da es am Horizont schon wieder heller wurde, dachten wir den Regen beim Eis aussitzen zu können. Als aber nach 2 Stunden immer noch keine Besserung in Sicht war, bissen wir doch in den sauren Apfel bzw. stiegen in unsere Regenklamotten, und fuhren bei strömendem Regen wieder los. Diesmal dauerte es zwar nur knapp eine halbe Stunde bis wir das Regengebiet hinter uns hatten (dort schien es überhaupt kein bisschen geregnet zu haben), es reichte aber trotzdem, um wieder komplett nass zu werden. Als wir kurz danach in unserer Pension ankamen, schauten die etwas ungläubig, das es dort tatsächlich den ganzen Tag nicht geregnet hatte.

Nachdem wir geduscht und wieder gezrocknet waren, ließen wir den Tag dann standesgemäß bei einem schönen Abendessen zur Feier von Beates Geburtstag ausklingen bzw. mit dem Aufschreiben unserer heutigen Erlebnisse. Morgen geht es dann über Ulm weiter nach Gundelfingen. Aber vorher hier noch die Strecken von heute.

Von Herbertingen nach Ehingen

Von Ehingen nach Donaurieden

Wasser wohin man schaut

Was der Wetterbericht gestern versprochen hat, hat er leider gehalten. Heute sind wir eigentlich den ganzen Tag durch strömenden Regen gefahren. Schon beim Frühstück konnten wir den Ausblick auf herunterfallendes Wasser genießen. Leider mussten wir dann aber doch irgendwann einmal raus und losfahren.

Im Gegensatz zur Tour gestern, die im Wesentlichen durch die Donauauen auf Flussniveau entlang führte, lag heute der anspruchsvollste Abschnitt mit ständigem Auf und Ab vor uns. Auf der heutigen Etappe floss die Donau eng begrenzt von den Felshängen der südlichen Schwäbischen Alb, so dass wenig Platz für einen Weg im Tal bleibt, weshalb wir immer wieder Steigungen hoch und wieder runter fahren mussten. Aber insgesamt waren es natürlich keine langen Anstiege, dafür aber recht viele.

Landschaftlich war aber auch dieser Teil sehr reizvoll. Und im Unterschied zu gestern säumten unseren Weg auch viele Burgen und Klöster. Bei schönem Wetter wäre das alles natürlich noch viel schöner gewesen. Und obwohl es viel zu sehen gab, haben wir ziemlich selten angehalten und deswegen auch nur wenige Bilder gemacht. Nicht einmal am Kloster Beuron, das Beate ursprüngliche unbedingt sehen wollte, haben wir länger gestoppt, als die ein Bild nötig gewesen war.

Kloster Beuron im Nebel

Irgendwann waren wir trotz Regenkleidung so kalt und durchnässt, dass die Stimmung schneller in den Keller ging als die Donau hier fließt. Apropos Regenkleidung: an Freitag habe ich mir in Heidelberg extra noch Regenüberschuhe gekauft, als ich sie heute aber abziehen wollte, musste ich feststellen, dass in der Packung zwei verschieden Größen waren, ein linker Schuh mit Größe 36-39 und ein rechter mit Größe 44-46. So waren sie leider komplett unbrauchbar; wenn es wenigstens zwei mit der gleichen Größe gewesen wären, hätten Beate oder Sanja sie benutzen können, aber so konnte sie keiner benutzen. Entsprechend hatten wir dann, als wir am Mittag in Sigmaringen ankamen, alle das Wasser in den Schuhen stehen.

Das Hohenzollernschloss Sigmaringen

Auch in Sigmaringen statteten wir dem Schloss keinen Besuch ab, sondern einem indischen Restaurant, in dem wir unsere triefenden Jacken und Hosen abtropfen ließen, uns mit mehreren indischen Tees etwas aufwärmten und natürlich Mittag aßen.

Nach dem Mittagessen brachen wir dann frisch gestärkt, etwas angetrocknet und aufgetaut zum letzten Drittel unseres Weges auf. Mittlerweile hatte der Regen auch etwas nachgelassen, später sollte er sogar ganz aufhören. Leider war die Landschaft dann nicht mehr ganz so interessant. Unser Quartier haben wir uns heute in Herbertingen genommen, von wo wir dann morgen an Beates Geburtstag auch wieder starten werden.

Nachdem gestern die Technik versagt hat, gibt es heute gleich zwei Tracks zum nachfahren: Den ersten von und den zweiten :

Von Sigmaringen nach Herbertingen

Von Fridingen nach Sigmaringen

Wieder unterwegs

Reichlich ein Jahr nach unserer letzten Tour nach Rotterdam sind wir wieder unterwegs, diesmal an der Donau entlang Richtung Passau. Außerdem begleitet uns dieses Jahr unsere Tochter Sanja.

Sanja und Beate am Startpunkt des Donauradweg

Aber bevor wir starten konnten mussten wir ersteinmal mit dem Zug von Heidelberg nach Donaueschingen fahren, wo sich neben der offiziellen Donauqelle auch der Startpunkt des Donauradweg befindet.

Donauquelle

Aber bevor wir tatsächlich an die Donau kamen, mussten wir ersteinmal die erste Umleitung unserer Tour fahren, die uns ungefähr drei Kilometer mehr Strecke kostete und den Anblick des tatsächlichen Anfangs der Donau am Zusammenfluss von Brigach und Bregg zur Donau. Dafür sagen wir aber Bregg und Brigach einzeln auf unserem Umweg. Nach reichlich 5 km Fahrt erreichten wir dann aber endlich die Donau, von der wir uns heute dann auch nicht mehr weit entfernten und in den nächsten 9 Tagen auch nicht mehr entfernen wollen.

Unsere erste Donauüberquerung

Die nächsten Kilometer führten dann durch die grünen Donauauen, durch die sich der noch junge und schmale Fluss sanft mäandert. Leider begann es dann bald zu regnen, was den Genuss etwas trübte. Der Höhepunkt unserer heutigen Etappe war aber die sogenannte Donauversinkung oder -Versickerung, bei der die Donau immer wieder komplett unter der Erde verschwindet und nur punktuell wieder zum Vorschein kommt.

Sanja in der versickerten Donau

Der Endpunkt unserer heutigen Tour war Fridingen, das noch eine kleine sportliche Herausforderung für und bereit hielt: unser Hotel befindet sich nämlich an der Adresse Bergsteig 1, der nicht nur so heißt, sondern wirklich weit oben liegt. Außerdem habe ich einen kurzen Weg durch den Wald ausgewählt, der aber mit dem Rad nicht zu befahren war, so dass wir unsere Räder einen schmalen und stellen Pfad hochschieben mussten und so am Ende trotz des kühlen Wetters sich noch ins Schwitzen kamen.

Morgen geht es dann weiter auf einer hügeligen Etappe nach Herbertingen. Leider sieht die Wettervorhersage auch nicht besser aus als heute. Aber mal sehen, wir es wirklich werden wird.

Das Land der Windmühlen

Während die vorherigen Tage unser Radtour durch die Niederlande eher Klischees wiederlegt hatten, wie z.B. der viele Wald nach Arnheim oder die Obstbaumplantagen am Linge, bestätigte zumindest unsere gestrige, letzte Etappe das Klischee der Niederlande als das Land der Windmühlen. Laut Reiseführer gab es in den Niederlanden einmal 9000 Windmühlen, von denen heute noch ungefähr ein Zehntel existieren. Und von diesen haben wir gestern wahrscheinlich ein Zehntel gesehen.

Aber zuerst fuhren wir durch Dordrecht, das eine schöne Altstadt und einen alten Hafen hat. Sicherlich hätte es sich auch gelohnt, sich die Stadt auch in Ruhe anzuschauen, aber da unser Ziel gestern Rotterdam war, sind wir ohne Stopp nur durchgefahren.

Blick auf Dordrecht

Nach Dordrecht begann dann aber gleich das Windmühlenland. Zuerst trauen sie nur einzeln auf, wie dieses Exemplar bei Papendrecht:

Windmühle bei Papendrecht

Später sahen wir dann immer mehrere Windmühlen auf einmal, wie zum Beispiel hier:

Finde die drei Windmühlen

Darunter waren auch noch im Betrieb befindliche (zumindest drehten sich die Windmühlenflügel) und schön restaurierte.

Noch eine Windmühle

Und plötzlich war der ganz Horizont voller Windmühlen.

Windmühlen von Kinderdijk

Aber nicht nur zahllose Windmühlen waren dort zu sehen, sondern auch hunderte von Menschen, die diese besichtigten. Wir waren im Weltkulturerbe „Windmühlen von Kinderdijk“ angekommen, von dem wir hat nicht wussten, dass wir es durchfahren würden. Wir stellten uns natürlich die Frage, wofür überhaupt so viele Windmühlen einmal gebraucht wurden, allein zum Kornmahlen sicher nicht. Aber eine kurze Recherche klärte und darüber auf, dass die Mühlen zum entwässern der Polder, die unter dem Meeresspiegel liegen, nötig waren. Heute wird das natürlich über strombetriebene Pumpen gemacht. Aber am Ende des zweiten Weltkriegs, als die Kraftwerke zerstört waren, mussten die Mühlen wohl wieder ihre traditionelle Arbeit verrichten.

Besucherströme in Kinderdijk

Nach Kinderdijk stand mal wieder eine Fährfahrt an, schon die zweite gestern. Wir auch schon bei der ersten an diesem Tag (von Dordrecht aus) hätten wir auch diesmal direkt zur Erasmusbrücke nach Rotterdam fahren können. Aber wir wollen ja mit dem Fahrrad nach Rotterdam fahren, so dass wir dieser Versuchung wiederstanden und auch die letzten 15km mit dem Fahrrad und nicht mit dem Waterbus fuhren.

Kurz nach Kinderdijk bzw. Ridderkerk, wo wir mit der Fähre hin übergesetzt hatten, überfuhren wir dann die Rotterdamer Stadtgrenze, es wir natürlich im Bild festhalten mussten.

Endlich in Rotterdam

Bevor es richtig in die Stadt ging, fahren wir auch noch eine moderne Windmühle bzw. ein Windkraftwerk, von denen es hier überraschend wenige gibt.

Windkraftwerk

Und dann sagen wir auch schon die ersten markanten Bauwerke von Rotterdam, die wir schon von unseren vorherigen besuchten kannten.

Skyline von Rotterdam

Und zu guter Letzt kamen wir nach 680km Fahrradfahren und vielleicht 150km Zugfahren (für unseren Abstecher an die Ruhr) und vielen Fährfahrten am zehnten Tag unserer Tour an der Erasmusbrücke in Rotterdam an.

Beate und Stefan am Ziel

Da Nadjeschda noch arbeiten musste, fuhren wir nicht direkt zu ihr, sondern erst ins Hotel, wo wir auf sie warteten. Den Abend verbrachten wir dann gemeinsam bei einem Abendessen und heute besuchten wir das Museum Hendrik Chabot, da das Museum Boijmans van Beuningen, das wir eigentlich besuchten wollten, für die nächsten Jahre wegen Renovierung geschlossen ist und einen Teil seiner Sammlung in andere Museen ausgelagert hat.

Zum Abschluss noch unsere letzte Tour: Dordrecht-Rotterdam