Genau heute vor einem Jahr haben wir den ersten Teil unseres Donauradweg-Projekts in Regensburg beendet. Wer noch einmal nachlesen will, was wir damals erlebt haben, kann es hier tun: Donau 2020. Letztes Jahr war Sanja noch dabei, dieses Mal ließ sie sich leider nicht überreden wieder mit uns zu fahren. Das letzte Jahr war offensichtlich zu abschreckend, aber vor allem bezüglich des Wetters haben wir diesmal mehr Glück. Auch heute hatten wir wieder den ganzen Tag Sonnenschein und einen strahlend blauen Himmel. Manchmal würde ich mir aber etwas mehr Schatten wünschen, ich schramme trotz singenden immer kurz an einem Sonnenbrand vorbei.
Aber außer dem Wetter war heute auch der Weg sehr schön. Ich würde sogar sagen bislang der schönste Teil unseres diesjährigen Urlaubs. Was sich schon in Passau angekündigt hatte, setzte sich jetzt fort: Die Hänge rückten näher in die Donau heran, so dass für den Fluss nur noch ein enges Tal übrig bleibt, er sich zwischen dem Bayerischen Wald und den Sauwald durchzwängen muss. Am Anfang war noch Platz für eine Bundesstraße, aber im weiteren Verlauf wurde das Tal so eng, dass mir noch eine schmale Radstraße Platz hatte.
Diesmal mussten wir schon vor dem Losfahren die Entscheidung treffen auf welcher Donauseite wir fahren wollen. Wir entschieden uns für die Nordseite, die laut Radführer weniger Verkehr aufweisen sollte. Zwischendurch mussten wir aber auf die südliche Seite ausweichen, da der Weg auf der Nordseite nicht durchgängig ist. Dafür konnten wir endlich mal wieder Fähre fahren, es Beate so vermisst hatte und was wir vor zwei Jahren am Rhein so häufig gemacht hatten, an der Donau bislang aber noch nicht.
Die Fährfahrten machten wir übrigens im interessantesten Abschnitt unserer heutigen Tour, der sogenannten Schlögener Donauschlinge. Dort fließt die Donau quasi wieder zurück und schlängelt sich in mehreren Windungen durch die Granitfelsen der umgebenden Berge. Das wäre die Idylle pur, wenn nur nicht die vielen Radfahrer*innen wären, die diese Naturschönheit durchfahren wollten.
Aber im Ernst, nicht umsonst gehört der Donauradweg zu den Klassikern unter den Radfernwegen und zu den beliebtesten. Man ist garantiert nicht alleine unterwegs, sondern begegnet möglich anderen Radler*innen und die Infrastruktur ist dafür auch auf Radtouristik ausgelegt. So ist mir z.B. noch nie passiert, dass ich bei der Unterkunftsbuchung gleich die Anfahrt mit dem Rad statt der mit dem Auto mitgeliefert bekommen habe. Aber hierher kommt man auch fast nur mit dem Fahrrad hin.
Nach dem wir die letzten Tage immer in mehr oder weniger lauten Städten an verkehrsreichen Straßen unsere Unterkünfte hatten, sind wir heute in einem Gasthaus in einer der Donauschleifen weit entfernt von jeder Stadt und lauten Straßen. Es herrscht eine geradezu paradiesische Ruhe hier, wobei ich nicht weiß, ob es im Paradies ruhig ist, schließlich muss es ja von himmlischen Klängen erfüllt sein. Wie dem auch sei, hier ist es sehr still, der Fluss fließt ruhig und gemächlich an unseren Gasthaus vorbei und nachdem die Tagesgäste abgereist sind, hört man sich kaum noch Menschen.
Morgen werden wir diese Idylle wieder verlassen und uns der Zivilisation wieder nähern. Zuerst werden wir nach Linz fahren und dann dort entscheiden, ob wir gleich noch weiterzufahren oder dort übernachten.
Und am Ende wieder unser GPS-Track: Von Passau nach Exlau
Oh Mann, als ich die ersten Einträge las, dachte ich mir, das klingt nach Stress und nicht nach Urlaub! Heute würde ich Euch gerne begleiten und in Linz gibt es sicherlich die Linzer Torte. Unser Bäcker in Zittau verkaufte früher immer Kekse, die Linzer Gebäck hießen und das war einfacher Mürbeteig mit Marmelade verklebt und bunt glasiert. Viel Spaß weiterhin und ab und zu ein kühles Lüftchen!
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