Zweiter Anfang / A Second Start

Short English Summary: Today we started a second time from home. This time by S-Bahn which we took to Mosbach from where our second stage really started. The first half of the stage went through the Odenwald (one of the German Mittelgebirge (low montain ranges)), which meant a lot of steep rises of about 700m difference of altitude in total. In the second half we saw some small cities like Buchen, Walldürn, and Hardheim, and ended our day in Tauberbischofsheim. Today everything went smooth and the rain only started when we already arrived in the hotel.

Wieder regnet es, wir sitzen aber glücklicherweise trocken in unserem Hotelzimmer. Diesmal sind wir rechtzeitig vor dem großen Regen an unserem Ziel angekommen. Auc alles andere hat heute viel besser als gestern funktioniert: Keine Radpanne, keine überraschenden Sperrungen mit Umweg und nur wenig Regen während der Fahrt.

Heute morgen sind wir also zum zweiten Mal von zu Hause aufgebrochen, haben uns richtig von Edina und Sanja verabschiedet, die jetzt die nächsten zwei Monate ihr Leben alleine managen müssen (was sie aber sicher gut hinbekommen werden), und sind erst einmal zur S-Bahn gefahren, um von Mosbach unsere zweite Etappe zu starten.

Auch wenn es sich gestern Abend und heute Morgen etwas seltsam anfühlte, nach dem Losfahren wenige Stunden später wieder zu Hause zu sein, war es doch gut, da wir dadurch noch einige Sachen erledigen konnten, die wir sonst entweder nicht hätten machen können oder am Sonntag noch hätten machen müssen. Außerdem konnten wir auch noch ein paar Sachen zusätzlich einpacken, die wir andernfalls nicht mitgenommen hätten, und sind so insgesamt besser vorbereitet aufgebrochen.

Ehemalige Bahnlinie Mosbach-Mudau / Former Railway Line Mosbach-Mudau

Aber jetzt zu unserer heutigen Fahrradtour. Von Mosbach sind wir erst auf einer alten Bahntrasse, die heute als „Wanderbahn“ ein Wander- und Radweg ist und von der man nur noch ein paar alte Bahnhofshäuschen sehen kann, nach Mudau gefahren, dann über Buchen, Walldürn und Hardheim nach Tauberbischofsheim.

Buchen

Während das Wetter heute angenehmer als gestern war, unterwegs regnete es nur ein paar Tropfen und erst in Tauberbischofsheim fing es stärker an zu regnen, war die Strecke heute mit einigen Steigungen über mehr als 700 Höhenmeter anspruchsvoller. Mit dem Odenwald mussten wir  unser erstes Mittelgebirge durchqueren, einige weitere werden noch folgen. Auf dem Abschnitt zwischen Mosbach und Mudau könnte man übrigens denken, dass der Odenwald nur eine Aneinanderreihung von Weihnachtsbaumplantagen ist, so viele konnten wir am Wegesrand sehen. Wie auch immer, auf alle Fälle haben wir insgesamt über 700 Höhenmeter überwunden, die ersten 25 km ging es eigentlich nur bergauf, wenn zwar  nicht sehr steil, aber kontinuierlich. Später gab es dann noch zwei weiter kürzere, aber steilere Anstiege zu bewältigen. Aber wir haben es gut geschafft, wobei beim letzten Anstieg die Kräfte doch langsam nachgelassen haben.

Weihnachtsbaumplantage / Christmas Tree Plantation
Hardheim

Gegen 16 Uhr kamen wir dann am heutigen Ziel an: Der nördlichsten Kreisstadt Baden-Württembergs Tauberbischofsheim. Im anfangendem Regen machten wir noch einen kleinen Stadtrundgang am kurmainzischen Schloß vorbei, durch die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und über den Markplatz mit dem neogotischen Rathaus. Alles in Allem sehr schön und sicherlich wert als Endpunkt unserer zweiten Etappe zu dienen, der auch gleichzeitig der Endpunkt des Odenwald-Madonnen-Wegs ist, den wir seit Heidelberg gefahren sind. Ab morgen fahren wir dann die Deutschlandroute 9 bis Bremerhaven.

Zum Schluss ist hier noch der Link zu unserer aufgezeichneten Tour.

Marktplatz von Tauberbischofsheim / Market Place of Tauberbischofsheim

Zurück zuhause/Back at Home

Short English summary: After day 1 of our tour we are back at home. But that was totally planned, because we are still near Heidelberg and could easily travel back home by S-Bahn. Tomorrow we will continue from Mosbach and only return home at the end of our big tour. Today we faced several unplanned and unpleasant issues. First we had to fix Beate’s new bike, then our road was closed due to fallen rocks, which caused some detour of several kilometers, and finally, heavy rainfalls made us completely wet and cold, because of which we ended our today’s stage in Neckargerach instead of Mosbach.

Nein, ihr braucht keine Angst zu haben, alles ist gut, weder habt ihr zwei Monate verschlafen und seit rechtzeitig zu unserer Rückkehr aufgewacht, noch haben wir unser Abenteuer schon nach einem Tag abgebrochen. Aber einiges ist heute doch schon passiert, was, sollte es schlimmer oder öfter passieren, einem die Lust an einem Radurlaub vermiesen kann. Aber dazu später mehr. Jedenfalls sind wir heute fast wie geplant gefahren und am Nachmittag mit der S-Bahn wieder nach Heidelberg zurück gekehrt. Unsere erste Etappe war sozusagen der Prolog zur Tour, ein Probelauf unter realen Bedingungen, um noch einige Dinge auszuprobieren und zu justieren. Außerdem dachten wir, dass wir die Übernachtungskosten sparen können, wenn wir noch im S-Bahn-Bereich von Heidelberg sind. Deshalb wird es morgen erst richtig ernst, ohne Option wieder zurückzukehren (zumindest vorerst).

Aber der Reihe nach. Gestern war, wie schon erwartet, noch einmal ein stressiger Vorbereitungstag: Alles Ausrüstungsgegenstände zusammensuchen, auf die Taschen aufteilen, Karten und Routenpläne herunterladen, letzte Dinge in Heidelberg klären, etc. Aber irgendwann war auch das geschafft und wir konnten beruhigt, aber auch mit etwas gespannter Vorfreude dem heutigen Tag entgegensehen.

Stefans Ausrüstung vor dem Packen
Danach

Tag 1 unserer großen Tour haben wir erst einmal entspannt angehen lassen, lange geschlafen und gemütlich gefrühstückt, bevor wir dann so gegen 11 Uhr losgefahren sind bei bewölktem aber trockenen Himmel. So fuhren wir also erst einmal durch Heidelberg an den Neckar und entfernten uns so langsam von zuhause, fuhren weiter durch längstens bekanntes Gebiet am Neckar entlang, sahen Kleingemünd mit Sadiks Zeltplatz (viele Grüße Sadik, das nächste mal machen wir mal wieder bei dir Halt), die Feste Dilsberg und Neckarsteinnach mit seinen 4 Burgen.

Sadiks Zeltplatz hinter den Bäumen versteck
Dilsberg
Neckarsteinach

Aber kurz vor Neckarsteinach gab es den ersten Zwischenfall: Nach einer Holperstrecke durch den Wald konnte Beate plötzlich mit ihrer supertollen Wundergangschaltung an ihrem neuen Rad nicht mehr schalten. Glücklicherweise stellte es sich, entgegen meiner ersten Befürchtung als leicht und schnell vor Ort zu lösendes Problem heraus. Wobei die Lösung auch gleich Teil der Problemursache war, wie ich vermute. Da ich mich mit der 14-Gang-Rohloff-Schaltung nicht auskenne, haben wir letzte Woche noch einmal im Radladen nachgefragt, was man bei einer Reifenpanne beachten muss, was uns Michael natürlich gerne gleich am Rad demonstriert hat. Insbesondere kann man die Steuerung der Schaltung ganz einfach mit der Hand aufschrauben und abnehmen, wobei Michael wahrscheinlich beim wieder einsetzen nicht fest genug zugeschraubt hat, weswegen sie sich dann bei der ersten Hoppelstrecke gelockert hat und abgefallen ist. Aber dank der Demonstration wusste ich, was zu tun ist, und konnte das Problem schnell heilen. Leider nicht ganz richtig, denn ein paar Kilometer später stellte Beate fest, dass sie plötzlich ganz schnell im 14. Gang ist, der aber tatsächlich erst der 9. Gang war, da die Steuerung falsch aufgesetzt war.

Aber auch das war schnell zu korrigieren, so dass wir frohgemut einige wenige Kilometer weiter fahren konnte, bis plötzlich eine Absperrung uns den Weg versperrte mit einem bedrohlichen Hinweis auf Lebensgefahr wegen Steinschlag und der Empfehlung zur Weiterfahrt die Neckarseite zu wechseln. Leider war die letzte Brücke vor drei Kilometern gewesen, so dass wir diese also wieder zurückfahren mussten.

Ende der Durchfahrt

Aber damit der unangenehmen Ereignisse nicht genug: Kaum waren wir wieder auf unserem geplanten Weg, konnte man beim Rückschauen dunkle Regenwolken erkennen, die uns bald einholten und mit einem heftigen Regen übergossen. Zuerst dachten (oder hofften) wir, dass es sicher nur ein kurzer Schauer ist, der bald zu Ende sein wird. Nachdem es aber immer stärker regnete, suchten wir erst einmal unter einem Baum notdürftigen Schutz, den wir aber, sobald es etwas nachließ, wieder verließen. Leider war das etwas verfrüht und wir wurden immer nässer, bis wir in Eberbach endlich unter einer Brücke etwas besseren Schutz fanden und dort solange warteten, bis es wirklich kaum noch regnete. Nur waren wir bis dahin schon so nass und ausgekühlt, dass wir nur noch bis Neckargerach statt bis Mosbach, wie ursprünglich geplant, fuhren, um dort mit der S-Bahn wieder nach Hause zurückzufahren, was aber, wie schon gesagt, geplant war. Dort haben wir uns erstmal getrocknet und aufgewärmt und jetzt die letzten Sachen gepackt und Edina und Sanja noch einmal letzte Anweisungen für die nächsten zwei Monate gegeben.

Regen im Anmarsch

Morgen geht es dann richtig los und wir werden erst wieder in knapp zwei Monaten zu Hause sein. Wir hoffen, dass dieser Prolog mit Radschaden (wenn auch klein), gesperrter Strecke und damit verbundenem eher kleinen Umweg und leider großem Regen keine Blaupause für die nächste Zeit war, sondern eher die missglückte Generalprobe vor der großen, erfolgreichen Aufführung.

Wie immer gibt es hier die heutige Etappe als Komoottour.

Der Countdown läuft/ Countdown is Running

Short English summary: We’re about to start our largest tour so far: a grand tour of Germany from Heidelberg to Ostritz (hometown of Beate), covering various scenic routes over nearly two months. This includes the Deutschlandroute 9 to Bremerhaven (Deutschlandtour 1: Von Rohrbach nach Bremerhaven), the North Sea Coast Route to the Danish border (Deutschlandtour 2: Nordseeküstenroute), the North Sea-Baltic Sea Route (Deutschlandtour 3: Nord-Ostsee-Radweg), the Baltic Sea Coast Route, Deutschlandtour 4: Ostseeküsten-Radweg Deutschland), and finally the Oder-Neisse Cycle Route along the Polish border to Ostritz (Deutschlandtour 5: Oder-Neiße-Radweg). We will keep you updated here.

Nach drei Jahren schreiben wir wieder etwas in diesem Blog, in dem wir über unsere Radtouren berichten. Das heißt aber nicht, dass wir in den letzten Jahren nicht Rad gefahren wären, sondern nur dass wir nicht darüber geschrieben haben. Tatsächlich ist aber im Jahr 2022 unsere geplante Tour von Wien nach Budapest ausgefallen, da ich (Stefan) überraschend ein Social Sabbatical in Ruanda machen durfte. Informationen darüber könnt ihr in meinen medium Account finden (Rwanda Blog auf Medium.com). Stattdessen haben wir eine kurze Tour von Neumarkt in der Oberpfalz nach Augsburg entlang der Altmühl, ein kurzes Stück Donau und dann Lech aufwärts gemacht (Neumarkt-Augsburg). Im letzten Jahr fuhren wir dann endlich von Wien nach Budapest, worüber es aber aufgrund technischer Probleme keine Aufzeichnungen außer der geplanten Route gibt.

Jetzt ist es aber wieder soweit: Unsere bislang größte Tour steht unmittelbar bevor, nämlich unsere große Deutschland-Tour, die uns auf dem Weg von Heidelberg nach Ostritz in klapp zwei Monaten durch große Teile Deutschlands führen wird: Wir fahren von Heidelberg bis Tauberbischofsheim und folgen dann der Deutschlandroute 9 bis Bremerhaven (Deutschlandtour 1: Von Rohrbach nach Bremerhaven). Daran schließt sich der Nordseeküstenradweg bis zur dänischen Grenze an (Deutschlandtour 2: Nordseeküstenroute). Nach dem Lückenschluss entlang der dänischen Grenze (Deutschlandtour 3: Nord-Ostsee-Radweg) geht es auf dem Ostseeküstenradweg weiter (Deutschlandtour 4: Ostseeküsten-Radweg Deutschland), bevor unsere Tour mit dem Oder- Neiße-Radweg entlang der polnischen Grenze in Ostritz im deutsch-polnisch-tschechischen Dreiländereck endet (Deutschlandtour 5: Oder-Neiße-Radweg).

Nur wenige Tage haben wir noch, bevor es losgeht. Und es ist noch so viel zu tun: Abschluss und Übergabe meiner Arbeitstätigkeiten, Feiern von Edinas Ausbildungsabschluss (nach mal Herzlichen Glückwunsch auch auf diesem Weg, Edina) und die Geburtstagsfeier meiner Schwester. Außerdem natürlich die Vorbereitungen auf unsere Tour: Planen der Routen, Einkaufen nötiger Dinge (Beate hat sich endlich ein neues Rad gekauft!), Packliste Erstellen, usw. Das sind noch einmal stressige Tage, aber wenn wir erst losgefahren sein werden, wird hoffentlich auch etwas Entspannung eintreten. Wir werden hier an dieser Stelle darüber berichten.

Das Land der Windmühlen

Während die vorherigen Tage unser Radtour durch die Niederlande eher Klischees wiederlegt hatten, wie z.B. der viele Wald nach Arnheim oder die Obstbaumplantagen am Linge, bestätigte zumindest unsere gestrige, letzte Etappe das Klischee der Niederlande als das Land der Windmühlen. Laut Reiseführer gab es in den Niederlanden einmal 9000 Windmühlen, von denen heute noch ungefähr ein Zehntel existieren. Und von diesen haben wir gestern wahrscheinlich ein Zehntel gesehen.

Aber zuerst fuhren wir durch Dordrecht, das eine schöne Altstadt und einen alten Hafen hat. Sicherlich hätte es sich auch gelohnt, sich die Stadt auch in Ruhe anzuschauen, aber da unser Ziel gestern Rotterdam war, sind wir ohne Stopp nur durchgefahren.

Blick auf Dordrecht

Nach Dordrecht begann dann aber gleich das Windmühlenland. Zuerst trauen sie nur einzeln auf, wie dieses Exemplar bei Papendrecht:

Windmühle bei Papendrecht

Später sahen wir dann immer mehrere Windmühlen auf einmal, wie zum Beispiel hier:

Finde die drei Windmühlen

Darunter waren auch noch im Betrieb befindliche (zumindest drehten sich die Windmühlenflügel) und schön restaurierte.

Noch eine Windmühle

Und plötzlich war der ganz Horizont voller Windmühlen.

Windmühlen von Kinderdijk

Aber nicht nur zahllose Windmühlen waren dort zu sehen, sondern auch hunderte von Menschen, die diese besichtigten. Wir waren im Weltkulturerbe „Windmühlen von Kinderdijk“ angekommen, von dem wir hat nicht wussten, dass wir es durchfahren würden. Wir stellten uns natürlich die Frage, wofür überhaupt so viele Windmühlen einmal gebraucht wurden, allein zum Kornmahlen sicher nicht. Aber eine kurze Recherche klärte und darüber auf, dass die Mühlen zum entwässern der Polder, die unter dem Meeresspiegel liegen, nötig waren. Heute wird das natürlich über strombetriebene Pumpen gemacht. Aber am Ende des zweiten Weltkriegs, als die Kraftwerke zerstört waren, mussten die Mühlen wohl wieder ihre traditionelle Arbeit verrichten.

Besucherströme in Kinderdijk

Nach Kinderdijk stand mal wieder eine Fährfahrt an, schon die zweite gestern. Wir auch schon bei der ersten an diesem Tag (von Dordrecht aus) hätten wir auch diesmal direkt zur Erasmusbrücke nach Rotterdam fahren können. Aber wir wollen ja mit dem Fahrrad nach Rotterdam fahren, so dass wir dieser Versuchung wiederstanden und auch die letzten 15km mit dem Fahrrad und nicht mit dem Waterbus fuhren.

Kurz nach Kinderdijk bzw. Ridderkerk, wo wir mit der Fähre hin übergesetzt hatten, überfuhren wir dann die Rotterdamer Stadtgrenze, es wir natürlich im Bild festhalten mussten.

Endlich in Rotterdam

Bevor es richtig in die Stadt ging, fahren wir auch noch eine moderne Windmühle bzw. ein Windkraftwerk, von denen es hier überraschend wenige gibt.

Windkraftwerk

Und dann sagen wir auch schon die ersten markanten Bauwerke von Rotterdam, die wir schon von unseren vorherigen besuchten kannten.

Skyline von Rotterdam

Und zu guter Letzt kamen wir nach 680km Fahrradfahren und vielleicht 150km Zugfahren (für unseren Abstecher an die Ruhr) und vielen Fährfahrten am zehnten Tag unserer Tour an der Erasmusbrücke in Rotterdam an.

Beate und Stefan am Ziel

Da Nadjeschda noch arbeiten musste, fuhren wir nicht direkt zu ihr, sondern erst ins Hotel, wo wir auf sie warteten. Den Abend verbrachten wir dann gemeinsam bei einem Abendessen und heute besuchten wir das Museum Hendrik Chabot, da das Museum Boijmans van Beuningen, das wir eigentlich besuchten wollten, für die nächsten Jahre wegen Renovierung geschlossen ist und einen Teil seiner Sammlung in andere Museen ausgelagert hat.

Zum Abschluss noch unsere letzte Tour: Dordrecht-Rotterdam

Tour der Gegensätze

Obwohl wir mittlerweile schon an unserem Ziel Rotterdam angekommen sind, möchte ich gerne zuerst noch über unseren gestrigen Tag schreiben.

Nachdem wir vorgestern eine unserer längsten Etappen hinter uns gebracht hatten, bestand Beate darauf die gestrige kürzer zu planen. Wenn wir den offiziellen Rheinradweg gefüllt wären, waren es von Tricht nach Dordrecht fast 90km gewesen. Als Alternative gab es eine Komoot-Tour mit knapp 55km, die jedoch größtenteils an vielbefahrenen Straßen (aber auf separaten Radstraßen) entlangging. Deshalb planten wir, zuerst die Komoot-Tour zu nehmen, die sowieso an unserer Unterkunft vorbeiging, und wenn diese den Rheinradweg trifft, dann auf jenem weiterzufahren, die großen Schleifen durch die schönen Naturschutzgebiete aber auszulassen, was wir dann auch (zu meinen Leidwesen) taten und deshalb ungefähr 60km gefahren sind, abzüglich zweier Fährfahrten.

Überhaupt Fährfahrten, bei der Planung unserer Tour war mir gar nicht bewusst, wie viele Fähren wir benutzen müssen. Irgendwie habe ich mir vorgestellt, dass wir mehr oder weniger immer an Gleiverbindung Rheinufer entlang fahren bzw. von Zeit zu Zeit mal eine Brücke benutzen. Aber schon zwischen Mainz und Koblenz, die Strecke unserer ersten beiden Etappen, gibt es keine einzige Brücke, so dass wir schon am ersten Tag eine Fähre benutzen mussten. Erst recht hier in den Niederlanden, wo die Landschaft durch viele Rheinarme, Kanäle und weitere Wasserläufe zerteilt ist und nicht überall, erst recht nicht in den noch halbwegs natürlichen Gebieten, Brücken sind, geht es häufig nur mit Fähren weiter. Im Schnitt sind wir so jeden Tag ein- bis zweimal mit der Fähre gefahren. Ich glaube, ich bin in meinem ganzen Leben nicht so oft Fähre gefahren, wie in den letzten 10 Tagen.

Aber zurück zu unserer Fahrt gestern. Nach einigen Irritationen bezüglich der zu fahrendem Strecke, fanden wir dann doch einen Weg, der uns zuerst wie gestern am Ende auch schon am Lingedamm entlang führte. Er führte durch eine Landschaft, die ich, wie die auch gestern Morgen schon, in den Niederlanden nicht erwartet habe. Denn entgegen dem Klischee, dass in den Niederlanden nur geschmacklose Tomaten in Gewächshäusern und Tulpen angebaut werden, fuhren wir durch riesige Birnen-, Apfel- und Kirchbaumplantagen. Und die sind, zumindest dem hauseigenen Apfelsaft, den wir in unserem Quartier auf dem Obsthof getrunken haben, nach zu schließen, alles andere als geschmacklos.

Im weiteren Verlauf führte der Weg nach Leerdam, einem Städtchen, das nicht nur etwas mit dem Käse gleichen Namens zu tun hat, sondern vor allem als Glasstadt bekannt ist, was mir bislang noch nicht bewusst war. Aber schon gleich am Ortseingang warb die Stadt mit dem Beinamen Glasstadt und auf dem Platz vor der Kirche war kein großes Käserad aufgebaut, sondern ein Glasbläserdenkmal.

Glasbläserdenkmal vor der Kirche von Leerdam

Auf der weiteren Strecke hab es einige Forts und Schlösser und immer mal wieder eine Windmühle.

Ansicht von Gorinchem mit Windmühle
Schloss Loevestein bei Woudrichem

Aber mein Thema heute sollten ja die Gegensätze sein. Der nächste war der Nationalpark „De Biesbosch“, der im Gegensatz zu dem Nationalpark am Vortag nicht von Wald geprägt war, sondern vor allem von Wasser, Feuchtwiesen mit weidenden Rindern oder Schafen, viel Gebüsch und Wasservögel, die dort ihre Brut- und Rastgebiete haben.

De Biesbosch
De Biesbosch
Kuh im Wasser

Nach dem Biesbosch fuhren wir dann auf mehr oder weniger direkten Weg nach Dordrecht, der ersten Großstadt seit Arnhem und nach all den kleinen Städtchen und Dörfern bzw. der unbesiedelten Landschaft der vorherigen zwei Tage ein ziemlicher Kontrast mit all ihren Verkehr und Lärm. Auch das Hotel, in dem wir die Nacht verbrachten, war das genaue Gegenteil unser vorherigen Unterkunft. Während wir vorgestern ein Zimmer auf einem abgelegenen Bauernhof hatten, der selbst vom nächsten Dorf einige Kilometer entfernt war und um den eine billige Ruhe herrschte, Siegen wir gestern in einem Business-Hotel ab, das verkehrsgünstig (und entsprechend laut) an einem Autobahnkreuz lag. Während dort jedes Zimmer individuell und liebevoll eingerichtet war und, passend für einen Obsthof, einen Obstnamen hatte, wahren es hier Standardzimmer mit Standardeinrichtung und einer einfachen Zimmernummer.

Zum Abschluss des Tages, bitte nicht lachen, sind wir tatsächlich noch im nahegelegenen McDonald’s abendessen gewesen, da ich mal wieder Lust auf Pommes Frittes hatte und neugierig war, die vegetarischen Burger dort zu probieren. Aber die Pommes waren nicht besonders lecker und auch der vegetarische Burger riss mich nicht vom Hocker. Das nächste Mal nehmen wir doch lieber wieder das Hotelrestaurant.

Heute morgen ging es dann weiter nach Rotterdam, unserem Endziel, aber darüber werde ich erst morgen erzählen. Hier noch unsere gestrige Tour: Tricht-Dordrecht

Aller guten Dinge sind drei

Nach der etwas zähen Tour gestern ging es heute wieder viel besser voran, zumindest in der ersten Hälfte des Tages und das, obwohl das Wetter heute noch weniger unser Freund war als gestern. Dabei sah es heute morgen, nachdem wir aufgewacht waren, erst ziemlich gut aus: strahlender Sonnenschein und blauer Himmel. Aber noch bevor wir richtig aufgestanden waren, regnete es schon wieder in Strömen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück und dem hektischen Versuch noch eine Unterkunft für heute Nacht zu buchen (leider ging das etwas schief, da ich an verschiedene Bed-and-Breakfast-Häuser Anfragen verschickt habe und dem ersten zugesagt habe, wobei ein zweites mich mehrmals versucht hat anzurufen, um eine Bestätigung von mir zu bekommen, ich aber meine Nummer falsch eingegeben habe und sie mich deshalb nicht erreichten, so dass ich erst am Mittag mit einer E-Mail absagen konnte, was sie ziemlich sauer gemacht hat) fuhren wir heute etwas später als sonst erst um 11 Uhr los. Und das, obwohl heute eine besonders lange Tour von über 80km auf dem Plan stand. Leider regnete es immer noch (ist schon wieder, ich weiß es nicht mehr so genau).

Beim Rausfahren aus Arnhem haben wir uns gleich das erste Mal heute verfahren, und das, obwohl ich diesmal die GPS-Tracks aus unserem Radführer genommen habe, die näher am ausgeschilderten Weg sind als die Komoot-Touren. Aber Herde heute am Anfang führten sie uns auf einen anderen Weg, aber irgendwann kamen wir dann auf die offizielle Rhijnfietsroute.

Irgendwann Höhe dann der Regen auf, so dass wir zügig weiterfahren konnten. Aber wenn es damit bezüglich des Regens genug gewesen wäre, wäre es ja langweilig gewesen. Irgendwann wurde der Himmel schwarz und eine wahre Sintflut weiß sich über uns. Zum Glück konnten wir uns unterstellen, so dass weder der Regen noch das dazugehörige Gewitter und etwas anhaben konnten. Kurioserweise lag just an den Ort, an dem wir Schutz suchten, die Arche Noah vor Anker.

Die Arche Noah

Nachdem dieses Gewitter (das erste für uns an diesem Tag) überstanden war, ging es weiter in den Nationalpark „De Utrechtse Heuvelrug“. Das war ein sehr schöner Abschnitt durch Wald und überraschend hügelig, wie überhaupt unsere heutige Etappe viel abwechslungsreicher als gestern war. Es ging nicht nur den Deich hoch und wieder runter, sondern durch Wälder, interessante Orte und auch an Deichen entlang.

Blick auf Buren

In Amerongen erteilte uns dann unser zweites Gewitter heute. Diesmal war eine profane Bushaltestelle unsere Rettung. Diesmal regnete es noch heftiger als beim ersten, aber auch dieses Gewitter ging vorbei. Beim dritten Gewitter hatten wir dann Glück, wir erwischten nämlich nur seine Ausläufer und fuhren sonst einfach um es herum. Und da wenig Schlechtes ganz und gar schlecht ist, sondern oft im Schlechten auch etwas Gutes oder Schönes steckt, so ist schlechtes Wetter nicht immer nur schlecht, sondern hat auch schöne Seiten und belohnte und noch mit einem Regenbogen.

Regenbogen

Müde und erschöpft aber weitgehend trocken kamen wir heute Abend in unserem Nachtquartier, einem Obstbauernhof mit kleinem Laden und ein paar Bed-and-Breakfast-Zimmern an. Leider (oder zum Glück) haben wir nicht viel Platz in unseren Taschen, so dass wir nichts von all den leckeren Sachen kaufen können, die es in den Laden gibt. Aber zum Abendessen haben wir wenigstens eine Flasche Apfelsaft aus hiesigen Apfel getrunken. Der war sehr lecker.

Beate schläft schon längst und so werde auch ich jetzt endlich schlafen gehen, damit ich morgen fit für unsere vorletzte Etappe nach Dordrecht bin. Zum Schluss noch der Link zur heutigen Tour: Arnhem-Tricht

Viel Spaß!

An manchen Tagen lässt der Spaß auf so einer Radtour ziemlich lange auf sich warten. Die Strecke zieht sich hin, die Kilometer werden nur ganz langsam mehr und eigentlich hat man keine Lust weiterzufahren, man ist müde, die Beine sind schwer und der Po schmerzt. Das einzige was einen weiterfahren lässt, ist die Aussicht auf die Freude, es am Zielort endlich doch noch geschafft zu haben. So ein Tag war heute, interessanterweise bei uns beiden, was den Spaß nicht unbedingt erhöht hat.

Aber der Reihe nach. Nach unserem Frühstück, das wir nicht in unserer Unterkunft einnehmen konnten, sondern bei einem Bäcker in einem nahegelegenen Edeka, fuhren wir mit dem Gruß „Viel Spaß“ einer Verkäuferin in den Ohren in Xanten los. Wenn die wüsste und wenn wir auch schon gewusst hätten, … Aber erst mal lief alles gut: das Wetter war schön, die Sonne schien und wir haben auch gleich wieder den Rheinradweg gefunden.

Aber schon bald mussten wir immer wieder nach den Weg suchen. Dabei war wieder unklar, ob wir nur zu unkonzentriert fuhren und deswegen nicht alle Schilder gesehen haben, oder ob die Beschilderung heute etwas lückenhaft war. Auch die Navigation war keine große Hilfe, da die Strecke, die ich für heute runtergeladen hatte, nur sehr vage auch an Rheinradweg orientierte. Aber mit Karte, Radführer, und etwas Orientierungssinn fanden wir immer wieder einen Weg um weiterzukommen.

An interessanten Orten an der Strecke haben wir heute beim Überqueren des Rheines Rees und den Bewegungspark von Kalkar gesehen, der früher unter dem Namen „Schneller Brüter von Kalkar“ bekannt war und ein nie in Betrieb gegangenes Atomkraftwerk war, das jetzt diese Nachnutzung gefunden hat.

Blick auf Rees
Wunderland Kalkar

Aber schon heute Morgen kamen wir Recht langsam voran, einmal natürlich wegen des ständigen Überlegens über den richtigen Weg, aber auch weil wir eigentlich immer gegen den Wind fahren mussten und vor allem weil wir von Anfang an schon müde waren.

Heute war der siebte Tag unserer Reise und langsam macht sich bemerkbar, dass wir jeden Tag ohne Ruhetag fahren. Ich denke es kommt nicht von ungefähr, dass die Woche sieben Tage hat. Nach sechs Tagen ununterbrochener Arbeit braucht der Körper einfach mal einen Tag Ruhe. Aber das passt nicht in unseren Plan, so dass wir heute etwas müde gefahren sind und noch drei weitere Tage durchhalten müssen.

Wir auch immer, in Emmerich waren wir so k.o., das wir eine ausgiebige Ruhepause einlegen mussten. Etwas ausgeruht fuhren wir dann weiter bis zur niederländischen Grenze, die man, wäre nicht das Design der Verkehrsschilder nicht etwas anders als in Deutsch, gar nicht bemerkt hätte.

Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden

Bevor dann der logische Tiefpunkt des heutigen Tages kam, mussten wir noch einmal eine Pause in einem Café am Wegesrand machen, da uns schon wieder die Kräfte verließen. Und das, obwohl wir heute eigentlich etwas schneller fahren wollten, da für den Nachmittag gegen und Gewitter angekündigt waren. Aber es ging beim besten Willen nicht anders. Leider folgte dann jedoch die Strafe auf den Fuß. Der Himmel wurde immer dunkler und am Horizont sah man schon den Regen. Kurzzeitig hatten wir die Hoffnung, wir könnten vielleicht Glück haben und einfach und elegant am Regen vorbei fahren, aber diese Hoffnung erwies sich als trügerisch, etwas eine halbe Stunde vor Arnheim, unserem heutigen Ziel, gerieten wir voll in den Regen. Nachdem wir erst dachten, wir könnten trotzdem weiterfahren, wurde der Regen dann doch so stark, dass wir bei Albert Heijn (eine niederländische Supermarktkette) Unterschlupf suchen mussten. Supermärkte dienen also nicht nur bei übermäßiger Hitze zum Herunterkühlen, sondern auch bei Regen und Unwetter zum Aufwärmen und Trocknen. Nachdem der Regen nachgelassen hatte, fuhren wir weiter in der Meinung, das Schlimmste überstanden zu haben. Doch weit gefehlt, das angekündigte Gewitter war noch nicht da gewesen. Also kann es, wie es kommen musste: nach ein paar Minuten mussten wir uns diesmal unter einer Brücke unterstellen, um vor den Gewitter Schutz zu finden.

Aber auch damit war noch nicht alles überstanden, denn vor der Brücke nach Arnheim fing es nochmal zu schütten an, so dass wir völlig durchnässt, fertig und müde an unserem Hotel in Arnheim eintrafen. Nachdem auch noch die Probleme mit der Hotelbuchung geklärt waren, konnte sich dann endlich das eingangs erwähnte Glücksgefühl einstellen, es doch geschafft zu haben. Viel Spaß!

Ruhr und Rhein

Wir schon vorgestern angekündigt, hab es gestern keinen Bericht, da wir in Schwerte bei Cordula und Jens wieder am Abend so lange zusammen saßen, das wir zu müde ersten, danach noch etwas aufzuschreiben. Deshalb heute unsere Erlebnisse von zwei Tagen, auch wenn ich wieder ziemlich müde bin. Aber es ist erst kurz nach 22 Uhr, vielleicht schaffe ich es fertig zu werden bevor ich einschlafe.

Gestern starteten wir also unseren Abstecher an die Ruhr. In unserer Navigationsapp lief der Ruhrtalradweg unter dem Motto „Zwischen Idylle und Industriekultur“, wobei der Teil, den wir gestern befahren haben eher der Idylle zuzurechnen war. Und dabei meine ich nicht Industrieidylle, sondern die Idylle einer naturnahen Landschaft mitten in einer der dichtbesiedelsten Regionen Europas, die über ein Jahrhundert von der Schwerindustrie geprägt war. Obwohl wir durch solche Großstädte wie Essen, Bochum und Dortmund fuhren (oder besser an ihrem Rand entlang), sahen wir hauptsächlich Natur bzw. teilweise auch die von der Natur wieder zurückeroberten Reste Alter Industrie, wie z.B. alte Bahnstrecken oder Zechen.

An der Ruhr

Schön war auch, dass sich die Ruhr immer mal wieder zu Seen weitete und damit Abwechslung brachte. Sogar Burgen bzw. Ruinen waren zu sehen.

Die Ruine von Burg Hardenstein

Ein großer Teil des Weges führte übrigens auf dem historischen Leinpfad entlang, auf dem in früheren Jahrhunderten Pferde die motorlosen Kohleschiffe flussaufwärts zogen. An einer Stelle ist sogar noch die historische Pflasterung erhalten, auf der man zwar nicht Rad fahren konnte, aber sie sich zumindest anschauen konnte.

Historischer Leinpfad

Heute fahren übrigens, im Gegensatz zum Rhein, auf diesem Abschnitt der Ruhr keine Güterschiffe mehr, Stunden hauptsächlich Paddelboote und eine Fähre, die wir auch genutzt haben.

Paddelboot auf der Ruhr

Ein besonderer Höhepunkt war das Naturschutzgebiet „Ruhraue“, in dem wir einen Bieber beobachten konnten.

Bieber auf dem Weg zum Fluss

In Schwerte angekommen fuhren wir zu Cordula und Jens, wo wir ausgiebig plauderten und einen schönen Grillabend verlebten.

In Schwerte bzw. dessen Stadtteil Villigst starteten wir heute zu einer kurzen fährt zum Bahnhof von Schwerte, von wo aus wir mit dem Zug über Dortmund nach Duisburg fuhren, um von dort wieder zum Rhein zu kommen.

Aber bevor wir am den Rhein kamen, wollten wir dich noch etwas Industriekultur schnuppern und fuhren deshalb erst wieder zur Ruhr, um ihr bis zu ihrer Mündung in den Rhein zu folgen.

Mündung der Ruhr in den Rhein in Duisburg

Zurück am Rhein wandelte sich die Landschaft doch deutlich. Der Niederrhein fließt durch flaches Land, abgesehen von ein paar Kraftwerken kaum noch Industrie, viel Viehweiden und Naturschutzgebiete und überhaupt kaum noch Städte und Dörfer.

Schafweide an einer ehemaligen Eisenbahnbrücke bei Wesel

An einer Stelle dachte ich, das wie uns ziemlich Verfahren hatten. Es tauchte nämlich plötzlich ein Wegweiser in die Alpen in 7,5 km auf.

Abkürzung in die Alpen

Das Ziel unserer heutigen Tour war Xanten, einer Stadt, die schon von den Römern besiedelt war, aus der Siegfried und der hl. Norbert stammen, die einen Dom und viele gotische Häuser und ein paar alte Stadtmauer-Türme hat.

Der Dom von Xanten

Besonders sehenswert fanden wir die in Betrieb befindliche Windmühle, die auf einem alten Stadtmauer-Turm errichtet wurde.

Windmühle (links) und gotisches Haus (rechts in der Mitte)

Den Tag ließen wir dann bei einem leckeren Abendessen in einem vegetarischen Restaurant ausklingen.

Xanten

Industrie und Natur

Obwohl ich (Stefan) heute sehr müde bin, schreibe ich trotzdem wenigstens ein paar Zeilen. Heute aus Essen, das User nicht an Rhein Stunden am der Ruhr liegt, da wir morgen einen Abstecher auf dem Ruhrtal-Weg machen wollen, um unsere Rückfahrt-Tickets in Schwerte abzuholen und natürlich, um Cordula und Jens dort zu besuchen.

Aber nun der Reihe nach. Während wir die letzten Tage seit Ingelheim, wo wir am ersten Tag von der rechten Rheinseite auf die linke gewechselt sind, immer linksrheinisch unterwegs waren – mit Ausnahme unseres Besuch bei Carola und Dirk, die auch auf der rechten Rheinseite wohnen – haben wir heute mehrmals die Seiten gewechselt. Das erste Mal heute morgen gleich am Anfang, um einen großen petrochemischen Komplex zu vermeiden, den wir sonst großräumig hatten umfahren müssen. So sind wir also auf der rechten Seite an Köln vorbei gefahren, so dass wir einen schönen Blick auf die Altstadt hatten.

Blick auf Köln von der rechten Rheinseite

In Köln wechselten wir aber dann wieder die Rheinseite, da wir noch durch Zons, eine mittelalterliche Stadt, die wiederum auf der linken Seite liegt, fahren wollten. Besonderes interessant fand ich dort die historische Windmühle, die in die Stadtmauer integriert wurde.

Historische Windmühle von Zons

Der Weg nach Zons war wir eine Führung durch die deutsche Industrie. Nach dem Kölner Containerhafen und verschiedenen Kraftwerken fuhren wir durch die Fordwerke, sahen am anderen Rheinufer Bayer in Leverkusen und fuhren an weiteren Chemie-Anlagen in Köln und Dormagen vorbei, um nur ein paar zu nennen. Dabei wurde und bewusst, dass der Rhein nicht nur eine wichtige Verkehrsader ist, sondern auch eine industrielle Lebensader mit vielen begründen Betrieben. Trotzdem gab es auch immer wieder Natur und grüne Landschaften zu sehen.

Blick von der Fähre bei Zons

Im Gegensatz zu den vorherigen Tagen hatten wir heute immer mal wieder Probleme unserem Weg zu finden. Ich weiß nicht, ob es an der Beschilderung liegt, oder einfach daran, dass der Rhein hier nicht mehr so in sein Tal eingezwängt ist und es deswegen mehr Wege gibt, auf die man achten muss. Verwirrend ist jedenfalls, dass der Rheinweg auf beiden Seiten des Rheines markiert ist und deswegen bei jeder Brücke oder Fähre zwei Richtungen ausgeschildert sind: einmal, wenn man auf der gleichen Seite bleiben will und einmal, wenn man die Seite erhältlich will, was aber nicht immer klar ist.

Besonders auf dem Weg nach Düsseldorf, wo es wohl auch noch mehrere Varianten gibt, von denen wir (hauptsächlich Stefan) nicht die nehmen wollten, die direkt durch die städtischen Vororte entlang großer Straßen ins Zentrum führt, sondern die, die am Rhein entlang naturnah und auf einem Bogen nach Düsseldorf bringen sollte, haben wir uns öfter begannen, was besonders, da wir schon fast 70km in den Beinen hatten und es immer mal wieder zu regnen drohte, etwas nervig war.

Am Ende kamen wir aber doch in Düsseldorf in der Stadtmitte an, wo wir zum Hauptbahnhof fuhren, um noch mit dem Zug nach Essen zu fahren, von wo wir morgen zu unserem Ruhrabstecher aufbrechen wollen.

Skyline von Düsseldorf

Der Bahnhof war übrigens richtig voll, da heute Abend wohl Borussia Dortmund gegen Uerdingen in Düsseldorf gespielt hat. Aber irgendwie haben wir uns mit unseren vollgepackten trafen durch die Menschenmassen und die zu kleinen Aufzüge gekämpft.

Soviel für heute. Ob wir morgen zum Aufschreiben eines Artikels kommen werden, weiß ich noch nicht. Falls nicht, habt bitte Geduld und wartet bis Sonntag. Zum Abschluss noch unsere beiden Tour-Abschnitte von heute: Widdig-Leverkusen, Leverkusen-Düsseldorf.

Burgen ohne Ende

Nachdem mir schon Beschwerden zu Ohren kamen, dass wir gestern nichts geschrieben haben, heute ein Bericht für zwei Tage. Aber gestern Abend saßen wie so lange mit Carola und Dirk zusammen, dass wir beide viel zu müde waren, noch etwas aufzuschreiben. Heute sind wir User auch müde, aber es ist noch nicht so spät.

Gestern Morgen starteten wir zu unserer zweiten Etappe von Bacharach nach Koblenz weiter durch das Welterbetal. Weiterhin gab es viele biegen zu sehen, wie hier die Burgen Pfalzgrafenstein und Gutenfels bei Kaub:

Kaub mit Burgen Pfalzgrafenstein und Gutenfels

Und natürlich die Loreley:

Loreley

Interessant waren auch die Burgen Sterrenfels und Liebenstein, die durch zwei Schildmauern getrennt sind und die sich die „zwei feindlichen Brüder“ heißen:

Die „zwei feindlichen Brüder“

Der sportliche Höhepunkt der gestrigen Etappe war dann der Anstieg in Koblenz nach Arenberg, den Wohnort von Carola und Dirk. Die Straße, die wir hoch fahren mussten, hieß bezeichnenderweise „Kniebreche“ und war sehr steil, aber unsere Knie ist etwas anderes haben wir uns zum Glück nicht gebrochen.

Bevor wir aber diesen Berg erklommen, haben wir noch eine kleine Shopping-Tour in Koblenz gemacht, um die Dinge zu kaufen, die wir vergessen haben. Stefan hat jetzt also einen neuen Titel, neue Badelatschen und neue Sandalen.

Bei Carola und Dirk war es schön. Wir hatten uns viel zu erzählen, da wir uns auch schon lange nicht mehr gesehen haben. Deswegen ist es auch ziemlich spät geworden (siehe den Anfang des Artikels). Vielen Dank nochmal an die beiden für ihre Gastfreundschaft.

Heute morgen ging es dann erst mal wieder den Berg, den wir gestern hoch fahren mussten, wieder runter. Hier noch ein paar Bilder von Koblenz:

Collage mit Koblenz-Bildern

Nach Koblenz änderte sich die Landschaft signifikant. Der angrenzenden Hügel reichten nicht mehr so nah an den Fluss heran, die Städte wurden größer, und wir mussten viel durch Industriegebiete fahren, aber Burgen gab es immer noch, wie hier z.B. das Schloss Drachenburg bei Königswinter:

Schloss Drachenburg

In Bonn-Bad Godesberg wartete dann eine Überraschung auf uns: wir trafen dort Sanja, die gestern mit ihrer Freundin Toni und deren Mutter dorthin gefahren ist, um eine Freundin von Tonis Mutter zu besuchen. Und da wir heute auch durch Bad Godesberg fuhren, haben wir noch ein Treffen vereinbart.

Danach fuhren wir noch durch Bonn, wo übrigens sehr viele Fahrradfahrer*innen unterwegs Rasten, und, entgegen unserer ursprünglichen Planung, sogar noch etwas weiter bis Widdig, einen kleinen Dorf, das ein direkt an Rhein gelegenes Hotel besitzt, in den wir noch ein Zimmer bekommen haben. Dort haben wir dann auf der Hotelterrasse bei einem Getränk den Tag gemütlich ausklingen lassen und dabei auf den Fluss geschaut und Schiffe beobachtet.

Der Rhein bei Widdig

Morgen werden wir dann voraussichtlich bis Düsseldorf fahren und müssen uns dann dort entscheiden, ob wir am Samstag weiter an Rhein bis Duisburg fahren und dann mit dem Zug nach Schwerte oder mit dem Zug von Düsseldorf nach Essen, um dann mit dem Rad ab der Ruhr nach Schwerte zu fahren.

Sicher sind aber schon die gemachten Touren, die ihr für nachverfolgen könnt: Bacharach-Koblenz und Koblenz-Widdig