Jetzt ist also unsere erste Etappe auf dem Weg nach Rotterdam absolviert. Und wie schon heute Morgen vermutet war unsere Vorbereitung vor allem was unsere Ausstattung betrifft nicht ganz optimal. Aber alles der Reihe nach.
Nach unserer Ankunft in Mainz und Schießen eines Startbildes führen wir endlich los, leider bei Regen. Wir dachten zwar immer, das es gleich aufhören wird, aber immer, wenn wir losfahren wollen würde der Regen wieder etwas stärker, so dass wir dann doch bei leichtem Regen losgefahren sind. Zuerst fuhren wir durch Mainz und dann das erste Mal über den Rhein in die Wiesbadener Vororte Mainz-Kastel und Mainz-Amöneburg. Leider ging der Weg da auf einer Straße entlang, von der man den Rhein nicht sah. Als wir dann endlich auf einem Weg am Rhein entlang fahren konnten, mussten wir gleich schon wieder auf die Straße zurück, da der Weg wegen Bauarbeiten an der Schiersteiner Autobahnbrücke gesperrt war. Aber nach Schierstein kamen wir dann doch endlich an den Rhein, an den wir dann ein Stück entlang gefahren sind.

Da der heutige Abschnitt nicht so lang war, machten wir dann noch einen kleinen Abstecher zum Kloster Eberbach, damit wir auch ein paar Steigungen gefahren sind.

Vom Kloster Eberbach fuhren wir dann direkt noch Östrich-Winkel, von wo wir die Fähre wieder auf die andere Rheinseite nach Ingelheim nahmen. Ab dort ging es dann tatsächlich immer am Rhein entlang durch Bingen ins obere Mittelrheintal, dem Welterbe der UNESCO.

Auffallend war die große Burgendichte ab Bingen. Fast alle 2-3km konnte man an den Hängen die nächste Burg sehen.

Wettermäßig hatten wir weitgehend Glück. Es hat zwar immer mal wieder etwas geregnet, aber nie richtig heftig (im Gegensatz zu jetzt, wo es richtig schüttet) und auch nie sehr lange.
Gegen 16 Uhr kamen wir in Bacharach unseren heutigen Tagesziel an. Auch die Herbergssuche gestaltete sich überraschend einfach, schon das zweite Hotel hatte ein freies Zimmer, so dass wir noch ziemlich viel Nachmittag hatten, um uns dieses im Herzen des Welterbes gelegenen Städtchens mit seinen vielen alten zwischen Rhein und Hunsrück eingezwängt Häusern anzuschauen.

Aber zuvor mussten wir beim Auspacken, wie eingangs schon erwähnt, feststellen, dass wir beim Packen gestern geschludert hatten. Neben unserer Rückfahrkarte hatte ich (Stefan) auch vergessen meine Sandalen und einen Gürtel für meine Hose einzupacken, so dass ich dann mit meinen Sportschuhen, was nicht so schlimm war, und mit einer rutschenden Hose, was mich schon genervt hat, die Stadt erkunden musste. Leider hat Bacharach alles, was das Herz des Welterbe-Touristen erfreut, aber keine Läden, in dem man so ungewöhnliche Dinge wie Gürtel oder Sandalen kaufen kann, Stunden nur so nützliche Dinge wie Weingläser mit Welterbe-Aufdruck und ähnliches.
Aber morgen in Koblenz sollte es sicher auch solch exotische Dinge zu kaufen geben, vielleicht sogar ohne Welterbe. Damit wäre auch unser morgiges Etappenziel erwähnt, nämlich Koblenz, wo wir Karola und Dirk samt ihren Jungs besuchen werden.
Neben dem Welterbe ist Bacharach übrigens auch eine literarisch bedeutende Stadt: Die Lore Lay in Clemens Brentanos Ballade ist ein Mädchen aus Bacharach und von Heinrich Heine existiert ein Romanfragment „Der Rabbi von Bacherach„. Außerdem hat sich Victor Hugo lobend über Bacharach geäußert.
Zum Nachradeln unsere heutige Route: Mainz-Bacharach