Alleine im Wind

Gestern war ich nach fast 90km zügiger Fahrt gehen den Wind und noch einen dreistündigen Bummel durch Wien zu müde, um noch etwas aufzuschreiben. Deshalb kommt heute erst der letzte Bericht vom zweiten Teil unserer Donautour von Regensburg nach Wien.

Wir die Überschrift schon vermuten lässt, musste ich gestern bedauerlicherweise alleine fahren. Beates Schmerzen in der Hand waren doch zu stark, um so eine lange Strecke zu fahren, wie sich später auch bei den 6-7 km durch Wien vom Bahnhof zum Hotel auch noch einmal bestätigen sollte. Deshalb machte sich Beate in Krems ersteinmal auf den Weg ins Krankenhaus, um nach ihrer Hand schauen zu lassen, während ich, etwas traurig alleine fahren zu müssen aber auch etwas fertig alleine in meinem Tempo fahren zu dürfen, Richtung Wien aufbrach.

Die Entscheidung, auf welcher Seite der Donau ich fahren sollte, wurde mir dadurch abgenommen, dass ich mich plötzlich auf einer Donaubrücke wiederfand, ohne mich bewusst an die Stelle erinnern zu können, an der ich dorthin abgebogen bin. Aber wir dem auch sei, danke erst entschieden, dass ich auf der südlichen Seite der Donau nach Wien fuhr.

Auf dieser Seite (aber natürlich auch auf der anderen) änderte sich für Landschaft mal wieder. Während in der Wachau die Hügel nicht weit von der Donau entfernt waren, weitete die Landschaft sich jetzt wieder deutlich. Es gab jetzt wieder viele Felder und auch einige Kraftwerke, wie eigentlich überall an der Donau. Diesmal insbesondere das AKW Zwentendorf, das einzige Atomkraftwerk Österreichs, das aber nie ans Netz gegangen ist und das heute eine große Photovoltaikanlage beherbergt.

Auch auf dieser Teilstrecke gab es natürlich auch wieder die obligatorischen Burgen und Klöster, so z.B. die Burg Greifenstein, die das Donautal vor Wien bewacht, wo die Hänge des Wienerwaldes den Fluss wieder einengen, und Klosterneuburg in der gleichnamigen Stadt.

Der Wienerwald
Klosterneuburg

Und plötzlich war auch schon die Skyline von Wien zu sehen, das Ziel unserer Reise. Mittlerweile hatte mich Beate auch anrufen und mit mitgeteilt, dass an ihrer Hand nichts gebrochen wäre und dass sie nun mit dem Zug nach Wien führe, wo wir uns dann am Bahnhof treffen wollten, um gemeinsam zu unseren Hotel hier in Wien zu fahren. Kurz vor dem Treffpunkt mit Beate von ich übrigens auch noch an einem von Hundertwasser gestalteten Heizkraftwerk vorbeigekommen, wir ihr auf den Bild unten sehen könnt.

Skyline von Wien
Heizkraftwerk Spittelau

Die letzten Kilometer vom Franz-Josefs-Bahnhof zum Hotel wenn zweifellos die stressigsten unser Reise. Ersteinmal dich wieder daran zu gewöhnen in einer Großstadt Fahrrad zu fahren war schon schwer genug. Erschwert wurde es durch unsere mangelnde Ortskenntnis, weshalb wir uns auf Google Maps verlassen mussten, das trotz Fahrradroute uns auf eine dreispurige (in eine Richtung!) Bundesstraße schickte und nicht auf die parallel dazu verlaufende Radstraße, so dass ich also einmal auf den Verkehr achten musste, die Karte im Blick eine bessere Radroute finden musste und dabei auch nicht Beate verlieren durfte. Das war gar anstrengender als die über 80km zuvor. Aber wir sind dann doch kein und ohne weiteren Unfall im Hotel angekommen.

An Abend haben wir dann noch einen längeren Stadtspaziergang gemacht und in einem Äpfel- und Erdäpfel-Restaurant zu Abend gegessen.

Heute sind wir den ganzen Tag durch Wien gewandert und haben uns zum Abschluss unserer Donautour noch eine Ausstellung über die Donau in der Nationalbibliothek angeschaut, für Sanja einen Lipizzaner fotografiert, und zu guter Letzt in einem georgischen Restaurant zu Abend gegessen.

Lipizzaner in der Stallburg

Damit ist unser diesjährigen Jahresurlaub zu Ende und morgen fahren wir wieder nach Hause nach Heidelberg. Trotz aller Widrigkeiten und Erschwernisse, wie Bahnstreik und Hexenschuss, kaputte Reifen und Luftpumpen und unaufmerksame Mitfahrer und ein Unfall mit einer Verletzten eine ereignis- und erlebnisreiche Zeit, an die wir noch lange denken werden und während der wir auch viel schönes gesehen haben.

Heute noch die letzte Etappe als Komoot-Tour: Von Krems nach Wien.

Schock am Morgen

Normalerweise hätte ich heute von unserer tollen Fahrt durch die Wachau geschrieben, von dem wunderbaren Wetter, von den malerischen Dörfern in einer von saftigem Grün erfüllten Landschaft mit Obstbäumen und Weinreben, bewaldeten Hügel und einen sanft dahin fließenden Fluss mittendrin, von all den Bürgern Burgen, Klöstern, Schlössern und Wehrkirchen, am denen wir vorbeigefahren sind oder die wir von weitem gesehen haben, teils weit oben auf Felsen, teils direkt am Weg. Oder ich hätte von dem prachtvollen Stift Melk erzählt, das auf einem Hügel über der Donau thront und auch von unten einem atemberaubenden Anblick bietet. Oder ich würde schwärmen von der quirligen Altstadt von Krems mit ihren Kirchen und alten Häusern und engen Gassen.

Stift Melk
Wehrkirche in Weißenkirchen
Burgruine hoch auf einem Felsen
Landschaft in der Wachau
Gasse in Dürnstein
Stadttor von Dürnstein

Stattdessen muss ich aber – wir schon in der Überschrift angedeutet – über ein anderes Ereignis berichten, das den ganzen Tag überschattet hat und unsere Freude über die phantastische Etappe doch sehr getrübt hat.

Der Tag begann jedoch noch sehr schön. Im Gegensatz zu gestern war der Himmel heute morgen schon wieder strahlend blau und es besprech ein schöner Tag zu werden. Nach einem familiären Frühstück in der Pension, brachen wir frohen Mutes und hoch motiviert auf und fuhren gemütlich, über alles mögliche plaudernd an der Donau entlang, als ich plötzlich bemerkte, dass wir rechts abbiegen mussten, und ich deswegen instinktiv nach rechts lenkte. Unglücklicherweise fuhr ich links neben Beate und sie sah das Wegzeichen nicht, weswegen sie einfach gerade aus weiterfuhr, so dass ich sie von der Seite rammte und damit zu Fall brachte. Beate stürzte und schrie vor Schmerzen und blieb erst einmal liegen. In diesem Moment dachte ich, sie hat sich bestimmt etwas gebrochen und damit ist der Urlaub zu Ende. Nachdem der erste Schock überwunden war, konnte sie aber wieder aufstehen und, nach einer kurzen Ruhepause wieder weiterfahren. Aber sie hat nun einen riesigen blauen Fleck am linken Oberschenkel und sich die linke Hand bereitet ihr Schmerzen, und insgesamt hat sie der Unfall doch sehr mitgenommen. Sie konnte heute nur recht langsam fahren und fühlte sich insgesamt sehr schlapp und müde. Vor allem das langsame Fahren hat mich dann auch angestrengt.

Aber allen widrigen Umständen zum Trotz sind wir heute radelnd in Krems angekommen, wo wir noch einen schönen Stadtbummel machten und zu Abend aßen. Beim Abendessen machten wir aber schon Alternativpläne für morgen. Von Krems kann man auch mit dem Zug nach Wien fahren und, wenn es Beate morgen nicht besser geht, wird sie vielleicht den Zug nehmen und ich die letzte Etappe alleine fahren. Oder sie wird bis Tulln radfahren und dort in den Zug steigen.

Impressionen von Krems

Und hier noch unsere Tour zum Nachfahren (aber bitte ohne Unfall): Von Ybbs nach Dürnstein und von Dürnstein nach Krems

Ein Abend an der Donau

Heute sitze ich nicht im Hotelzimmer um meinen Tagesbericht zu schreiben, sondern in Ybbs direkt am Ufer der Donau. Wir sind so früh hier angekommen, dass wir uns jetzt mit Schiffe Beobachten die Zeit bis zum Abendessen betreiben können.

Da das Hotel in Enns nur bis 9 Ihr Frühstück anbot, sind wir schon früh losgefahren und wahrend entsprechend trotz einer einstündigen Mittagspause bei Grein schon um 14 Uhr in Ybbs. Und nachdem wir das kleine Städtchen schon von allen Seiten durchwandert haben – es ist übrigens sehr schön -, ist es aber noch zu früh zum Abendessen. Deshalb sitzen wir jetzt an der Uferpromenade und schauen auf die Donau.

Wir haben sogar schon den Rest unseres Urlaubs geplant und Unterkünfte für die nächsten drei Tage gebucht. Wir werden morgen bis Krems fahren und am Donnerstag schon, einen Tag früher als geplant, bis Wien durchfahren. Das gibt zwar eine sehr lange Tour für unsere Verhältnisse, aber 20km vor Wien noch einmal übernachten wollten wir auch nicht. Dafür haben wir jetzt einen ganzen Tag, um uns Wien anzuschauen, und nicht nur einen Abend, wie ursprünglich gedacht.

Über den Weg gibt es heute nicht so viel zu erzählen. Bei Enns setzte sich das fort, was sich auch schon bei Linz angekündigt hatte. Wir fuhren erst ungefähr 10km durch Industriegebiet, bevor es wieder ländlich wurde und geradezu einsam. Es gab kaum Ortschaften, und auf dem Donauradweg waren heute auch recht wenige unterwegs. Dies ging dann ungefähr 30 km so weiter, bis kurz vor Grein, wo wir wieder von der nördlichen auf die südlicheb Donauseite wechselten, weil wir ansonsten die nächsten Kilometer direkt auf einer viel befahrenen engen Straße hätte fahren müssen. So sahen wir Grein nur von weitem, aber es sah auch so schön aus.

Die Donau vor Grein
Grein vom gegenüber liegenden Ufer

Nach Grein rückten die Hügel und der Wald wieder bis ganz an den Fluss heran, so dass wir im Schatten der Bäume fahren konnten. In Gegensatz zu den vorherigen Tagen war das aber gar nicht so erwünscht, da die Sonne heute bis zum Nachmittag brauchte, um richtig hervorzukommen. Im Wald war es sogar fast schon etwas kühl, aber zum Radfahren waren es ideale Bedingungen. Vielleicht waren wir auch deshalb schon so früh in Ybbs.

In Ybbs haben wir uns dann, wie schon oben erwähnt, die Altstadt angeschaut. Auch hier gibt es schöne alte Häuser aus mehreren Jahrhunderten und eine spätgotische Kirche mit barocker Innenausstattung. Das Schönste ist aber, an der Donau zu sitzen, auf den Fluss und die umgebende Landschaft zu schauen und Körper und Geist zu Ruhe kommen zu lassen.

Impressionen von Ybbs

Mittlerweile ist unser Abendessen zu Ende und ich sitze doch wieder in der Pension um meinen Artikel anzuschließen. Es war gar nicht so einfach überhaupt ein Restaurant für das Abendessen zu finden. Aber schließlich haben wir doch den einzigen geöffneten Gasthof gefunden, und sogar noch einen in einem schön restaurierten alten Haus. Das Essen war übrigens auch lecker und wir haben wieder zwei österreichische Wörter kennengelernt: Eierschwammerl (Pfifferling) und Sturm (Federweißer oder neuer Wein).

Gasthof Mang

Und zu guter Letzt wie immer: Die gefahrene Strecke Von Enns nach Ybbs.

Ein ereignisreicher Tag

Nachdem ich gestern mangels Internet nur einen Artikel ohne Bilder schreiben konnte, den ich auch erst heute veröffentlichen konnte, habe ich heute zwar instabiles Internet, aber ich habe welches, so dass ich meinen Artikel mit Bildern anreichern werde können. Wie die Überschrift schon andeutet, war es heute ein ereignisreicher Tag. Leider wird es wahrscheinlich trotzdem ein eher kurzer Bericht werden, da ereignisreicher Tage typischerweise mit großer Müdigkeit enden und ich deswegen nicht weiß, wann ich zu müde sein werde, um noch halbwegs sinnvolle, zusammenhängende dort zu schreiben. Jetzt muss ich aber erst einmal noch kurz runter gehen, im unsere Räder abzuschließen. Beate drängelt schon.

So, jetzt stehen die Räder an Ort und Stelle – in unserem heutigen Hotel gibt es nämlich keine abschließbare Unterstellmöglichkeit für Räder, aber der Wirt schließt sie mit den Tischen und Stühlen seines Biergartens, bzw. Gastgartens, wie man hier sagt, zusammen. Überhaupt die österreichische Sprache wartet jeden Tag mit neuen Worten für mich auf: gestern habe ich das Wortpaar Längs- und Querfähre gelernt. Hier gibt es nämlich zwei Typen von Fähren: Fähren, die klassisch von einem Ufer des Flusses zum anderen überfahren, den Fluss also queren, die sogenannten Querfähren. Der andere Typ sind die Längsfähren, die parallel zu einem Ufer fahren und somit unwegsame Strecken auf den Fluss umfahren, die Längsfähren. Gestern sind wir zweimal mit einer Querfähre gefahren (Wir hätten aber auch mit einer Längsfähre ein größeres Stück überwinden können). Heute wollten wir deswegen auch mal mit einer Längsfähre fahren, da sie aber nicht gleich kann, sind wir dann doch mit einer Querfähre gefahren und einfach auf der anderen Flussseite weitergefahren, nämlich der südlichen. Eigentlich sollte die nördliche schöner sein, aber auch unsere war schön.

Donau vor Linz

Der Tag begann heute mit einer Überraschung. Die Donau versteckte sich geheimnisvoll hinter einer Wand aus Nebel, die sich erst langsam auflöste und den Blick auf die Donau wieder freigab.

Donau im Nebel

Unser erstes Tagesziel war Linz, das wir so gegen Mittag erreichten. Auf der Mitte der Strecke nach Linz wichen die Hänge immer weiter vom Fluss weg und gaben ihm mehr Raum und die Landschaft wurde offener und damit auch wieder verkehrsreicher. In Linz machten wir dann einen kleinen Stadtrundgang, aßen keine Linzer Schnitte, dafür aber einen leckeren Mohnkuchen und statteten den Linzer Dom einen Besuch ab, bei dem mich besonders die modernen, bunten Glasfenster beeindruckten.

Der Hauptplatz von Linz
Fenster im Linzer Dom

Da es aber noch früh war und wir nicht unbedingt länger in Linz bleiben wollten, beschlossen wir, die Zeit zu nutzen und noch nach Enns, der ältesten Stadt Österreichs, die auf eine römische Gründung zurückgeht, zu fahren. In Linz wird einen bewusst, dass Österreich im Gegensatz zu den Klischees von Bergen, Donau, Marie und Kultur auch ein Industrieland ist. Im Süden von Linz erstrecken sich nämlich kilometerlang Industrieanlagen, wie wir von der anderen Flussseite aus sehen konnten. Ein bisschen erinnerte mich das an den Rhein nördlich von Köln, an dem wir vor zwei Jahren entlanggefahren sind.

Gegen 17 Uhr kamen wir schließlich in Enns an, das wir uns auch noch anschauten. Enns ist ein kleines, sehr schönes Städtchen mit vielen Häusern von der Gotik bis zum Barock, die auch gut erhalten sind, einem Schloss, ein paar Stadtmauerreste und einer Basilika. Leider waren wir schon etwas spät dran und so erschien uns die Stadt fast etwas ausgestorben, da um 18 Uhr mit dem Schließen der Geschäfte das Leben auf dem Straßen zum Erliegen kommt. Aber wir wollten sowieso keine Party mehr machen, sondern haben noch eine Kleinigkeit gegessen und sind dann zum Hotel zurückgekehrt.

Hauptplatz von Enns
Impressionen aus Enns

Mittlerweile schläft Beate schon und ich bin jetzt auch richtig müde. Deswegen bleibt mir jetzt nur noch die zweigeteilte Tour von heute zu teilen: Von Exlau nach Linz und von Linz nach Enns

Jahrestag

Genau heute vor einem Jahr haben wir den ersten Teil unseres Donauradweg-Projekts in Regensburg beendet. Wer noch einmal nachlesen will, was wir damals erlebt haben, kann es hier tun: Donau 2020. Letztes Jahr war Sanja noch dabei, dieses Mal ließ sie sich leider nicht überreden wieder mit uns zu fahren. Das letzte Jahr war offensichtlich zu abschreckend, aber vor allem bezüglich des Wetters haben wir diesmal mehr Glück. Auch heute hatten wir wieder den ganzen Tag Sonnenschein und einen strahlend blauen Himmel. Manchmal würde ich mir aber etwas mehr Schatten wünschen, ich schramme trotz singenden immer kurz an einem Sonnenbrand vorbei.

Aber außer dem Wetter war heute auch der Weg sehr schön. Ich würde sogar sagen bislang der schönste Teil unseres diesjährigen Urlaubs. Was sich schon in Passau angekündigt hatte, setzte sich jetzt fort: Die Hänge rückten näher in die Donau heran, so dass für den Fluss nur noch ein enges Tal übrig bleibt, er sich zwischen dem Bayerischen Wald und den Sauwald durchzwängen muss. Am Anfang war noch Platz für eine Bundesstraße, aber im weiteren Verlauf wurde das Tal so eng, dass mir noch eine schmale Radstraße Platz hatte.

Diesmal mussten wir schon vor dem Losfahren die Entscheidung treffen auf welcher Donauseite wir fahren wollen. Wir entschieden uns für die Nordseite, die laut Radführer weniger Verkehr aufweisen sollte. Zwischendurch mussten wir aber auf die südliche Seite ausweichen, da der Weg auf der Nordseite nicht durchgängig ist. Dafür konnten wir endlich mal wieder Fähre fahren, es Beate so vermisst hatte und was wir vor zwei Jahren am Rhein so häufig gemacht hatten, an der Donau bislang aber noch nicht.

Die Fährfahrten machten wir übrigens im interessantesten Abschnitt unserer heutigen Tour, der sogenannten Schlögener Donauschlinge. Dort fließt die Donau quasi wieder zurück und schlängelt sich in mehreren Windungen durch die Granitfelsen der umgebenden Berge. Das wäre die Idylle pur, wenn nur nicht die vielen Radfahrer*innen wären, die diese Naturschönheit durchfahren wollten.

Aber im Ernst, nicht umsonst gehört der Donauradweg zu den Klassikern unter den Radfernwegen und zu den beliebtesten. Man ist garantiert nicht alleine unterwegs, sondern begegnet möglich anderen Radler*innen und die Infrastruktur ist dafür auch auf Radtouristik ausgelegt. So ist mir z.B. noch nie passiert, dass ich bei der Unterkunftsbuchung gleich die Anfahrt mit dem Rad statt der mit dem Auto mitgeliefert bekommen habe. Aber hierher kommt man auch fast nur mit dem Fahrrad hin.

Nach dem wir die letzten Tage immer in mehr oder weniger lauten Städten an verkehrsreichen Straßen unsere Unterkünfte hatten, sind wir heute in einem Gasthaus in einer der Donauschleifen weit entfernt von jeder Stadt und lauten Straßen. Es herrscht eine geradezu paradiesische Ruhe hier, wobei ich nicht weiß, ob es im Paradies ruhig ist, schließlich muss es ja von himmlischen Klängen erfüllt sein. Wie dem auch sei, hier ist es sehr still, der Fluss fließt ruhig und gemächlich an unseren Gasthaus vorbei und nachdem die Tagesgäste abgereist sind, hört man sich kaum noch Menschen.

Morgen werden wir diese Idylle wieder verlassen und uns der Zivilisation wieder nähern. Zuerst werden wir nach Linz fahren und dann dort entscheiden, ob wir gleich noch weiterzufahren oder dort übernachten.

Und am Ende wieder unser GPS-Track: Von Passau nach Exlau

Das Beste kommt zum Schluss

Kurz vor Passau habe ich mir schon überlegt, was ich über unsere heutige Tour schreiben könnte. Soviel ist mir dabei nicht eingefallen: Wir sind ohne Probleme wie geplant um kurz nach 10 Uhr aufgebrochen, unser Weg führte uns erst wieder an der Autobahn oder an viel befahrenen Straßen (oder manchmal sogar direkt darauf) zwischen Donau und den südlichen Ausläufern des Bayerischen Waldes entlang. Nach einiger Zeit entfernte er sich von großen Straßen und führte dann durch wirklich idyllische Landschaften mit alten Donauarmen und Burgruinen auf den Hügeln und an der Stadt Vilshofen vorbei. Aber alles in Allem war es bis auf ein paar Umleitungen, die aber gut ausgeschildert raten, eine recht ereignislose Fahrt, über die es wenig zu berichten gäbe, wenn da nicht unser heutiger Zielort Passau mit seinen Hotels wäre.

Burgruine Hilgartsberg
Vilshofen
Idyllische Alt-Donau

Diese zweite, vielleicht etwas interessante Geschichte unseres heutigen Tages fing eigentlich schon gestern bei der Planung und der Unterkunftssuche für heute an. Obwohl es in Passau zahllose Hotels gibt, wie wir bei unserem Stadtrundgang am Abend feststellen konnten, waren gestern schon fast alle ausgebucht und mit noch die übrig, die uns eigentlich zu teuer waren, wie zum Beispiel der Dreiflüssehof. Aber nach einigem Hin-und Hergesuche auf unterschiedlichen Web-Seiten haben wir dann doch noch eins gefunden, das zwar nicht direkt im Zentrum, sondern einige Kilometern von ihm entfernt, aber bezahlbar war. Die Buchung klappte dann reibungslos, wenn es auch einen kleinen Schreck gab, als in der Bestätigungsmail plötzlich ein Preis von über 600€ stand, als Endpreis dann aber die beworbenen ungefähr 80€ ausgewiesen waren.

So fuhren wir also wohlgemut mit einer Hotelbuchung in der Tasche nach Passau, wo dann aber die erste Überraschung auf und wartete: Diese Stadt ist nicht nur von drei Flüssen durchflossen, aber auch sehr hügelig, und unser Hotel lag nicht nur etwas außerhalb sondern auch auf einem der Hügel, was bedeutete, dass wir erst noch quasi als Bergankunft 100 Höhenmeter auf höchstens zwei Kilometern Strecke bewältigen mussten.

Völlig außer Atem wartete dann an unserem vermeintlichen Ziel die nächste Überraschung auf uns: Wir hatten zwar ein Zimmer in diesem Hotel gebucht, aber sie hatten gar keines mehr frei. Angeblich hätten wir eine E-Mail bekommen sollen, die uns darüber informieren, dass wir dafür ein Zimmer in einem anderen Hotel bekämen (im schon weiter oben erwähnten Dreiflüssehof!). Diese E-Mail ist aber nie bei uns angekommen, was nicht so schlimm war, da wir das Zimmer ja trotzdem hatten, aber es hätte und die Hälfte des Anstiegs erspart, denn wir sind bei unserer Klettertour tatsächlich an dem Hotel vorbeigekommen.

Wie dem auch sei: Wir fuhren also wieder ein Stück zurück und sind jetzt in den Hotel, das und eigentlich zu teuer war, für den Preis des Hotels, das keine Zimmer mehr hatte.

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir dann bei einem ausgiebigen Stadtrundgang durch Passau, eine sehr schöne Stadt mit vielen schönen, bunten, alten Häusern, einem Dom mit einer großen Orgel, einer Burg hoch oben über der Stadt und vielen kleinen Gässchen und natürlich den drei Flüssen, von denen einer eher ein großer Bach ist. Und das Beste kommt zum Schluss: ein leckeres Abendessen in einem syrischen Restaurant.

Impressionen von Passau I
Impressionen von Passau II

Und das allerbeste zum endgültigen Schluss: Unser heutiger Weg von Deggendorf nach Passau.

Start mit Hindernissen

Heute ist und das passiert, was ich schon immer befürchtet habe: Wir holten unsere Räder aus der Garage und wollten unsere Taschen packen, als ich feststellen musste, dass ich einen Platten hatte. Aber da wir ja gut ausgestattet sind, ist das alles kein Problem, dachten wir zumindest: Rad ausgebaut, alter Schlauch raus, neuer Schlauch rein, schnell aufgepumpt,… Doch was ist mit der Luftpumpe los? Als ich sie aus der Tasche zog, fehlte das Unterteil, das ich zwar in der Tasche noch finden konnte, aber nach dem Zusammensetzen, funktionierte sie natürlich nicht mehr so richtig, so dass ich das Rad nur notdürftig aufpumpen konnte. Da es im Hotel auch keine Luftpumpe gab und die anderen Radfahrer*innen alle schon losgefahren waren, begann für uns dann erst einmal eine kleine Odyssee aus der Suche nach der Luftpumpe.

Zuerst versuchten wir es bei einer Autowerkstatt, die zwar nichts hatten, uns aber zu einer Baustofffirma schickten, bei der es eine Tankstelle gab. Auf dem Weg dorthin fahren wir aber einen Rewe, und da wir sowieso noch ein paar Kleinigkeiten für unterwegs einkaufen wollten und es bei unserem Rewe auch ein paar Radsachen gibt, versuchten wir es erst dort. Leider gab es dort keine Luftpumpen, so dass wir es doch mit der Baustofffirma versuchten. An der Tankstelle dort gab es tatsächlich auch Luft für Autoreifen, aber der Anschluss passte natürlich nicht auf die Radventile. Zum Glück fiel mir, kurz bevor wir unverrichteter Dinge wieder abgezogen, noch ein, dass ich Mal einen Adapter hatte, mit dem man Radventile mit Autopumpen aufpumpen konnte. Und zu unseren Glück war der Adapter tatsächlich auch in meiner Tasche. Und damit funktionierte es tatsächlich. Somit konnten wir endlich mit prall gefüllten Reifen und einer Stunde Verspätung in Richtung Deggendorf aufbrechen. Eine Luftpumpe (und einen neuen Ersatzschlauch) haben wir übrigens später in Straubing noch gekauft, damit uns das Gleiche nicht noch einmal passiert.

Der Weg heute führte zwar durch schöne Landschaft an der Südseite des Bayerischen Walds entlang und reizvolle Städte, ging aber oft parallel zur Autobahn oder anderen vielbefahrenen Straßen, und war deswegen nicht ganz so schön zu fahren. Aber die folgenden Bilder geben einen kleinen Eindruck von den Städten auf unsere Strecke (Straubing, Bogen und Deggendorf).

Skyline von Straubing
Rathaus von Straubing
Wallfahrtskirche bei Bogen
Donau zwischen Bogen und Deggendorf
Beate in Aktion
Rathaus von Deggendorf

Am späten Nachmittag trafen wir dann in Deggendorf ein, wo wir in einem Hotel übernachten, das von Kolping betrieben wird, wir auch die ganze Stadt einen sehr katholischen Eindruck macht. Und leider auch einen lauten, da selbst der schönste, zentrale Platz der Stadt eher einer Autorennstrecke als einem Platz zum Wohlfühlen für Menschen gleicht. Unser Hotel ist auch an einer lauten Straße, durch die ständig hoch getunte und laute Autos fahren. Aber eine Nacht werden wir sicherlich überstehen, obwohl die Leute Nacht sich schon nicht so ruhig war, da Wörth ziemlich nah an der Autobahn liegt und sich der ganze Zubringerverkehr durch den Ort quält.

Luitpoldsplatz in Deggendorf

Zu guter Letzt noch ein medizinischer Update: Beate hat in der Nacht wegen ihrer Rückenschmerzen schlecht geschlafen, tagsüber beim Fahren ging es ihr aber gut. Mal sehen wie dieser Nacht wird. Wenn das aber so weiter geht, werden wir dieses Jahr sicherlich nicht weit kommen.

Und wie immer zum Schluss noch unsere heutige Tour: Von Wörth nach Deggendorf

Wieder unterwegs

Das Wichtigste zuerst: Ich schreibe heute nicht von zuhause, und wir sind nicht umgekehrt. Sondern wir sind tatsächlich heute wie geplant in Wörth an der Donau trotz Bahnstreik und Rückenschmerzen.

Aber nun der Reihe nach. Gestern habe ich schon über unsere Hindernisse bei der Anreiseplanung geschrieben, worüber ich aber noch nicht berichtet habe und was unseren ganzen Urlaub viel grundlegender in Frage gestellt hat, waren Beates Rückenschmerzen, die schon am Sonntag begonnen hatten und die sie trotz mehrerer Arztbesuche und Spritzen gestern immer noch gequält haben. Sie konnte kaum sitzen, jede Bewegung tat weh und sie stöhnte den ganzen Tag vor Schmerzen.

Aber heute morgen sind wir trotzdem aufgebrochen, obwohl ich ganz sicher war, dass wir bald wieder umkehren würden, weil Beate schon während der Bahnfahrt zu große Schmerzen haben würde. Doch zwei Überraschungen erwarteten mich: Ersten kamen wir völlig unspektakulär nach Regensburg, unsere Fahrt war geradezu langweilig und Beate hat durchgehalten, so dass wir um halb eins in Regensburg ersteinmal in einem indischen Restaurant gemütlich Mittagessen konnten, bevor wir dann endlich auf die Räder gestiegen und losgefahren sind.

Blick zurück auf die Regensburger Altstadt

Nach ziemlich genau einem Jahr konnten wir heute also unsere Fahrt auf dem Donauradweg fortsetzen, die wir letztes Jahr in Regensburg beendet haben. Für den Anfang haben wir nur eine kleine Etappe von ungefähr 35km zum Einfahren vorgesehen. Die folgenden Etappen werden dann alle so zwischen 60 und 70km sein.

Unser Weg führte heute an der Walhalla vorbei, an kleinen Dörfern mit schmucken Kirchen und, für alle Nachbar*innen, falls welche dies lesen sollten, an dem Dorf Kruckenberg vorbei, das für seinen Wein namens Kruckenberger bekannt ist.

Kirche von Schwabelweis
Walhalla bei Donaustauf
Blick auf die Donau bei Bach a.d. Donau
Fast wieder zuhause

Unser heutiges Ziel war Wörth, dessen Schloss man zwar schon von Weitem sehen konnte, das aber sonst wenig zu bieten hat, außer an Anzahl an Gasthäusern, in einem von denen wir uns jetzt gerade befinden. Morgen werden wir von hier aus nach Deggendorf starten.

Unser heutiges Ziel: Wörth

Und zum Schluss noch der Link zu unserer heutigen Tour zum Nachfahren: Regensburg-Wörth

Die Taschen sind gepackt

Am Vorabend zu unserer neuen Tour, bei der wir den im letzten Jahr begonnenen Donauradweg von Regensburg nach Wien fortsetzen werden, schreibe ich schon Mal ein paar Gedanken auf.

Während die anreisen zu unseren Touren in den letzten Jahren relativ unkompliziert raten, das wir nur mit den Nahverkehr nach Mainz (Rhein 2019) und Donaueschingen (Donau 2020) fahren mussten, war, ist und wird es dieses Jahr etwas komplizierter. Das fing schon vor ungefähr zwei Monaten an, als wir die Tickets für die Hinfahrt nach Regensburg und die Rückfahrt von Wien buchen wollten. Eigentlich wollten wir zwei Wochen früher fahren und jetzt schon wieder zurück sein. Während aber die Hinfahrt problemlos zu buchen war, brauchten wir für die Rückfahrt zwei Anläufe, bei dessen ersten wir trotz einstündiger Diskussion und Beschäftigung des ganzen Teams des Reisezentrum der Bahn in Heidelberg keine Verbindung finden konnten, bei der wir zwei Räder mitnehmen konnten. Scheinbar möchte in diesem Jahr halb Deutschland im August an der Donau Rad fahren und mit dem Zug von Wien zurück fahren. Deswegen haben wir irgendwann unsere hoffnungsloses Unterfangen aufgegeben und uns zur weiteren Beratung nach Hause zurückgezogen wo wir eine lange priorisierte Liste mit Variationen und Alternativen aufstellten. Und siehe da: schon die erste Variation, nämlich einfach zwei Wochen später, d.h. Anfang September anstatt Mitte August, erst ein Volltreffer, Beate konnte am nächsten Tag(unter reger Anteilnahme des Teams des Reisezentrums, das wieder das gleiche wie am Vortag war) problemlos für unsere Wunschverbindung Tickets inklusive Radreservierungen kaufen. Deswegen fahren wir jetzt also erst morgen los und hoffen, dass es vielleicht mit den Hotels jetzt im September auch einfacher sein wird, wenn weniger los ist.

Aber jetzt einfach morgen mit unserer gebuchten Verbindung nach Regensburg zu fahren, wäre natürlich etwas zu einfach. Seit einigen Wochen streiken ja die Lokführer*innen mehr oder weniger regelmäßig. Und wie es das Glück so will, werden sie ausgerechnet heute wieder für fünf Tage streiken. Die kurze Hoffnung, gerade unsere Verbindung würde trotzdem fahren, wurde durch die Veröffentlichung des Notfahrplans schnell zu Nichte gemacht, wir könnten zwar mit dem ICE wie gebucht von Nürnberg nach Regensburg fahren, aber kommen leider nicht so einfach nach Nürnberg, da unser IC von Karlsruhe nach Nürnberg natürlich ausfallen wird. Nach einigem Hin und Her haben wir aber jetzt eine Verbindung mit Nahverkehrszügen gefunden (für Fernverkehrszüge nimmt die Bahn keine Radreservierungen mehr an), die wahrscheinlich fahren werden und die uns dann hoffentlich nach Regensburg bringen werden, von wo wir dann morgen wie geplant starten werden. Die Reisedauer hat sich dadurch etwas verlängert und wir müssen früher hier losfahren, aber damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass wir zeitig genug in Regensburg sind, um noch bei Tageslicht nach Wörth fahren zu können, wo wir dann hoffentlich noch eine Unterkunft finden werden.

Apropos Unterkunft, eigentlich hatten wir schon eine. Ich habe schon vor einer Woche eine angefragt, die auch gleich geantwortet hatte, dass sie noch etwas frei hätten. Da mir dann aber einfiel, dass ich vielleicht doch noch nicht verbindlich buchen sollte, da ja noch die Gefahr des Bahnstreiks bestand, habe ich die Buchung noch etwas hinausgezögert. Am Sonntag Abend habe ich dann aber doch zugesagt, um am Montag nach Ankündigung des Streiks gleich wieder abzusagen, gerade noch rechtzeitig, da es in den Hotel eine Dreitage-Stornierungsfrist gibt. Wenn wir morgen jetzt doch wieder dort auftauchen, hoffen wir erstens, dass es noch ein Freude Zimmer gibt, und zweitens, dass sie sich daran erinnern, dass ich der bin, der ständig zu- und abgesagt hat. Das wäre mir nämlich etwas peinlich. Aber eigentlich können sie ja froh sein, wenn wir doch kommen …